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Das Dresdner Stadtarchiv entstand als selbstständige städtische Einrichtung 1864, nachdem der Stadtrat am 3. November 1863 einen entsprechenden Beschluss gefasst hatte. Allerdings wurden auch zuvor bereits
Unterlagen des Rates gesammelt und archiviert. Zum ersten Leiter berief man den Juristen Dr. Alfred Heinze, der 1879 von Dr. Otto Richter abgelöst wurde. Richter erwarb sich große Verdienste bei der wissenschaftlichen
Aufarbeitung der Bestände und gründete auch den Dresdner Geschichtsverein. Zugleich war er Direktor der Stadtbibliothek.
Ursprünglich hatte das Stadtarchiv seinen Sitz im Alten Rathaus am Altmarkt / Ecke Scheffelgasse. Nach dem Bau des Neuen Rathauses am Ring wurde auch das Archiv
dorthin verlegt. 1945 gingen Teile der Bestände, darunter zahlreiche historisch wertvolle Ratsurkunden, durch Brand, Wasserschäden und Diebstahl verloren. Die verbliebenen
Akten wurden 1946 in das ebenfalls kriegsbeschädigte frühere Sächsische Kriegs- und Heeresarchiv auf der Marienallee verbracht. 1999 zog die Einrichtung auf das Gelände
der früheren Heeresbäckerei an der Königsbrücker Straße um (Foto). Neben den öffentlich nicht zugänglichen Archivräumen gibt es hier auch einen großen Lesesaal sowie
Räume für Ausstellungen und Vorträge. Den Lesesaal schmückt ein 1999 dem Stadtarchiv als Leihgabe übergebenes Gemälde von Hermann Albert.
Aufbewahrt werden neben Unterlagen des Rates und der städtischen Behörden auch Akten von kommunalen Einrichtungen wie Schulen, Kulturstätten und Unternehmen, Archivgut aus aufgelösten Betrieben sowie historische
Zeitungen, Bücher, Bauzeichnungen und Pläne. Die ältesten Urkunden stammen aus dem 12./13. Jahrhundert und verzeichnen u.a. städtische Privilegien und Rechte. 1517 wurden erstmals Stadtbücher zur Registrierung der
Ratsarchivalien angelegt. Später kamen Unterlagen zu Steuer- und Finanzangelegenheiten, Einwohnerverzeichnisse und
andere Akten hinzu. Auch die Dokumente aus den Gemeindearchiven der nach Dresden eingemeindeten Orte finden sich im Stadtarchiv. Hinzu kommen Nachlässe bedeutender Persönlichkeiten, darunter Korrespondenzen von Ludwig
Richter und der Familie Körner. Stadtgeschichtlich interessant sind auch die ab 1702 bis 1944 regelmäßig erschienenen Adressbücher. |
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