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Die Albert-Richter-Straße bildet die Verlängerung des sogenannten Kannenhenkels, eines nach einem alten Wegzeichen benannten Heideweges zwischen Langebrück und Dresden-Neustadt. Ihren Namen erhielt sie nach dem Kunstmaler Albert Richter (1845-1898), der ab 1893 in Langebrück wohnte und zahlreiche Bilder mit Jagdszenen und Motiven aus der Dresdner Heide schuf. An Albert Richter erinnert auch ein Gedenkstein am Kannenhenkelweg. Die heutige Beethovenstraße wurde als Albertstraße Ende des 19. Jh. angelegt und mit villenartigen Landhäusern bebaut. Markantestes Gebäude ist die Villa “Edelweiß” (Nr. 14), die sich einst im Besitz des Gutsbesitzer Moritz Claus befand. Der nach 1945 eingeführte Straßenname erinnert an den bekannten deutschen Komponisten Ludwig van Beethoven (1770-1827). Die 1885 angelegte Bergerstraße verdankt ihren Namen dem früheren Langebrücker Mühlenbesitzer Carl Hermann Berger, der zwischen 1851 und 1889 das Amt des Ortsvorstehers ausübte. Während seiner Amtszeit begann die Erschließung der Villenviertel südlich des alten Dorfkerns. Im Wohnhaus Nr. 12 wohnte ab 1894 bis zu seinem Tod 1937 der Landschaftsmaler Karl Hanns Taeger, der zahlreiche Bilder der Langebrücker Umgebung schuf. 1996/97 entstand an der Bergerstraße eine kleine Wohnanlage mit 24 Sozialwohnungen.
Foto: Blick in die Bergerstraße um 1900
Im letzten Drittel des 19. Jh. entstanden an der Bruhmstraße repräsentative Villen und Landhäuser. Zu den Besitzern gehörte u. a. der Dresdner Fabrikant C. Hildebrandt (Eisengießerei Kelle & Hildebrandt), der für sich die Villa Sidonie (Nr. 13) erbauen ließ. Nach 1945 wurde dieses Gebäude als “Haus der Gemeinschaft” Sitz verschiedener Vereine. 1996/97 begann an der Bruhmstraße der Bau des Wohnkomplexes Forsthof. Neben Wohn- und Büroräumen befinden sich hier auch eine Sparkassenfiliale und mehrere Geschäfte. Zwei unter Denkmalschutz stehende Gebäude des ehemaligen Forstgutes wurden in das Areal einbezogen.
Die Dresdner Straße geht auf einen alten Verbindungsweg zwischen Klotzsche und Liegau-Augustusbad zurück. Erst 1815 wurde dieser zur Straße ausgebaut. Bereits 1740 hatte Revierförster Johann Georg Bruhm der Ältere den Weg mit Lindenbäumen bepflanzen lassen. Zu den ältesten Gebäuden gehörten die sogenannten Pikörhäuser (Nr. 5-7), die einst als Unterkunft für die Jagdknechte und ihre Hunde dienten. Auch ein Vorgängerbau des späteren Bahnhofshotels stand mit der Jagd in Verbindung, da hier der Vogelsteller wohnte. Historisch bedeutsam ist auch das Wohnhaus Dresdner Straße 30.
Der um 1895 mit städtischen Wohn- und Geschäftshäusern bebaute Vorplatz wurde früher als Dresdner Platz bezeichnet. Zwischen 1886 und 1899 befand sich in den Räumen der späteren Germania-Drogerie (Dresdner Straße 4) die Langebrücker Postfiliale, die im Anschluss in das neu errichtete Postamt (Nr. 17) verlegt wurde. “Hotel zur Post”: Das Gebäude (Dresdner Str. 9) wurde 1883 für den Gastwirt Moritz Claus erbaut und am 25. Dezember eröffnet. Neben den Gasträumen befand sich in dem Gebäude auch die erste Postfiliale des Ortes, die 1886 jedoch verlegt wurde. Danach diente das Haus nur noch als Gaststätte, die gern von Angehörigen des sächsischen Hofes besucht wurde. U.a. war diese Stammlokal des letzten Königs Friedrich August III., der oft in Langebrück weilte. 1945 wurde hier der Nicodéchor gegründet, der sich der Pflege der musikalischen Traditionen verschrieben hat. Die Forststraße erhielt ihren Namen nach dem hier befindlichen Langebrücker Forstamt. Dieses entstand im 17. Jh. als Forst- und Jagdhaus und wurde 1635 erstmals erwähnt. 1780/81 wurde das heutige Gebäude errichtet, welches neben den Dienst- und Wohnräumen des Revierförsters zugleich Unterkunftsräume für kurfürstliche Jagdgesellschaften besaß. Später als Königliches Forstamt genutzt, ist es heute Sitz der Revierförsterei Langebrück. Künftig ist in diesem Haus die Einrichtung eines kleinen Museums zur Dresdner Heide geplant. Neben dem Forsthaus erinnern am “Kreuzringel” sieben Friedenseichen an den Sieg Deutschlands im Deutsch- Französischen Krieg 1870/71. Diese wurden von Theodor Wilhelm Bruhm gepflanzt und mit einer Inschriftstafel versehen: “Große Männer, Euch zum Ruhme wachsen hier im Heiligtum deutschen Waldes Die Friedrich-Wolf-Straße, im Villenviertel gelegen, wurde nach dem Arzt und Schriftsteller Friedrich Wolf (1888-1953) benannt. Wolf war zwischen 1918 und 1920 als Chefarzt eines Kriegs-Reservelazaretts im Kurhaus tätig. Auch die Langebrücker Schule trägt seinen Namen. Außerdem erinnert eine Gedenktafel am früheren Wohnhaus Jakob-Weinheimer-/ Ecke Albert-Richter-Straße an den wohl bekanntesten Langebrücker Einwohner. Zu seinen bekanntesten Werken gehört bis heute die “Weihnachtsgans Auguste”. Die Georg-Kühne-Straße wurde 1993 im Wohngebiet Heidehof angelegt und erhielt in Würdigung der Verdienste des früheren Bürgermeisters Georg Kühne (1879-1965) ihren Namen. Kühne war ab 1913 Gemeindevorstand des Ortes und trug ab 1924 bis zu seiner Entlassung 1945 den Titel Bürgermeister. In seiner Amtszeit entstand u.a. das Wohngebiet Heidehof, der Bau einer Kläranlage und die Erweiterung des Waldbades. Maßgeblich setzte er sich für den Erhalt des Charakters Langebrücks als Urlaubs- und Erholungsort ein.
Die kurze Herltstraße im Langebrücker Villenviertel erinnert an die frühere Gärtnerei Herlt, die sich an der Ecke Moritzstraße/ Blumenstraße befand und sich vor allem der Zucht von Koniferen widmete. Kurt Herlt war Ende des 19. Jahrhunderts an der Ausgestaltung vieler Villengärten beteiligt und bepflanzte auch den noch heute bestehenden Park am “Haus der Gemeinschaft”. Seine Wohnung hatte er in der um 1910 entstandenen Villa Herltstraße 2. Die Höntzschstraße wurde Anfang des 20. Jahrhunderts angelegt und bis zum Ersten Weltkrieg mit Villen bebaut. Ihren Namen erhielt sie nach dem früheren Gemeindevorstand Friedrich August Höntzsch (1846-1921), der zwischen 1889 und 1913 amtierte und maßgeblich zum Aufschwung Langebrücks als Kur- und Erholungsort beitrug. 1906 entstand an der Ecke Höntzsch-/ Friedrich-August-Straße das erste Langebrücker Freibad, welches mit Eröffnung des Germaniabades 1912 jedoch wieder geschlossen wurde. Die heutige Jakob-Weinheimer-Straße wurde um 1900 als Friedrich-August-Straße angelegt und mit Landhäusern bebaut. Markanteste dieser Villen ist die einst im Besitz des Schokoladenfabrikanten Riedel befindliche Nr. 22, die seit 1959 als Feierabendheim diente. Zu DDR-Zeiten wurde die Straße in Ernst-Thälmann-Straße umbenannt. 1990 erhielt sie den Namen des Malers und Grafikers Jakob Weinheimer. Weinheimer (1878-1962) lebte ab 1911 als freischaffender Maler in Langebrück und schuf neben Grafiken und Jugendstil-Ornamentik auch verschiedene Landschaftsbilder der Dresdner Heide. Die parallel zur Hauptstraße des Unterdorfes führende Kirchstraße erhielt ihren Namen nach der bereits im 13. Jh. entstandenen Dorfkirche. Hier befinden sich auch die beiden ältesten Langebrücker Schulgebäude von 1755 und 1875 sowie die mittlerweile ebenfalls nicht mehr genutzte Schule von 1897.
Foto: Bauerngehöft an der Kirchstraße Die Klotzscher Straße ist Teil eines alten Verbindungsweges zwischen Dresden und den Herrensitzen von Seifersdorf und Wachau, der in der Nähe des Mühlteiches den Roten Graben überquerte. Diese Stelle war vermutlich Keimzelle des Dorfes Langebrück. Ab 1845 kreuzte der Weg die Eisenbahnstrecke nach Dresden, bevor 1916 von russischen Kriegsgefangenen die noch heute bestehende Brücke erbaut wurde. Nördlich der Straße befindet sich der Brauteich mit einer seit 1958 unter Naturschutz stehenden Eiche. An der nach dem deutschen Dichter Gottfried Ephraim Lessing (1729-1781) benannten Lessingstraße befand sich ab 1907 die gemeindeeigene Gasanstalt. Ursprünglich wurde die Straße deshalb auch Am Gaswerk genannt. Das Werk lieferte Steinkohlengas für die Straßenbeleuchtung und zur Versorgung der Wohnhäuser des Ortes. Erst im Dezember 1914 erhielten die ersten Gebäude Stromanschluss. Die Moritzstraße wurde 1883 angelegt und im Anschluss bebaut. Die Erschließungskosten übernahm der Gutsbesitzer Carl Moritz Claus, der der Straße auch seinen Namen verlieh. Mit ihrer Anlage begann der Bau der Villenviertel südlich der Bahnlinie. Die Neulußheimer Straße entstand erst nach 1990 im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Heidehofsiedlung westlich des Dorfkerns. Ihren Namen erhielt sie nach der bei Speyer gelegenen Partnergemeinde Langebrücks, Neulußheim.
Die Rudolf-Trache-Straße wurde 2002 beim Bau eines neuen Wohngebietes im Ortsteil Heidehof angelegt und nach dem Maler Johann Friedrich Rudolf Trache (1866-1948) benannt. Trache lebte ab 1904 in Langebrück und schuf zahlreiche Gemälde, meist mit militärischen Motiven. Historisch bemerkenswert ist seine Bilderserie über die Uniformierung der sächsischen Armee. Die Schaberschulstraße entstand nach 1990 im neu angelegten Wohnpark im Ortsteil Heidehof. Der Straßenname erinnert an die Langebrücker Malerfamilie Schaberschul. Sowohl Vater Wilhelm (1830-1903) als auch Sohn Max (1875-1940) sowie dessen Tochter Johanna (1903-1991) lebten viele Jahre im Ort und schufen zahlreiche Darstellungen der Umgebung. Max Schaberschul wurde auch als Karikaturist und Buchillustrator bekannt. Tochter Hanna Roth-Schaberschul gestaltete vor allem Kinderbücher. Als Schmiedegäßchen wird der kurze Verbindungsweg zwischen Hauptstraße und Kirchstraße im Unterdorf bezeichnet. Die erste Hufschmiede des Ortes wurde1625 erwähnt. Die Seeligstraße im Wohngebiet Heidehof wurde 1935 angelegt und im Anschluss mit Siedlungshäusern bebaut. Ihren Namen verdankt sie dem Heimatforscher Theodor Seelig (1850-1904). Dieser kam 1883 als Postagent nach Langebrück und wohnte bis zu seinem Tode auf der Liegauer Straße 3. Seelig führte bis zu seinem Tode die Langebrücker Ortschronik und verfasste auch eine ortsgeschichtliche Monografie. Der am Rande der Dresdner Heide gelegene Steinweg ist seit 1922 Standort eines Kriegerdenkmals. Das Monument besteht aus einem wuchtigen Sandsteinsockel, auf dessen Deckplatte ein den Kopf erhebender brüllender Löwe liegt. Es wurde am 22. Oktober 1922 als Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges eingeweiht und 1993 restauriert. Am Sockel befinden sich die Inschrift: “Den gefallenen Söhnen Langebrücks” sowie vier Tafeln mit den Namen der 95 Opfer. Die Stiehlerstraße erinnert an die alteingesessene Langebrücker Familie Stiehler. Diese war ab 1476 Besitzer des Lehnrichtergutes, dem die niedere Gerichtsbarkeit über Langebrück oblag und blieb ununterbrochen bis 1729 im Amt. Nach 1900 wurde die Straße mit Landhäusern bebaut. 1912 entstand hier auch das heute noch existierende Waldbad. Nach 1990 wurde im Ortsteil Heidehof ein neues Wohngebiet angelegt. In diesem Zusammenhang entstand auch die Taegerstraße. Karl Hanns Taeger (1856-1937) war Lehrer für Landschaftsmalerei an der Dresdner Kunstakademie und wohnte ab 1894 in Langebrück auf der Bergerstraße. Hier schuf er verschiedene Gemälde, meist Motive aus der Dresdner Heide und dem Seifersdorfer Tal. Ein Teil davon war bis vor einigen Jahren in den Gasträumen der Hofewiese zu sehen. |
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