Schönborn

Gemeindesiegel von Schönborn


Bibliothek 
Schönborn
Seifersdorfer Str. 1
01465 Dresden 

Schönborn wurde 1297 erstmals urkundlich erwähnt und verdankt seinen Namen der Lage an einer Quelle. Der Ort wurde durch fränkische Siedler als Waldhufendorf gegründet und war ursprünglich frei von einer Herrschaft. Erst 1297 kam das Dorf in den Besitz einer Adelsfamilie. Bereits um 1250 bestand vermutlich eine Kapelle, Vorgängerin der heutigen Dorfkirche. 1350 ist Schönborn als “Schonenburn” in den Urkunden verzeichnet, wobei der Ortsname als Ort am schönen (= ergiebigen) Quell zu deuten ist. Ab 1461 gehörte Schönborn zum Rittergut Seifersdorf und unterstand dessen wechselnden Besitzern. Zu den Privilegien der Bewohner gehörte das Recht, in der nahen Dresdner Heide Holz zu sammeln und Vieh weiden zu lassen. Als Gegenleistung mussten sie noch bis ins 17. Jahrhundert als Treiber bei Hofjagden helfen. Nach Übernahme der Rittergutsherrschaft durch die Familie von Haugkwitz entstanden die Dorfrügen, heute ältestes bekanntes Rügenbuch des Radeberger Landes.

Die Geschicke des Dorfes wurden seit 1608 faktisch von der Stadt Radeberg geleitet. 1773 konnte mit Unterstützung der Kirchgemeinde erstmals eine eigene Schule in Schönborn eröffnet werden. Radeberg hatte eine finanzielle Unterstützung dieses Vorhabens zuvor abgelehnt. Ein Jahr später kam der Ort in den Besitz der Familie Brühl, die das Rittergut Seifersdorf erworben hatte. Das heutige Ortsbild entstand nach einem Brand im Jahr 1840 und wird von größeren Bauerngehöften geprägt. Hinzu kommen einige Häusleranwesen und Arbeiterwohnhäuser sowie das frühere Gemeindearmenhaus an der Langebrücker Straße 4.

Dominierender Wirtschaftszweig blieb bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Landwirtschaft. Erst dann siedelten sich einige Handwerker und Gewerbetreibende an. Nach dem Zweiten Weltkrieg schlossen sich bereits 1953 acht Bauern zur LPG “Lachendes Land” zusammen, welche 1968 mit einer weiteren LPG zur LPG “Vereinte Kraft” vereinigt  wurde. Für diese entstanden 1971/72 mehrere Ställe für die Schweinezucht. Außerdem gab es bis 1989 im Oberdorf einen Betriebsteil der Radeberger Gartenbaugenossenschaft “Rödertalblume”. Die kleine Gemeinde kam trotz ihrer traditionell engen Bindungen an Radeberg 1996 als Ortsteil zu Langebrück und wurde mit diesem am 1. Januar 1999 Stadtteil von Dresden.

 

Gasthof Schönborn:

Der Gasthof entstand um 1900 und war einst beliebtes Ausflugsziel, begünstigt durch die Nähe zur Dresdner Heide und zum Seifersdorfer Tal. Neben der Gaststube und einer angebauten Veranda besaß das Lokal einen großen Saal, der bis zu 1000 Personen fasste und für verschiedene Vergnügungen genutzt wurde. 1953 wurde der Gasthof Schönborn geschlossen und fortan bis 1997 als Pflegeheim mit 100 Betten genutzt. Lediglich der angeschlossene Saal blieb nach einem Umbau 1957 für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen der Gemeinde erhalten. Heute dient das unter Denkmalschutz stehende Gebäude als Wohnhaus.

Foto: Der Gasthof Schönborn auf einer historischen Ansichtskarte

Kindergarten:

Der Schönborner Kindergarten entstand 1954 als sogenannter “Erntekindergarten” und befand sich zunächst in einigen Nebenräumen des Dorfgasthofes und der Schule. Am 29. April 1957 wurde er in das sanierte ehemalige Gemeindearmenhaus (Langebrücker Straße 4) verlegt und hatte bis 1968 nur in den Sommermonaten geöffnet. Seit 1996 betreibt die Arbeiterwohlfahrt Radeberger Land den Kindergarten, der mit 20 Plätzen zu den kleinsten in Dresden gehört.

Schule:

Um den langen und vor allem in den Wintermonaten beschwerlichen Schulweg nach Seifersdorf bzw. Radeberg abzukürzen, konnte Schönborn 1773 mit Unterstützung der Kirchgemeinde erstmals eine eigene Schule einrichten. Radeberg hatte eine finanzielle Unterstützung dieses Vorhabens zuvor abgelehnt. 1840 entstand für diese schließlich ein richtiges Schulhaus, welches 1908 durch einen größeren Neubau ersetzt wurde. Dieser blieb bis 1968 in Betrieb und diente später u.a. als Bibliothek. Heute besuchen die Kinder des Ortes die Schule im benachbarten Langebrück.

  Schulfreunde wiederfinden!

Brettmühle (Kunathmühle):

Die im Seifersdorfer Tal gelegene Brettmühle, nach ihrem früheren Besitzer auch Kunathmühle genannt, diente ursprünglich als Mahl- und Schneidemühle, bevor sie um 1900 der Unternehmer Carl Oskar Schmiedtgen erwarb und in eine Fabrik umwandelte. Das Unternehmen stellte nach seiner Modernisierung 1910 vor allem Korkprodukte her, war aber auch in der Holz- und Strohverarbeitung tätig. Eine hier installierte Turbine lieferte zugleich elektrischen Strom für den Betrieb und einige Gebäude im Dorf. Noch bis 1970 wurde hier Holzwolle hergestellt.

Die nach der Schließung des Werkes noch zu Wohnzwecken genutzten und verfallenen Gebäude wurden nach 1990 abgerissen. Heute erinnern noch ein ca. 20 Meter hoher Schornstein und einige Reste des Mühlgrabens an die frühere Brettmühle.

Weiterführende Literatur und Quellen

Schönborner Nachrichten

30. Dezember 2011: Der Schönborner Ortschaftsrat hat auf seiner letzten Sitzung die Einrichtung einer Mittelschule in Langebrück gefordert. Diese soll auch von den Kindern aus Schönborn besucht werden, welche jetzt noch zur Mittelschule in Weixdorf gehen müssen. Aufgrund des langen Schulweges ist das für viele Eltern und Schüler mit einem erheblichen Aufwand verbunden.

3. Dezember 2011: Das Schönborner Gefallenendenkmal an der Kreuzung Seifersdorfer /  Blumenstraße wird derzeit saniert. U.a. wird eine einsturzgefährdete Stützmauer instand gesetzt. Angeregt und unterstützt wurden die Arbeiten vom örtlichen Heimatverein.

11. November 2011: Die geplante Offenlegung des Schönborner Dorfbachs wird vom Umweltamt der Stadt abgelehnt. Durch den Bau würden teilweise zu tiefe mit Beton verkleidete Gräben entstehen. Deshalb macht sich nun eine Neuplanung der Renaturierung erforderlich.

27. September 2011: Der Dresdner Stadtteil Schönborn hat jetzt 502 Einwohner und überschreitet damit zum ersten mal die 500-er-Marke. Nach Oberwartha bleibt Schönborn jedoch auch weiterhin der zweitkleinste Ortsteil der Landeshauptstadt.

15. September 2011: Die Bibliothek in Schönborn bezieht in den kommenden Tagen neue Räume. Künftig ist die Einrichtung in den ehemaligen Büros der Firma Ergodata auf der Seifersdorfer Straße 1 untergebracht. Das Unternehmen hatte zuvor im Langebrücker Gewerbegebiet ein neues Gebäude bezogen.

2. August 2011: Die wegen ihres schlechten Zustands seit einem Jahr gesperrte Röderbrücke an der Kunathmühle ist saniert und wurde wieder für Wanderer und Radfahrer freigegeben. Zuvor hatte es monatelang Streit zwischen der Stadt Dresden und der Gemeinde Wachau um die Sanierung des Bauwerks gegeben.

19. Mai 2011: Im Ortszentrum von Schönborn soll künftig eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden. Die Geschwindigkeitsbegrenzung gilt vom Ortseingang aus Richtung Liegau bis zur Kreuzung Grünberger Straße / Langebrücker Straße und muss nun noch vom Stadtrat beschlossen werden.

11. Mai 2011: Die seit einigen Monaten gesperrte Brücke an der Kunathmühle im Seifersdorfer Tal soll nun doch schnellstmöglich repariert werden. Die Ortschaft Schönborn wird sich an den Kosten beteiligen. Über die Brücke führt ein beliebter Wanderweg, welcher derzeit unterbrochen ist.


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