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Die direkt zur Dresdner Heide führende Straße Am Bauernbusch erinnert an eine frühere Flurbezeichnung. Traditionell besaßen die Einwohner des Ortes das Recht, Teile des hiesigen Heidewaldes zum Holzeinschlag und zur Gewinnung von Heu zu nutzen. Ab 1870 entstanden auf dem Areal repräsentative Villen für wohlhabende Zuzügler, weshalb der Volksmund dem Weg den Namen “Millionengässchen” gab. Offiziell wurde die Straße bis 1926 Forststraße genannt.
Weitere Wohnhäuser entstanden bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Interessant ist das nach 1930 errichtete Haus Am Bauernbusch 22, an dessen Fassade sich Reliefs mit Darstellungen verschiedener Berufe befinden. 1991 setzte der Schriftsteller Martin Walser diesem Gebäude in seinem Roman “Die Verteidigung der Kindheit” ein literarisches Denkmal. In der gegenüber liegenden Villa Nr. 23 wohnte 1945/46 der Dresdner Oberbürgermeister Dr. Gustav Leißner. Der SPD-Politiker hatte das Amt am 1. Februar 1945 übernommen und übte dieses bis zur Kommunalwahl im Oktober 1946 aus. Während seiner Amtszeit begann der planmäßige Wiederaufbau der zerstörten Stadt. Die Bachmannstraße wurde 1904 als Seitenstraße der Bautzner Landstraße angelegt. Hier befand sich bis 1928 das von Paul Oswald Bachmann (1871-1923) gegründete Sanatorium , nach welchem die Straße ihren Namen erhielt. Aus diesem ging auch das seit 2006 geschlossene Bühlauer Freibad hervor.
Die heutige Eibauer Straße wurde 1893 als Trompeterstraße angelegt und verdankte ihren ursprünglichen Namen der gegenüberliegenden und noch bis heute existierenden Gaststätte “Trompeter”. Nach der Eingemeindung Bühlaus wurde sie 1926 in Bromberger Straße (Stadt in Westpreußen) umbenannt. Seit 1967 heißt sie nach einer Gemeinde in der Oberlausitz Eibauer Straße. Die Elisabethstraße, welche im Westen Bühlaus die Bautzner Landstraße mit der Grundstraße verbindet, erhielt ihren Namen nach der Unternehmersgattin Elisabeth Klemm. Deren Ehemann, der Kaufmann Alfred Klemm hatte die Straße Ende des 19. Jahrhunderts ausbauen lassen.
Die frühere Neidenburger Straße (bis 1926 Körnerstraße) erhielt 1967 ihren heutigen Namen nach der Webergemeinde Großschönau in der Oberlausitz. Das Straßenbild dominieren Ein- und Zweifamilienhäuser, die zwischen 1900 und 1940 entstanden. An der Einmündung des Heidemühlweges befindet sich das 1928 erbaute jüngste Bühlauer Forsthaus. Zu den früheren Bewohnern der Großschönauer Straße gehören der Schriftsteller Ludwig Renn (Nr. 30) und der Arbeiterfunktionär Otto Buchwitz (Nr. 21).
Fotos: Die Wohnhäuser von Otto Buchwitz (Nr. 21 - links) und Ludwig Renn (Nr. 30 - rechts) Die Straße wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Waldparkstraße angelegt. Nach der Eingemeindung Bühlaus erhielt sie 1926 den Namen Hegereiterstraße. Ein solcher war in Bühlau bereits ab 1720 eingesetzt. Im Auftrag des Kurfürsten oblag dem Hegereiter die Hege und Pflege des zugewiesenen Forstreviers und der hier lebenden Wildbestände. Sein Amtssitz befand sich im Bühlauer Forsthaus, dessen Geschichte sich bis 1596 zurückverfolgen lässt. Bekanntester Bühlauer Hegereiter war der Forstmeister Beckmann, der sich auch als Schriftsteller betätigte. Sein Sohn legte um 1800 eine forstkundliche Sammlung mit ausgestopften Tieren und verschiedenen Holzproben an. Am nördlichen Ende der Hegereiterstraße lag einst der Eingang zum Bühlauer Waldpark mit der 1907 errichteten Rodelbahn. Das für diese Bahn errichtete hölzerne Aussichtsgerüst musste 1935 wegen Baufälligkeit abgetragen werden. Das Landhaus Hegereiterstraße 10 war noch bis nach 1945 als Hotel und Restaurant “Prinz Friedrich August” in Betrieb.
Der kurze Hempelweg führt südlich des 299 m hohen Taubenbergs entlang und verbindet die hier gelegene kleine Wohnsiedlung mit der Quohrener Straße. Seinen Namen verdankt er einem Bauerngehöft, welches sich einst im Besitz der Familie Hempel befand. Die in der Nähe des Bühlauer Rathauses gelegene Kirschauer Straße erhielt 1967 ihren heutigen Namen nach dem Erholungsort Kirschau in der Oberlausitz. Zuvor wurde sie als Wiesenstraße
bzw. Lotzener Straße (ab 1926) bezeichnet. Von 1966 bis zu seinem Tod 1982 wohnte im Haus Nr. 8 der Maler und Graphiker Wilhelm Rudolph, der durch seine Federzeichnungen des
zerstörten Dresden bekannt wurde. Rudolph erhielt für seine Verdienste 1979 die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen. Die 1903 als Bismarckstraße angelegte und nach dem Ersten Weltkrieg nach der ostpreußischen Stadt Königsberger Straße benannte Straße erhielt 1961 den Namen Kaliningrader Straße. Das seit 1945 als Exklave zu Russland gehörende Königsberg hatte auf Weisung Stalins den Namen Kaliningrad erhalten. 1967 wurden auch die übrigen Namen ostpreußischer Herkunft von den Bühlauer Straßenschildern entfernt und durch politisch unverfängliche Bezeichnungen nach Orten in der Oberlausitz ersetzt. (siehe Übersicht) . Als einzige dieser Straßen erhielt die Königsberger Straße 1991 ihren alten Namen zurück. In diesem Teil Bühlaus sind bis heute verschiedene architektonisch interessante Gebäude erhalten geblieben. In einem der ältesten Häuser (Nr. 6) befindet sich seit 1945 der Sitz der traditionsreichen Firma Glas-Beier, die sich auf Glasmalerei und Bleiverglasungen spezialisiert hat. Gründer Oskar Beier war ab 1927 Präsident des deutschen Glasmalerverbandes. Später übernahm sein Sohn Oskar Fritz Beier den Betrieb. Von ihm stammen unter anderem die Glasfenster der Bethlehemkirche in Tolkewitz, der Lukaskirche, der Friedenskirche und verschiedener öffentlicher Gebäude. Sehenswert ist das kleine Werksmuseum mit Verkaufsausstellung. Ebenfalls kurz nach der Jahrhundertwende entstanden die Landhäuser Nr. 8 und 10 mit Jugendstilelementen. Ursprünglich befand sich im Haus Nr. 8 die Pension “Waldesruh”, in welchem u. Patienten des Lahmann-Sanatoriums wohnten
Fotos: Wohnhaus Königsberger Straße 8 (links) und Bleiglasfenster im Treppenhaus von Nr. 6
Alte und neue Bühlauer Straßennamen (Auswahl):
Der Langenauer Weg wurde im Zusammenhang mit der Bebauung zuvor landwirtschaftlich genutzter Flächen am Bühlauer Ortsrand angelegt und am 1. November 1933 offiziell benannt. Namensgeber war, einer Bühlauer Tradition folgend, eine Ortschaft in Ostpreußen (heute Leganow) in der Nähe von Deutsch-Eylau (Ilawa). An dem als reine Anliegerstraße geplanten Weg entstanden in der Folge Einfamilienhäuser. Zeitweise gab es hier auch einen kleinen Lebensmittelladen (Nr. 10) und eine Kohlenhandlung (Nr. 11). Einige kriegsbedingt verbliebene Baulücken konnten in den 80er und 90er Jahren durch moderne Doppelhäuser geschlossen werden. Der Name Nachtflügelweg geht auf eine alte Flurbezeichnung der Dresdner Heide zurück. Der Weg bildet den nördlichen Abschluss des ab 1894 entstandenen Villenviertels Neubühlau. Auf Anregung des Verschönerungsverein Bühlau wurde hier ab 1900 der Waldpark angelegt. Dieser besaß neben einem Konzertplatz auch eine Rodelbahn, Spazierwege und Ruheplätze. 1930/32 entstand auf dem Gelände ein Golfplatz. Leider verfiel die Anlage im Laufe der Zeit und ist heute nur noch in Resten erkennbar. 1951 wurde auf dem Gelände des Golfplatzes die Kleingartensparte “Bühlauer Waldgärten” angelegt.
1896 entstand hier die erste Bühlauer Kirche für die Evangelische Gemeinschaft, die heute von der Evangelisch-methodistischen Kirche genutzt wird. Nach der Eingemeindung Bühlaus erhielt die kurzzeitig auch Albertstraße genannte Straße ihren heutigen Namen Neubühlauer Straße. Foto: Neubühlauer Straße 11 Ebenso wie viele Bühlauer Straßen wechselte auch die am Rathaus von der Bautzner Landstraße abzweigende Neukircher Straße mehrfach ihren Namen. Ab 1903 zunächst Südstraße genannt, erhielt sie im Zusammenhang mit der Eingemeindung des Ortes 1926 den Namen Darkehmer Straße. 1937 wurde sie in Angerapper Straße umbenannt. Beide Bezeichnungen knüpften an die Bühlauer Tradition an, Straßen nach Orten in West- und Ostpreußen zu benennen. Um die politisch nicht gewünschte Erinnerung an die früheren deutschen Ostgebiete zu tilgen, beschloss der Stadtrat 1967, diese Bezeichnungen aufzuheben und durch Ortsnamen der Oberlausitz zu ersetzen. Neben der Neukircher Straße betraf das weitere Straßen, vor allem im Ortsteil Neubühlau (vgl. Übersicht im Anschluss an die Königsberger Straße) . Markantestes Gebäude ist das 1914/15 entstandene Feuerwehrdepot, welches früher auch als Kindergarten diente.
Nach 1990 wurde die Reitzendorfer Straße in nördlicher und westlicher Richtung verlängert und mit modernen Eigenheimen
bebaut. Beim Ausbau der Straße fand ein bereits 1933 an der Ecke zum Langenauer Weg aufgestellter Prellstein seinen neuen Platz am Straßenrand (im Bild unten links)
. Der Stein erhielt dabei eine Acrylplatte mit der lateinischen Inschrift “Finis Coronat Opus” (“Das Ende krönt das Werk”) und erinnert an das Gemeinschaftswerk der Siedler beim Bau dieser Bühlauer Straße. Die nach dem kleinen Ort Rossendorf, seit 1999 ebenfalls ein Stadtteil von Dresden, benannte Straße entstand 1929 im Zusammenhang mit der Wohnanlage am Taubenberg. Bis 1967 war sie als Kolberger Straße in den Stadtplänen verzeichnet. Hier errichtete der Spar- und Bauverein Bühlau und Umgebung mehrere Wohnhäuser, die vor allem an kinderreiche Familien vermietet wurden. Die Wohnanlage zwischen Quohrener und Bautzner Landstraße wurde in den letzten Jahren saniert und gehört heute zur WGS Aufbau Dresden-Ost e.G. Eine geplante Erweiterung des Wohngebietes wurde nach 1990 von einer Bürgerinitiative erfolgreich verhindert.
Foto: Die Wohnsiedlung an der Rossendorfer Straße
Die Ullersdorfer Straße verbindet Bühlau mit dem benachbarten Dorf Ullersdorf, welches heute als Ortsteil zu Radeberg gehört. Ursprünglich wurden die hier gelegenen Häuser als Amtsgemeinde Bühlau bezeichnet, da sie direkt dem Dresdner Amt unterstanden. Im 16. Jahrhundert kam im nördlichen Teil noch die Waldarbeitersiedlung Dürr-Bühlau hinzu. Bereits 1596 ist erstmals von der Einrichtung eines Forsthauses die Rede (Ullersdorfer Straße 1). Hier hatte seit 1622 der Revierförster von Bühlau seinen Amtssitz, weshalb das Gebäude auch Hegereiterhaus genannt wurde. Seit Aufgabe des Dienstsitzes im Jahr 1956 wird das Haus zu Wohnzwecken genutzt. An der Fassade des 2003 sanierten Forsthauses erinnert ein Relief mit der Inschrift “Helene” an die Mutter eines früheren Bewohners.
Im 19. Jahrhundert entstanden auch an der Ullersdorfer Straße verschiedene kleine Läden und Handwerksbetriebe. Außerdem gab es hier insgesamt drei Einkehrmöglichkeiten für Heidewanderer, von denen heute nur noch die 1880 eröffnete “Erholung” (Foto) geblieben ist. Die beliebte Zwergbaude (Nr. 2) wurde 1989, das “Bauernhäusel” (Nr. 36) bereits in der Nachkriegszeit geschlossen. Zwergbaude: Die kleine Einkehrstätte wurde 1927 an der Flurgrenze zwischen Bühlau und Weißig errichtet und bestand zunächst nur aus einer einfachen Holzhütte mit Ausschankmöglichkeit. Da sich diese schon bald großer Beliebtheit bei Ausflüglern erfreute, entschieden sich die Besitzer bereits drei Jahre später für einen größeren Neubau. Dieser diente bis zu seiner Schließung 1989 als Gaststätte und wird heute als Wohnhaus genutzt. Die Weißenberger Straße erhielt ihren heutigen Namen 1967 nach der durch die Pfefferkuchenherstellung bekannte Oberlausitzer Kleinstadt Weißenberg. Angelegt wurde sie 1903 als Loschwitzer Straße, wechselte jedoch mehrfach ihren Namen. Ab 1911 Schillerstraße genannt, folgte 1926 in Erinnerung an die Schlacht bei Tannenberg (Ostpreußen) die zweite Umbenennung in Tannenbergstraße. Politische Gründe führten 1945 zur Namensänderung in Braunsberger Straße, 1967 in Weißenberger Straße. Am 10. Juli 1949 entstand in der Villa Nr. 1 der erste Bühlauer Kindergarten. |
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