Straßen und Plätze in Bühlau

Am Bauernbusch

Die direkt zur Dresdner Heide führende Straße Am Bauernbusch erinnert an eine frühere Flurbezeichnung. Traditionell besaßen die Einwohner des Ortes das Recht, Teile des hiesigen Heidewaldes zum Holzeinschlag und zur Gewinnung von Heu zu nutzen. Ab 1870 entstanden auf dem Areal  repräsentative Villen für wohlhabende Zuzügler, weshalb der Volksmund dem Weg den Namen “Millionengässchen” gab. Offiziell wurde die Straße bis 1926 Forststraße genannt.

Zu den hier befindlichen Villen und Landhäusern gehört das Haus Am Bauernbusch 8, welches ab 1909 das Fremdenheim Winde beherbergte (Foto). Während des Ersten Weltkrieges wurde die Pension als Militär-Genesungsheim des Roten Kreuzes für verwundete Soldaten und Offiziere genutzt, ab 1921 wieder als Fremdenheim “Uhlenhorst”. Mit Rückgang der Gästezahlen musste dieses jedoch Mitte der Dreißiger Jahre geschlossen werden. Heute dient das Gebäude als Wohnhaus.

Weitere Wohnhäuser entstanden bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Interessant ist das nach 1930 errichtete Haus Am Bauernbusch 22, an dessen Fassade sich Reliefs mit Darstellungen verschiedener Berufe befinden. 1991 setzte der Schriftsteller Martin Walser diesem Gebäude in seinem Roman “Die Verteidigung der Kindheit” ein literarisches Denkmal. In der gegenüber liegenden Villa Nr. 23 wohnte 1945/46 der Dresdner Oberbürgermeister Dr. Gustav Leißner. Der SPD-Politiker hatte das Amt am 1. Februar 1945 übernommen und übte dieses bis zur Kommunalwahl im Oktober 1946 aus. Während seiner Amtszeit begann der planmäßige Wiederaufbau der zerstörten Stadt.

Bachmannstraße

Die Bachmannstraße wurde 1904 als Seitenstraße der Bautzner Landstraße angelegt. Hier befand sich bis 1928 das von Paul Oswald Bachmann (1871-1923) gegründete Sanatorium , nach dem die Privatstraße auf eigenen Wunsch hin ihren Namen erhielt. 1910 wurde sie auf Beschluss der Kreishauptmannschaft Dresden als öffentliche Straße anerkannt, 1913 jedoch wieder eingezogen. Grund für diese Entscheidung war, dass Bachmann an der Einfahrt einen Torbogen errichten ließ, der den öffentlichen Verkehr behinderte. Nach dem Konkurs des Sanatoriums wurde der Bogen wieder abgetragen und die Straße unter Beihaltung ihres Namens wieder zum öffentlichen Verkehrsweg. Zugleich diente sie als oberer Zugang des Bühlauer Freibades (heute Waldseilpark).

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Bautzner Landstraße

Der Straßenname Bühlauer Schützensteig erinnert an den früheren Bühlauer Schützenverein, der nach dem Ersten Weltkrieg hier ein Grundstück erworben hatte und als Schießplatz nutzte. Als Vereinshaus diente die Gaststätte „Zum Grünen Tal“ (Grundstraße 148), ab 1928 als „Bühlauer Schützenhaus“ bezeichnet. Am 13. September 1938 wurde der Weg offiziell Bühlauer Schützensteig benannt. Seit der Auflösung des Vereins 1945 dient das Gebäude als Wohnhaus.

Der Crostauer Weg verbindet die Wilthener Straße mit dem Gründelsteig und wurde erst am 2. November 1995 offiziell benannt. Mit der Benennung nach dem kleinen Ort Crostau, heute Ortsteil der Stadt Schirgiswalde-Kirschau, knüpfte man an die  1967 begonnene Tradition an, Bühlauer Straßen bevorzugt nach Orten in der Oberlausitz zu benennen.

Die heutige Cunewalder Straße entstand als Planstraße Q und wurde am 7. März 1935 nach einem ostpreußischen Ort  Marienwerder Straße genannt. Marienwerder war Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirkes in der Provinz Westpreußen und ist historisch eng mit dem Deutschen Orden verbunden. Da die deutschen Ostgebiete nach 1945 zu Polen gekommen waren, entschloss sich die Stadt Dresden, alle entsprechenden Straßennamen in Bühlau entsprechend zu ändern. In diesem Rahmen erhielt auch die Marienwerder Straße am 20. Januar 1967 ihren neuen Namen nach der Gemeinde Cunewalde in der Oberlausitz (Infos zu den Umbenennungen siehe Königsberger Straße).

Im Wohnhaus Marienwerder Straße 11 lebte ab 1950 die Schriftstellerin Annemarie Reinhard, die zahlreiche Romane und Kinderbücher verfasste. Verheiratet war sie mit dem Schriftsteller Götz Gode. 1956 wurde sie Mitglied des Vorstandes des DDR-Schriftstellerverbandes und war zeitweise Vorsitzende des Bezirksverbandes Dresden.

Eibauer Straße

Die heutige Eibauer Straße wurde 1893 als Trompeterstraße angelegt und verdankte ihren ursprünglichen Namen der gegenüberliegenden und noch bis heute existierenden Gaststätte “Trompeter” (Foto) . Zunächst führte sie nur bis zur Elisabethstraße, wurde 1898 jedoch verlängert. Da es im Stadtzentrum bereits eine Trompeterstraße gab, wurde sie nach der Eingemeindung Bühlaus 1926 in Bromberger Straße umbenannt. Bromberg war bis 1945 Hauptstadt eines Regierungsbezirks in der preußischen Provinz Posen und kam nach dem Zweiten Weltkrieg zu Polen. Seit dem 20. Januar 1967 heißt die frühere Bromberger Straße nach einer Gemeinde in der Oberlausitz Eibauer Straße.

Elisabethstraße

Die Elisabethstraße, welche im Westen Bühlaus die Bautzner Landstraße mit der Grundstraße verbindet, erhielt ihren Namen um 1870 nach der Unternehmersgattin Elisabeth Klemm. Deren Ehemann, der Kaufmann Alfred Klemm hatte die kleine Sackgasse Ende des 19. Jahrhunderts ausbauen und nach seiner Ehefrau benennen lassen. 1903 entstand ausgehend von der Grundstraße eine weitere Stichstraße, die nach ihrer Lage zunächst Bergstraße genannt wurde (Foto). Noch vor dem Ersten Weltkrieg  erfolgte eine Verbindung beider Abschnitte durch einen Fußweg, später durch eine ausgebaute Straße. Im Zusammenhang mit der Eingemeindung von Bühlau und Loschwitz erhielt diese am 1. Juni 1926 den einheitlichen Namen Elisabethstraße.

Die Erkmannsdorfer Straße befindet sich im oberen Teil des Bühlauer Ortsteils Quohren und wurde am 26. September 1929 benannt. Erkmannsdorf ist ein kleiner Ort südlich von Radeberg, wird jedoch bereits seit 1560 zur besseren Unterscheidung in Groß- und Kleinerkmannsdorf aufgeteilt. Seit 1999 gehört die zuvor selbständige Gemeinde zu Radeberg.

Die Eschdorfer Straße zweigt im südlichen Teil des Bühlauer Ortsteils Quohren von der Quohrener Straße ab und entstand Ende der 1930er Jahre beim Bau einer neuen Wohnsiedlung. Seit dem 28. Januar 1939 trägt sie ihren Namen nach der Gemeinde Eschdorf im Schönfelder Hochland, welche seit 1999 ebenfalls ein Stadtteil von Dresden ist.

Die Gnaschwitzer Straße entstand 1938 und wurde am 13. September offiziell Dirschauer Straße benannt. Die Stadt Dirschau liegt im ehemaligen preußischen Regierungsbezirk Danzig an der Weichsel und gehört seit 1945 zu Polen (Tczew). Da die Erinnerung an die früheren deutschen Ostgebiete in der DDR nicht erwünscht war, entschloss man sich, die entsprechenden Straßennamen zu verändern. In diesem Zusammenhang erhielt auch die Dirschauer Straße am 20. Januar 1967 einen neuen Namen. Gnaschwitz liegt in der Nähe von Bautzen und gehört heute als Ortsteil zu Doberschau-Gaußig.

 

Großschönauer Straße

Die frühere Neidenburger Straße entstand 1903 und erhielt am 9. April 1903 auf Beschluss des Bühlauer Gemeinderates den Namen Körnerstraße. Um Verwechslungen mit der Körnerstraße in der Inneren Neustadt zu vermeiden, erfolgte am 1. Juni 1926 die Umbenennung nach der Stadt Neidenburg in der Nähe von Königsberg. Da man zu DDR-Zeiten die Benennung von Straßen nach Orten in den ehemaligen deutschen Ostgebieten für ungeeignet erhielt, erfolgte 1967 eine größere Umbenennungsaktion, von der mehrere Bühlauer Straßen betroffen waren. In diesen Zusammenhang erhielt die Neidenburger Straße am 20. Januar 1967 ihren heutigen Namen nach der Webergemeinde Großschönau in der Oberlausitz.

Das Straßenbild dominieren Ein- und Zweifamilienhäuser, die zwischen 1900 und 1940 entstanden. An der Einmündung des Heidemühlweges befindet sich das 1928 erbaute jüngste Bühlauer Forsthaus. Zu den früheren Bewohnern der Großschönauer Straße gehören der Schriftsteller Ludwig Renn, der Geodät und TH-Professor Reinhard Hugershoff (beide Nr. 30) und der Arbeiterfunktionär Otto Buchwitz (Nr. 21).

 

Fotos: Die Großschönauer Straße mit den Wohnhäusern von Otto Buchwitz (Nr. 21 - Mitte)
und Ludwig Renn (Nr. 30 - rechts)

Gründelsteig

Als Gründelsteig wird der von der Grundstraße aus ansteigende Fußweg zum Crostauer Weg bezeichnet. Am 6. Juni 1937 erhielt er nach seiner geografischen Lage in einem kleinen Taleinschnitt seinen heutigen Namen. Im Wohnhaus Nr. 8 wohnte viele Jahre der Verkehrswissenschaftler und Rektor der Hochschule für Verkehrswesen Prof. Dr. Gerhard Rehbein.

Grundstraße

Hainewalder Straße

1897 beschloss der Bühlauer Gemeinderat den Bau von zwei neuen Straßen, im Projekt als Planstraßen A und B bezeichnet. Antragsteller war der Grundstücksbesitzer Ernst Robert Kunath, der das Gebiet für eine Bebauung erschließen wollte. Um 1900 erhielt die Planstraße B offiziell den Namen Mittelstraße. Da es nach der Eingemeindung Bühlaus in Dresden bereits eine Mittelstraße in der Wilsdruffer Vorstadt gab, benannte man die Bühlauer Mittelstraße am 1. Juni 1926 in Tilsiter Straße um. Tilsit ist eine Stadt im früheren ostpreußischen Regierungsbezirk Gumbinnen in der Nähe der Grenze zu Litauen.

Da man die Namensgebung vieler Bühlauer Straßen nach Orten in den ehemaligen deutschen Ostgebieten als nicht mehr zeitgemäß betrachtete, gab es 1967 eine große Umbenennungsaktion. In diesem Zusammenhang erhielt die Tilsiter Straße am 20. Januar 1967 nach der Gemeinde Hainewalde bei Zittau den Namen Hainewalder Straße.

Hegereiterstraße

Die Straße wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Waldparkstraße angelegt und ist 1897 erstmals im Adressbuch zu finden. Nach der Eingemeindung Bühlaus erhielt sie 1926 den Namen Hegereiterstraße. Ein solcher war in Bühlau bereits ab 1720 eingesetzt. Im Auftrag des Kurfürsten oblag dem Hegereiter die Hege und Pflege des zugewiesenen Forstreviers und der hier lebenden Wildbestände. Sein Amtssitz befand sich im Bühlauer Forsthaus, dessen Geschichte sich bis 1596 zurückverfolgen lässt. Bekanntester Bühlauer Hegereiter war der Forstmeister Beckmann, der sich auch als Schriftsteller betätigte. Sein Sohn legte um 1800 eine forstkundliche Sammlung mit ausgestopften Tieren und verschiedenen Holzproben an.

Am nördlichen Ende der Hegereiterstraße lag einst der Eingang zum Bühlauer Waldpark mit der 1907 errichteten Rodelbahn. Das für diese Bahn errichtete hölzerne Aussichtsgerüst musste 1935 wegen Baufälligkeit abgetragen werden. Das Landhaus Hegereiterstraße 10 war noch bis nach 1945 als Hotel und Restaurant “Prinz Friedrich August” in Betrieb (Foto). Ein weiteres Erholungsheim befand sich früher in der Nr. 20. Das Heim gehörte zum Ehrlichschen Gestift, einer von einem Dresdner Ratsherren gestiftete Bildungseinrichtung, die sich bis 1945 am heutigen Straßburger Platz befand.

Ruheheim Bühlau: Das Heim entstand als Seniorenwohnheim an der Hegereiterstraße 6 und wurde am 21. November 1931 eröffnet. Bis 1945 wurde es von einem gemeinnützigen Verein betrieben und ging dann in den Besitz der Inneren Mission über. Bedingt durch die Not der Nachkriegszeit mussten die ursprünglich großzügig angelegten Wohn- und Gemeinschaftsräume in kleine Zimmer aufgeteilt werden. 1955 erwarb die Innere Mission das Wohnhaus Königsberger Straße 46 und schloss es als Haus 2 dem Heim an. Ein weiteres Gebäude kam 1978 hinzu. Das seit den 1980er Jahren schrittweise modernisierte Altersheim wurde 1990 vom Diakonischen Werk - Stadtmission Dresden e.V. übernommen. 2001 entstand ein moderner Ergänzungsbau an der Ecke Königsberger/ Hegereiterstraße (Foto).

Heidemühlweg

Der früher auch als Haidemühlweg bzw. Haidemühlenweg bezeichnete Heidemühlweg ist erstmals 1841 erwähnt und seit 1897 offiziell im Adressbuch verzeichnet. Sein Name erinnert an die inmitten der Dresdner Heide gelegene Heidemühle, die in Verlängerung des Weges über den "Zweienweg" erreichbar ist. Zunächst existierte der Heidemühlweg nur innerhalb eines Wohngebietes an der heutigen Großschönauer Straße, wurde jedoch 1901 bis zur Ullersdorfer Straße und später bis zur Bautzner Landstraße verlängert.

Hempelweg

Der kurze Hempelweg führt südlich des 299 m hohen Taubenbergs entlang und verbindet die hier gelegene kleine Wohnsiedlung mit der Quohrener Straße. Seinen Namen verdankt er einem Bauerngehöft, welches sich einst im Besitz der Familie Hempel befand. Amtlich benannt ist er jedoch erst seit dem 2. November 1995.

Kirschauer Straße

Die in der Nähe des Bühlauer Rathauses gelegene Kirschauer Straße erhielt 1967 ihren heutigen Namen nach dem Erholungsort Kirschau in der Oberlausitz. Zuvor wurde sie als Wiesenstraße bzw. Lotzener Straße (ab 1926) bezeichnet. Von 1966 bis zu seinem Tod 1982 wohnte im Haus Nr. 8 der Maler und Graphiker Wilhelm Rudolph, der durch seine Federzeichnungen des zerstörten Dresden bekannt wurde. Rudolph erhielt für seine Verdienste 1979 die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen.

Königsberger Straße

Die 1903 als Bismarckstraße angelegte und nach dem Ersten Weltkrieg nach der ostpreußischen Stadt Königsberger Straße benannte Straße erhielt 1961 den Namen Kaliningrader Straße. Das seit 1945 als Exklave zu Russland gehörende Königsberg hatte auf Weisung Stalins den Namen Kaliningrad erhalten. 1967 wurden auch die übrigen Namen ostpreußischer Herkunft von den Bühlauer Straßenschildern entfernt und durch politisch unverfängliche Bezeichnungen nach Orten in der Oberlausitz ersetzt. (siehe Übersicht). Als einzige dieser Straßen erhielt die Königsberger Straße 1991 ihren alten Namen zurück.

In diesem Teil Bühlaus sind bis heute verschiedene architektonisch interessante Gebäude erhalten geblieben. In einem der ältesten Häuser (Nr. 6) befindet sich seit 1945 der Sitz der traditionsreichen Firma Glas-Beier, die sich auf Glasmalerei und Bleiverglasungen spezialisiert hat. Gründer Oskar Beier war ab 1927 Präsident des deutschen Glasmalerverbandes. Später übernahm sein Sohn Oskar Fritz Beier den Betrieb. Von ihm stammen unter anderem die Glasfenster der Bethlehemkirche in Tolkewitz, der Lukaskirche, der Friedenskirche und verschiedener öffentlicher Gebäude. Sehenswert ist das kleine Werksmuseum mit Verkaufsausstellung. Ebenfalls kurz nach der Jahrhundertwende entstanden die Landhäuser Nr. 8 und 10 mit Jugendstilelementen. Ursprünglich befand sich im Haus Nr. 8 die Pension “Waldesruh”, in welchem u. Patienten des Lahmann-Sanatoriums wohnten

 

Fotos: Wohnhaus Königsberger Straße 8 (links) und Bleiglasfenster im Treppenhaus von Nr. 6

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden weitere Wohngebäude an der Königsberger Straße und ihren Nebenstraßen errichtet. Bemerkenswert sind die Villen Nr. 18, 1929 im Bauhausstil erbaut, sowie das benachbarte Wohnhaus Königsberger Straße 22 (Foto). Dieses wurde 1925 für die große Jahresschau “Deutsche Arbeit” von einer fränkischen Holzhausfirma angefertigt und später von einem Bühlauer Einwohner erworben und umgesetzt. Leider gingen Teile der Fassade 1945 bei einem Bombenangriff verloren. Im Haus Nr. 41 lebte bis zu seinem Tod 1990 der Opernsänger Rudolf Dittrich, Ehrenmitglied der Staatsoper, dessen Grab auf dem Bühlauer Friedhof zu finden ist.
 

Alte und neue Bühlauer Straßennamen (Auswahl):

aktueller Name (ab 1967)

alter Name (bis 1967)

ursprünglicher Name
 (vor 1926)

Cunewalder Straße

Marienwerder Straße (ab 1935)

-

Gnaschwitzer Straße

Dirschauer Straße (ab 1938)

-

Hainewalder Straße

Tilsiter Straße (ab 1926)

Mittelstraße (ab 1900)

Leppersdorfer Straße

Elbinger Straße (ab 1931)

-

Liegauer Straße

Angerburger Straße (ab 1937)

-

Lomnitzer Straße

Ortelsburger Straße (ab 1929)

 

Lotzdorfer Straße

Gumbinner Straße (ab 1937)

-

Lückendorfer Straße

Johannesburger Straße (ab 1937)

-

Milkeler Straße

Memelstraße (ab 1926)

Goethestraße (ab 1914)

Neschwitzer Straße

Gilgenburger Straße (1937)

-

Neudecker Straße

Neudecker Straße (ab 1926)

-

Neugersdorfer Straße

Danziger Straße (ab 1926)

Grenzweg (ab 1903)

Olbersdorfer Straße

Marienburger Straße (ab 1926)

Querallee (ab 1914)

Oppacher Straße

Rigaer Straße (ab 1936)

-

Ostritzer Straße

Friedlandstraße (ab 1934)

Kurze Straße (ab 1903)

Oybiner Straße

Pillauer Straße
(bis 1945 Ostmarkstraße)

-

Sohlander Straße

Graudenzer Straße (ab 1938)

-

Taubenheimer Straße

Lycker Straße (ab 1935)

-

Wachauer Straße

Insterburger Straße (ab 1933)

-

Wehrsdorfer Straße

Allensteiner Straße (ab 1925)

-

Wetroer Straße

Thorner Straße (ab 1926)

Theresienstraße (ab 1897)

Wilthener Straße

Posener Straße (ab 1926)

Feldstraße (ab 1903)

Langenauer Weg

Der Langenauer Weg wurde im Zusammenhang mit der Bebauung zuvor landwirtschaftlich genutzter Flächen am Bühlauer Ortsrand angelegt und am 1. November 1933 offiziell benannt. Namensgeber war, einer Bühlauer Tradition folgend, eine Ortschaft in Ostpreußen (heute Leganow) in der Nähe von Deutsch-Eylau (Ilawa). An dem als reine Anliegerstraße geplanten Weg entstanden in der Folge Einfamilienhäuser. Zeitweise gab es hier auch einen kleinen Lebensmittelladen (Nr. 10) und eine Kohlenhandlung (Nr. 11). Einige kriegsbedingt verbliebene Baulücken konnten in den 1980er und 1990er Jahren durch moderne Doppelhäuser geschlossen werden.

Nr. 1: Das in den 1930er errichtete Wohnhaus befand sich einst im Besitz der Familie Vollmann. Die Jugendzeit von Tochter Helga Vollmann und eines Freundes der Familie, des Zahnarztsohnes Martin Ranft, verarbeitete der Schriftsteller Martin Walser in seinem Roman “Die Verteidigung der Kindheit” und dokumentierte damit zugleich ein Stück Dresdner Nachkriegsgeschichte. Nach dem Tod von Helga Vollmann stand das Haus viele Jahre leer und wurde 2012 saniert.

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Nachtflügelweg

Der Name Nachtflügelweg geht auf eine alte Flurbezeichnung der Dresdner Heide zurück. Der Weg bildet den nördlichen Abschluss des ab 1894 entstandenen Villenviertels Neubühlau. Auf Anregung des Verschönerungsverein Bühlau wurde hier ab 1900 der Waldpark angelegt (Foto). Dieser besaß neben einem Konzertplatz auch eine Rodelbahn, Spazierwege und Ruheplätze. 1930/32 entstand auf dem Gelände ein Golfplatz. Leider verfiel die Anlage im Laufe der Zeit und ist heute nur noch in Resten erkennbar. 1951 wurde auf dem Gelände des Golfplatzes die Kleingartensparte “Bühlauer Waldgärten” angelegt.

Neubühlauer Straße

Die Neubühlauer Straße wurde 1897 als König-Albert-Allee angelegt und in den folgenden Jahren mit villenartigen Wohnhäusern bebaut. Initiator des neuen Stadtviertels war Reinhold Ulbricht, der 1894 das Gelände erwarb und durch ein Straßennetz erschließen ließ.

1896 entstand hier die erste Bühlauer Kirche für die Evangelische Gemeinschaft, die heute von der Evangelisch-methodistischen Kirche genutzt wird. Nach der Eingemeindung Bühlaus erhielt  die kurzzeitig auch Albertstraße genannte Straße ihren heutigen Namen Neubühlauer Straße.

 

Foto: Neubühlauer Straße 11

Neukircher Straße

Ebenso wie viele Bühlauer Straßen wechselte auch die am Rathaus von der Bautzner Landstraße abzweigende Neukircher Straße mehrfach ihren Namen. Ab 1903 zunächst Südstraße genannt, erhielt sie im Zusammenhang mit der Eingemeindung des Ortes 1926 den Namen Darkehmer Straße. 1937 wurde sie in Angerapper Straße umbenannt. Beide Bezeichnungen knüpften an die Bühlauer Tradition an, Straßen nach Orten in West- und Ostpreußen zu benennen. Um die politisch nicht gewünschte Erinnerung an die früheren deutschen Ostgebiete zu tilgen, beschloss der Stadtrat 1967, diese Bezeichnungen aufzuheben und durch Ortsnamen der Oberlausitz zu ersetzen. Neben der Neukircher Straße betraf das weitere Straßen, vor allem im Ortsteil Neubühlau (vgl. Übersicht im Anschluss an die Königsberger Straße). Markantestes Gebäude ist das 1914/15 entstandene Feuerwehrdepot, welches früher auch als Kindergarten diente. Seit 2013 gibt es eine Kita an der Neukircher Straße 20.

Quohrener Straße

Reitzendorfer Straße

Das Areal südlich des Taubenberges wurde noch bis nach dem Ersten Weltkrieg landwirtschaftlich genutzt. Erst 1932 bildete sich der Verein “Siedler-Selbsthilfe Bühlau e.V.”, der hier - ohne regulären Bebauungsplan - mit der Errichtung einer kleinen Wohnsiedlung begann. Die Häuser entstanden in einfachster Ausführung und befanden sich meist im Besitz gering verdienender Arbeiter und Angestellter (Foto). 1933 erhielt die zur Erschließung der Siedlung angelegte Straße nach dem benachbarten Ort Reitzendorf den Namen Reitzendorfer Straße. Bis zur Eingemeindung Schönfeld-Weißigs war das Areal höchster Punkt im Stadtgebiet.

Nach 1990 wurde die Reitzendorfer Straße in nördlicher und westlicher Richtung verlängert und mit modernen Eigenheimen bebaut. Beim Ausbau der Straße fand ein bereits 1933 an der Ecke zum Langenauer Weg aufgestellter Prellstein seinen neuen Platz am Straßenrand (im Bild unten links) . Der Stein erhielt dabei eine Acrylplatte mit der lateinischen Inschrift “Finis Coronat Opus” (“Das Ende krönt das Werk”) und erinnert an das Gemeinschaftswerk der Siedler beim Bau dieser Bühlauer Straße.

Rossendorfer Straße

Die nach dem kleinen Ort Rossendorf, seit 1999 ebenfalls ein Stadtteil von Dresden, benannte Straße entstand 1929 im Zusammenhang mit der Wohnanlage am Taubenberg. Bis 1967 war sie als Kolberger Straße in den Stadtplänen verzeichnet. Hier errichtete der Spar- und Bauverein Bühlau und Umgebung mehrere Wohnhäuser, die vor allem an kinderreiche Familien vermietet wurden. Die Wohnanlage zwischen Quohrener und Bautzner Landstraße wurde in den letzten Jahren saniert und gehört heute zur WGS Aufbau Dresden-Ost e.G. Eine geplante Erweiterung des Wohngebietes wurde nach 1990 von einer Bürgerinitiative erfolgreich verhindert.

Foto: Die Wohnsiedlung an der Rossendorfer Straße

Ullersdorfer Platz

Ullersdorfer Straße

Die Ullersdorfer Straße verbindet Bühlau mit dem benachbarten Dorf Ullersdorf, welches heute als Ortsteil zu Radeberg gehört. Ursprünglich wurden die hier gelegenen Häuser als Amtsgemeinde Bühlau bezeichnet, da sie direkt dem Dresdner Amt unterstanden. Im 16. Jahrhundert kam im nördlichen Teil noch die Waldarbeitersiedlung Dürr-Bühlau hinzu.

Bereits 1596 ist erstmals von der Einrichtung eines Forsthauses die Rede (Ullersdorfer Straße 1). Hier hatte seit 1622 der Revierförster von Bühlau seinen Amtssitz, weshalb das Gebäude auch Hegereiterhaus genannt wurde. Seit Aufgabe des Dienstsitzes im Jahr 1956 wird das Haus zu Wohnzwecken genutzt. An der Fassade des 2003 sanierten Forsthauses erinnert ein Relief mit der Inschrift “Helene” an die Mutter eines früheren Bewohners.

Im 19. Jahrhundert entstanden auch an der Ullersdorfer Straße verschiedene kleine Läden und Handwerksbetriebe. Außerdem gab es hier insgesamt drei Einkehrmöglichkeiten für Heidewanderer, von denen heute nur noch die 1880 eröffnete “Erholung” (Foto links) geblieben ist. Die beliebte Zwergbaude (Nr. 2) wurde 1989, das “Bauernhäusel” (Nr. 36) bereits in der Nachkriegszeit geschlossen.

Zwergbaude: Die kleine Einkehrstätte wurde 1927 an der Flurgrenze zwischen Bühlau und Weißig errichtet und bestand zunächst nur aus einer einfachen Holzhütte mit Ausschankmöglichkeit. Da sich diese schon bald großer Beliebtheit bei Ausflüglern erfreute, entschieden sich die Besitzer bereits drei Jahre später für einen größeren Neubau. Dieser diente bis zu seiner Schließung 1989 als Gaststätte und wird heute als Wohnhaus genutzt.

 


Fotos: Die Bühlauer Zwergbaude auf historischen Ansichtskarten

Weißenberger Straße

Die Weißenberger Straße erhielt ihren heutigen Namen 1967 nach der durch die Pfefferkuchenherstellung bekannte Oberlausitzer Kleinstadt Weißenberg. Angelegt wurde sie 1903 als Loschwitzer Straße, wechselte jedoch mehrfach ihren Namen. Ab 1911 Schillerstraße genannt, folgte 1926 in Erinnerung an die Schlacht bei Tannenberg (Ostpreußen) die zweite Umbenennung in Tannenbergstraße. Politische Gründe führten 1945 zur Namensänderung in Braunsberger Straße, 1967 in Weißenberger Straße. Am 10. Juli 1949 entstand in der Villa Nr. 1 der erste Bühlauer Kindergarten.


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