Straßen und Plätze in Langebrück

Die Albert-Richter-Straße bildet die Verlängerung des sogenannten Kannenhenkels, eines nach einem alten Wegzeichen benannten Heideweges zwischen Langebrück und Dresden-Neustadt. 1908 ist sie als Kaiser-Wilhelm-Straße erstmals im Adressbuch verzeichnet. 1945 erfolgte die Umbenennung nach dem sozialdemokratischen Politiker Rudolf Breitscheid (1874-1944), der während der NS-Zeit im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert wurde, wo er bei einem Luftangriff ums Leben kam. Ihren heutige Namen erhielt sie nach dem Kunstmaler Albert Richter (1845-1898), der ab 1893 in Langebrück wohnte und zahlreiche Bilder mit Jagdszenen und Motiven aus der Dresdner Heide schuf. An Albert Richter erinnert auch ein Gedenkstein am Kannenhenkelweg.

Die Straße Am Braugraben wurde 2012 zur Erschließung des Wohngebietes "An der Heide" angelegt. Ihren Namen erhielt sie im Januar 2013 nach einem kleinen Bach, der seine Quelle nördlich der Dresdner Straße hat und den Brauteich speist. An der Hauptstraße mündet er in den Roten Graben.

Die Badstraße entstand kurz nach der Jahrhundertwende und ist unter dem Namen Radeberger Straße 1902 erstmals im Adressbuch verzeichnet. Nach Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde sie 1933 in Adolf-Hitler-Straße umbenannt. Da sie ursprünglich als Zufahrt zum Waldbad Langebrück diente, erhielt sie 1945 ihren jetzigen Namen.

Als Bahnhäuser wird ein Weg nördlich der Eisenbahnstrecke Dresden-Görlitz bezeichnet. Bereits beim Bau der Strecke entstand hier ein Bahnwärterhaus, dem später weitere Wohnhäuser für Bahnbeamte folgten. Nach 1945 wurde für diese Grundstücke die postalische Bezeichnung Bahnweg eingeführt, welche nach der Eingemeindung Langebrücks in Bahnhäuser wechselte.

Beethovenstraße

Die heutige Beethovenstraße wurde als Albertstraße Ende des 19. Jahrhunderts angelegt und mit villenartigen Landhäusern bebaut. Markantestes Gebäude ist die Villa “Edelweiß” (Nr. 14), die sich einst im Besitz des Gutsbesitzer Moritz Claus befand. Der nach 1945 eingeführte Straßenname erinnert an den bekannten deutschen Komponisten Ludwig van Beethoven (1770-1827).

Bergerstraße

Die 1885 angelegte Bergerstraße verdankt ihren Namen dem früheren Langebrücker Mühlenbesitzer Johann Carl Hermann Berger (1818-1891), der zwischen 1851 und 1889 das Amt des Ortsvorstehers ausübte. Während seiner Amtszeit begann die Erschließung der Villenviertel südlich des alten Dorfkerns. Im Wohnhaus Nr. 12 wohnte ab 1894 bis zu seinem Tod 1937 der Landschaftsmaler Karl Hanns Taeger, der zahlreiche Bilder der Langebrücker Umgebung schuf. Einige Villen, u.a. Nr. 11, dienten einst als Pensionen. 1996/97 entstand an der Bergerstraße eine kleine Wohnanlage mit 24 Sozialwohnungen.

Foto: Blick in die Bergerstraße um 1900

Bertha-Dißmann-Straße 

Die im Zuge der Erschließung des Wohngebietes “An der Heide” 2012 angelegte Bertha-Dißmann-Straße erinnert an die Kochbuchautorin Agnes Clara Bertha Dißmann (1874-1954), die viele Jahre in Langebrück auf der Höntzschstraße 6 wohnte. Ihr bekanntestes Werk ist der bereits vor dem Ersten Weltkrieg erstmals erschienene und in zahlreichen Auflagen gedruckte „Ratgeber für Herd und Haus“. Außerdem war sie zwischen 1903 und 1912 Vorsteherin der Haushaltungsschule der Inneren Mission in Dresden.

Das Borngässchen wurde Ende der 1920er Jahre im Unterdorf von Langebrück angelegt. Es verbindet die Langebrücker Hauptstraße mit der Kirchstraße und führt am Roten Graben entlang. Der kleine Wasserlauf war auch Anlass für die 1929 erstmals nachweisbare Namensgebung.

 

Bruhmstraße

Die Bruhmstraße im Langebrücker Villenviertel erinnert an die Försterfamilie Bruhm, die seit dem 17. Jahrhundert das Amt des Langebrücker Erbförsters inne hatte. Verliehen wurde dieses von Kurfürst Johann Georg III., nachdem der kursächsische Oberförster Anton Bruhm (+ 1692) seinen Landesherren in der Schlacht bei Wien vor türkischer Gefangenschaft bewahrt hatte. Enkelsohn Johann George Bruhm (1688-1755) ließ 1740 die Lindenallee an der Dresdner Straße anlegen. Zugleich war er Besitzer des sogenannten Forstgutes an der heutigen Bruhmstraße. Auch seine Nachkommen waren noch bis 1913 als Revierförster in Langebrück tätig.

Im letzten Drittel des 19. Jahrhundert entstanden an der Bruhmstraße repräsentative Villen und Landhäuser. Zu den Besitzern gehörte u. a. der Dresdner Fabrikant C. Hildebrandt (Eisengießerei Kelle & Hildebrandt), der für sich die Villa Sidonie (Nr. 13) erbauen ließ. Nach 1945 wurde dieses Gebäude als “Haus der Gemeinschaft” Sitz verschiedener Vereine. 1996/97 begann an der Bruhmstraße der Bau des Wohnkomplexes Forsthof. Neben Wohn- und Büroräumen befinden sich hier auch eine Sparkassenfiliale und mehrere Geschäfte.  Zwei unter Denkmalschutz stehende Gebäude des ehemaligen Forstgutes wurden in das Areal einbezogen.

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Die 1936 erstmals erwähnte Brunnenstraße befindet sich im Langebrücker Ortsteil Heidehof. Zunächst führte sie nur von der heutigen August-Bebel-Straße "nach dem Walde" , d.h. in Richtung Heide. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie bis  zur Dresdner Straße verlängert.

Forststraße

Die Forststraße erhielt ihren Namen nach dem hier befindlichen Langebrücker Forstamt. Dieses entstand im 17. Jahrhundert. als Forst- und Jagdhaus und wurde 1635 erstmals erwähnt. 1780/81 wurde das heutige Gebäude errichtet, welches neben den Dienst- und Wohnräumen des Revierförsters zugleich Unterkunftsräume für kurfürstliche Jagdgesellschaften besaß. Später als Königliches Forstamt genutzt, ist es heute Sitz der Revierförsterei Langebrück (Foto) . Künftig ist in diesem Haus die Einrichtung eines kleinen Museums zur Dresdner Heide geplant.

Neben dem Forsthaus erinnern am “Kreuzringel” sieben Friedenseichen an den Sieg Deutschlands im Deutsch- Französischen Krieg 1870/71. Diese wurden von Theodor Wilhelm Bruhm gepflanzt und mit einer Inschriftstafel versehen:

“Große Männer, Euch zum Ruhme wachsen hier im Heiligtum deutschen Waldes
diese Eichen, Eurer Kraft und Taten Zeugen”.

Friedrich-Wolf-Straße

Die Friedrich-Wolf-Straße, im Villenviertel gelegen, entstand um 1897 und wurde zunächst Hermannstraße genannt. In den 1950er Jahren erfolgte die Umbenennung nach dem Arzt und Schriftsteller Friedrich Wolf (1888-1953) benannt. Wolf war zwischen 1918 und 1920 als Chefarzt eines Kriegs-Reservelazaretts im Kurhaus tätig. Zu seinen bekanntesten Werken gehört bis heute die 1946 erstmals veröffentlichte Geschichte “Die Weihnachtsgans Auguste”. Auch die Langebrücker Schule trägt seinen Namen. Außerdem erinnert eine Gedenktafel an seinem früheren Wohnhaus Jakob- Weinheimer- / Ecke Albert-Richter-Straße an ihn.

Die Gartenstraße entstand 1934 als Planstraße B im Wohnviertel Heidehof. Zwischen 1935 und 1945 trug sie den Namen Maikowski- bzw. Hans-Maikowski-Straße. Hans Maikowski (1908-1933) war Führer einer SA-Sturmabteilung in Berlin- Charlottenburg und wurde am 31. Januar 1933, dem Tag der nationalsozialistischen Machtübernahme, unter ungeklärten Umständen erschossen. Während der Nazizeit galt er ähnlich wie Horst Wessel als “Märtyrer”. Unmittelbar nach Kriegsende 1945 erfolgte die Umbenennung in Gartenstraße.

Georg-Kühne-Straße

Die Georg-Kühne-Straße wurde 1993 im Wohngebiet Heidehof angelegt und erhielt in Würdigung der Verdienste des früheren Bürgermeisters Georg Kühne (1879-1965) ihren Namen. Kühne war ab 1913 Gemeindevorstand des Ortes und trug ab 1924 bis zu seiner Entlassung 1945 den Titel Bürgermeister. In seiner Amtszeit entstand u.a. das Wohngebiet Heidehof, der Bau einer Kläranlage und die Erweiterung des Waldbades. Maßgeblich setzte er sich für den Erhalt des Charakters Langebrücks als Urlaubs- und Erholungsort ein.

Die Gerhard-Hauptmann-Straße im Langebrücker Oberdorf erhielt 1897 nach dem im Jahr zuvor verstorbenen ehemaligen deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck den Namen Bismarckstraße. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die  Umbenennung nach dem Schriftsteller Gerhart Hauptmann (1862–1946). Hauptmann wurde durch seine Erzählungen und Dramen bekannt und verfasste wenige Tage nach dem Bombenangriff auf Dresden sein bekanntes Werk “Wer das Weinen verlernt hat ...”

Die Goethestraße und die benachbarte Schillerstraße entstanden kurz vor dem Ersten Weltkrieg und sind erstmals im Adressbuch von 1913 aufgeführt. Zeitgleich entstanden hier neue Wohnhäuser. Der Name erinnert an den deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832).

Der Grundweg verläuft in Verlängerung der Kirchstraße östlich des Roten Grabens und ist seit 1930 amtlich nachweisbar. Da der Weg zum Großteil in einem Geländeeinschnitt verläuft, erhielt er vermutlich seinen Namen.

Die Güterbahnhofstraße wurde im Jahr 1913 als Zufahrt zum Langebrücker Bahnhof angelegt. Hier befanden sich früher zahlreiche Gewerbebetriebe, die die Bahnverbindung nach Dresden und Radeberg als Transportweg nutzten.

Foto: Die Güterbahnhofstraße auf einer historischen Postkarte

Hauptstraße

Der Heideweg befindet sich im Langebrücker Ortsteil Heidehof und dient als Zufahrt in ein Anfang der 1990er Jahre entstandenes Wohngebiet. Seinen Namen verdankt er der Nähe zur Dresdner Heide.

Heinrich-Heine-Straße

Die Heinrich-Heine-Straße entstand Mitte der 1930er Jahre als Zufahrt in das neue Wohngebiet Heidehof und ist 1934 erstmals als Straße A im Adressbuch verzeichnet. Im Folgejahr wurde sie nach dem Nationalsozialisten Eugen Eichhorn (1906-1927) benannt. Eichhorn gehörte in den Zwanziger Jahren der SA-Ortsgruppe in Plauen/Vogtland an und wurde 1924 bei einer Auseinandersetzung zwischen Nazis und Kommunisten schwer verletzt. 1927 verstarb er an den Spätfolgen seiner Verletzung und wurde in der NS-Zeit als "Blutzeuge der Bewegung" verehrt. Bereits 1945 erfolgte die Umbenennung der Eugen-Eichhorn- in Heinrich-Heine-Straße. Namensgeber war der deutsche Dichter Heinrich Heine (1797-1856)

Herltstraße

Die kurze Herltstraße im Langebrücker Villenviertel erinnert an die frühere Gärtnerei Herlt, die sich an der Ecke Moritzstraße/ Blumenstraße befand und sich vor allem der Zucht von Koniferen widmete. Kurt Herlt war Ende des 19. Jahrhunderts an der Ausgestaltung vieler Villengärten beteiligt und bepflanzte auch den noch heute bestehenden Park am “Haus der Gemeinschaft”. Seine Wohnung hatte er in der um 1910 entstandenen Villa Herltstraße 2.

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Höntzschstraße

Die Höntzschstraße wurde Anfang des 20. Jahrhunderts angelegt und bis zum Ersten Weltkrieg mit Villen bebaut. Ihren Namen erhielt sie nach dem früheren Gemeindevorstand Friedrich August Höntzsch (1846-1921), der zwischen 1889 und 1913 amtierte und maßgeblich zum Aufschwung Langebrücks als Kur- und Erholungsort beitrug. 1906 entstand an der Ecke Höntzsch-/ Friedrich-August-Straße das erste Langebrücker Freibad, welches mit Eröffnung des Germaniabades 1912 jedoch wieder geschlossen wurde.

Hugo-Hickmann-Straße

Die Hugo-Hickmann-Straße wurde 2012 im Wohngebiet “An der Heide” angelegt und erinnert an den Politiker Hugo Hickmann (1877-1955), der bis 1933 als Abgeordneter der Deutschen Volkspartei dem Sächsischen Landtag angehörte. Außerdem war er ab 1926 Vizepräses der evangelisch-lutherischen Landessynode. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Hickmann zu den Mitbegründern der CDU in Sachsen und war bis zu seinem aus politischen Gründen erzwungenen Rücktritt erneut Landtagsabgeordneter und Abgeordneter der DDR-Volkskammer.

 

Jakob-Weinheimer-Straße

Die heutige Jakob-Weinheimer-Straße wurde um 1900 als Friedrich-August-Straße angelegt und mit Landhäusern bebaut. Markanteste dieser Villen ist die einst im Besitz des Schokoladenfabrikanten Riedel befindliche Nr. 22, die seit 1959 als Feierabendheim diente. Zu DDR-Zeiten wurde die Straße in Ernst-Thälmann-Straße umbenannt. 1990 erhielt sie den Namen des Malers und Grafikers Jakob Weinheimer. Weinheimer (1878-1962) lebte ab 1911 als freischaffender Maler in Langebrück und schuf neben Grafiken und Jugendstil-Ornamentik auch verschiedene Landschaftsbilder der Dresdner Heide.

Nr. 21: Am früheren Wohnhaus von Friedrich Wolf erinnert eine Gedenktafel an den Aufenthalt des Schriftstellers 1918-19 in Langebrück. Bereits 1916 war seine Frau mit der gemeinsamen Tochter Johanna in das Haus gezogen. Wolf übernahm 1918 die Leitung des im Kurhaus untergebrachten Hilfslazaretts und gehörte als Vertreter der USPD zeitweise dem Langebrücker Gemeinderat an. 1919 wurde sein Sohn Lucas Friedemann geboren. Nach Auflösung des Lazaretts verzog die Familie 1920 nach Remscheid.

Kirchstraße

Die parallel zur Hauptstraße des Unterdorfes führende Kirchstraße erhielt ihren Namen nach der bereits im 13. Jahrhundert entstandenen Dorfkirche.  Hier befinden sich auch die beiden ältesten Langebrücker Schulgebäude von 1755 und 1875 sowie die mittlerweile ebenfalls nicht mehr genutzte Schule von 1897. Historisch interessant ist das aus dem 18. Jahrhundert stammenden Pfarramt.

Foto: Blick vom Friedhof zum Pfarramt an der Kirchstraße

Klotzscher Straße

Die Klotzscher Straße ist Teil eines alten Verbindungsweges zwischen Dresden und den Herrensitzen von Seifersdorf und Wachau, der in der Nähe des Mühlteiches den Roten Graben überquerte. Diese Stelle war vermutlich Keimzelle des Dorfes Langebrück. Ab 1845 kreuzte der Weg die Eisenbahnstrecke nach Dresden, bevor 1916 von russischen Kriegsgefangenen die noch heute bestehende Brücke erbaut wurde. Nördlich der Straße befindet sich der Brauteich mit einer seit 1958 unter Naturschutz stehenden Eiche. Historisch interessant ist auch eine alte Wegsäule an der Ecke Klotzscher Straße / Hauptstraße.

 

Fotos: Wegsäule an der Klotzscher Straße - Blick zum Brauteich

Lessingstraße

An der nach dem deutschen Dichter Gottfried Ephraim Lessing (1729-1781) benannten Lessingstraße befand sich ab 1907 die gemeindeeigene Gasanstalt. Ursprünglich wurde die Straße deshalb auch Am Gaswerk genannt. Das Werk lieferte Steinkohlengas für die Straßenbeleuchtung und zur Versorgung der Wohnhäuser des Ortes. Erst im Dezember 1914 erhielten die ersten Gebäude Stromanschluss.

Moritzstraße

Die Moritzstraße wurde 1883 angelegt und im Anschluss bebaut. Die Erschließungskosten übernahm der Gutsbesitzer Carl Moritz Claus, der der Straße auch seinen Namen verlieh. Mit ihrer Anlage begann der Bau der Villenviertel südlich der Bahnlinie.

Foto: Blick in die Moritzstraße um 1900

Neulußheimer Straße

Die Neulußheimer Straße entstand erst nach 1990 im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Heidehofsiedlung westlich des Dorfkerns. Ihren Namen erhielt sie nach der bei Speyer gelegenen Partnergemeinde Langebrücks, Neulußheim.

Nicodéstraße

Die Nicodéstraße, vor 1945 Albertstraße genannt,  erinnert an den Pianisten, Komponisten und Dirigenten Jean Louis Nicodé (1853-1919). Er lebte ab 1900 bis zu seinem Tod am 5. Oktober 1919 in Langebrück und wurde auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt. Nicodé war als Klavierlehrer am königlichen Konservatorium in Dresden tätig und zugleich Leiter der Philharmonischen Konzerte.

Im August 2003 wurde aus Anlass seines 150. Geburtstages am früheren Wohnhaus (Nr. 11) eine Gedenktafel angebracht (Foto).

 

Radeberger Straße

An der Radeberger Straße, ehemals Carolastraße genannt, entstanden im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts einige für Langebrück bedeutende Einrichtungen. 1893 gründete der Arzt Dr. med. Lesovsky ein privates Sanatorium zur Behandlung von Herz-, Nerven- und Stoffwechselerkrankungen. Zu dieser Klinik gehörten mehrere Gebäude, eine Badeanstalt sowie Turn- und Tennisplätze.

Auch das Landhaus Carolastraße 3 (Foto) diente unter dem Namen “Waldhaus” einst als Erholungsheim. In einem dieser Gebäude war bis 1899 die von Pastor a. D. Pache 1888 gegründete Postgehilfenvorbereitungsanstalt zur Ausbildung angehender Postbeamter untergebracht. Heute nutzt ein Seniorenheim das Gebäude. Ein moderner Neubau wurde im Februar 1997 übergeben.

Rudolf-Trache-Straße

Die Rudolf-Trache-Straße wurde 2002 beim Bau eines neuen Wohngebietes im Ortsteil Heidehof angelegt und nach dem Maler Johann Friedrich Rudolf Trache (1866-1948) benannt. Trache lebte ab 1904 in Langebrück und schuf zahlreiche Gemälde, meist mit militärischen Motiven. Historisch bemerkenswert ist seine Bilderserie über die Uniformierung der sächsischen Armee.

Schaberschulstraße

Die Schaberschulstraße entstand nach 1990 im neu angelegten Wohnpark im Ortsteil Heidehof. Der Straßenname erinnert an die Langebrücker Malerfamilie Schaberschul. Sowohl Vater Wilhelm (1830-1903) als auch Sohn Max (1875-1940) sowie dessen Tochter Johanna (1903-1991) lebten viele Jahre im Ort und schufen zahlreiche Darstellungen der Umgebung. Max Schaberschul wurde auch als Karikaturist und Buchillustrator bekannt. Tochter Hanna Roth-Schaberschul gestaltete vor allem Kinderbücher.

Der Schillerplatz wurde nach der Jahrhundert im Zuge der weiteren Bebauung des Gebietes zwischen Badstraße und Liegauer Straße angelegt und gärtnerisch gestaltet. 1908 erhielt er, ebenso wie die von ihm abgehende Schillerstraße, den Namen des Dichters Friedrich Schiller (1759–1805).

Foto: Der Schillerplatz auf einer alten Ansicht um 1910

Schmiedegässchen

Als Schmiedegäßchen wird der kurze Verbindungsweg zwischen Hauptstraße und Kirchstraße im Unterdorf bezeichnet. Hier steht die alte Dorfschmiede, welche als erste Hufschmiede des Ortes bereits 1625 erwähnt wurde. Ab 1715 war sie Eigentum der Gemeinde. Als eines der wenigen Gebäude überstand sie auch den Dorfbrand von 1857 und blieb über viele Generationen im Familienbesitz. Hauptsächlich diente sie als Beschlagschmiede bzw. Reparaturbetrieb für Wagen und landwirtschaftliche Geräte. 1960 erfolgte ein Umbau der früheren Scheune zur Werkstatt für den bis heute hier ansässigen Metallbaubetrieb.

Seeligstraße

Die Seeligstraße im Wohngebiet Heidehof wurde 1935 angelegt und im Anschluss mit Siedlungshäusern bebaut. Ihren Namen verdankt sie dem Heimatforscher Theodor Seelig (1850-1904). Dieser kam 1883 als Postagent nach Langebrück und wohnte bis zu seinem Tode auf der Liegauer Straße 3. Seelig führte bis zu seinem Tode die Langebrücker Ortschronik und verfasste auch eine ortsgeschichtliche Monografie.

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Steinweg

Der am Rande der Dresdner Heide gelegene Steinweg ist seit 1922 Standort eines Kriegerdenkmals. Das Monument besteht aus einem wuchtigen Sandsteinsockel, auf dessen Deckplatte ein den Kopf erhebender brüllender Löwe liegt. Es wurde am 22. Oktober 1922 als Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges eingeweiht und 1993 restauriert. Am Sockel befinden sich die Inschrift: “Den gefallenen Söhnen Langebrücks” sowie vier Tafeln mit den Namen der 95 Opfer.

Stiehlerstraße

Die Stiehlerstraße erinnert an die alteingesessene Langebrücker Familie Stiehler. Diese war ab 1476 Besitzer des Lehnrichtergutes, dem die niedere Gerichtsbarkeit über Langebrück oblag und blieb ununterbrochen bis 1729 im Amt. Nach 1900 wurde die Straße mit Landhäusern bebaut. 1912 entstand hier auch das heute noch existierende Waldbad.

Foto: die Siedlung an der Stiehlerstraße in den 1920er Jahren

Taegerstraße

Nach 1990 wurde im Ortsteil Heidehof ein neues Wohngebiet angelegt. In diesem Zusammenhang entstand auch die Taegerstraße. Karl Hanns Taeger (1856-1937) war Lehrer für Landschaftsmalerei an der Dresdner Kunstakademie und wohnte ab 1894 in Langebrück auf der Bergerstraße. Hier schuf er verschiedene Gemälde, meist Motive aus der Dresdner Heide und dem Seifersdorfer Tal. Ein Teil davon war bis vor einigen Jahren in den Gasträumen der Hofewiese zu sehen.


 

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