Entlang der parallel zum Dorfbach “Roter Graben” führenden Hauptstraße des
Unterdorfes haben sich zahlreiche Dreiseithöfe aus der bäuerlichen Vergangenheit Langebrücks erhalten. Ihre Anordnung lässt noch deutlich die Form des
Waldhufendorfes erkennen, auch wenn die Gebäude selbst meist erst im 19. Jh. entstanden sind. Einige Häuser weisen interessante Fachwerkkonstruktionen auf und
wurden in den letzten Jahren saniert. Im Wohnhaus Hauptstraße 1 befand sich früher die Buchdruckerei von Kurt Imgrund (1878-1944), Herausgeber der Ortszeitung
“Heide-Bote”. Die Zeitung erschien zum ersten Mal im Dezember 1913, wurde 1937 aus finanziellen Gründen eingestellt und 1990 wieder ins Leben gerufen.
In diesem ältesten Teil des Ortes wurde 1524 erstmals eine Dorfmühle erwähnt, die sich damals im Besitz des
kurfürstlichen Försters Matthes Günther befand. Ihm gelang es auch, beim Kurfürsten die Aufhebung des Mahlzwanges
für die Langebrücker Bauern zu erreichen. An die alte Mühle erinnert heute noch der Mühlteich (Foto). Hier stand ab 1568 auch die erste Dorfschule. Um 1900 diente der Mühlteich zeitweise als Gondelteich. Einzelne Gebäude: Nr. 22: Das kleine Fachwerkhaus gehört zu den ältesten noch erhaltenen Wohngebäuden des Langebrücker
Unterdorfes. Es entstand 1856 nach der Zerstörung des Vorgängerbaus bei einem Dorfbrand und wurde 1986/87 saniert. Feuerwehrmuseum:
Das Gebäude wurde1898 als Spritzenhaus für die vier Jahre zuvor gebildete Freiwillige Feuerwehr des Ortes errichtet. Diese war entgegen dem Willen des Gemeinderates, der an der bestehenden Pflichtfeuerwehr
festhalten wollte, am 25. Februar 1894 ins Leben gerufen worden. Das Haus diente viele Jahrzehnte als Aufbewahrungsort der Feuerspritze und der notwendigen Technik der Kameraden. Nachdem 1994 ein modernes
Feuerwehrdepot auf der Lessingstraße eingeweiht werden konnte, entstand im alten Spritzenhaus ein kleines Feuerwehrmuseum. Gasthof Langebrück:
Der “Gasthof zu Langebrück” wurde 1846 an der Hauptstraße in der Nähe der Eisenbahnstrecke gegründet und ersetzte die bisherigen Schankwirtschaften in der Oberschänke und im Erbgericht.
Schnell entwickelte sich das Lokal zum gesellschaftliches Zentrum des Ortes. 1925 wurde hier ein Kino eingerichtet,
welches als “Filmschau Langebrück” bis 1987 bestand. So wie in vielen unzerstörten Veranstaltungsstätten des Dresdner Umlandes fanden auch im Langebrücker Gasthof nach 1945 gelegentlich Aufführungen des Dresdner
Staatsschauspiels und der Staatsoper statt. Mehrfach traten im Saal der Kreuzchor und die Staatskapelle auf. Nachdem diese provisorische Nutzung 1949 beendet wurde, erfolgte ein größerer Umbau. Neben Filmvorführungen
gab es hier regelmäßig kulturelle und politische Veranstaltungen wie Schuleinführungs- und Jugendweihefeiern. Seit 1969 war das Haus Schauplatz des überregional bekannten Langebrücker Karnevals. Auf Grund des schlechten
Bauzustandes musste die “Filmschau” 1987 geschlossen werden. 1991 erwarb die Gemeinde das baufällige Gebäude. Allerdings scheiterten alle Sanierungspläne zunächst an den hohen
Kosten, so dass zeitweise sogar der Abriss des ehemaligen Gasthofes erwogen wurde. 2001 konnte schließlich mit der
Sanierung begonnen werden. Seit Oktober 2004 wird das Haus unter dem Namen “Bürgerhaus” als Stadtteilzentrum
genutzt. Im früheren Kinosaal entstanden Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen, während das Obergeschoss u. a. als Trauzimmer zur Verfügung steht. |