Heidemühle







 

Die spätere Ausflugsgaststätte Heidemühle ging aus einer alten Wassermühle im Prießnitzgrund hervor, welche bereits im 16. Jahrhundert entstand und sich in der Nähe der noch erhaltenen Mühlbrücke befand. 1540 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. 1641 erwarb der Ullersdorfer Revierförster Urban Tretzsch diese Mühle und verpachtete sie an den Weißiger Dorfmüller Georg Senff. Später wechselten mehrfach die Besitzer, zu denen Nachkommen Tretzschs und der Radeberger Stadtrichter Martin Hartitzsch gehörten. Im Zusammenhang mit dem Neubau der Radeberger Landstraße wurde der Standort aufgegeben und die Mühle an ihren heutigen Platz verlegt. Neben der Mühlbrücke erinnern heute noch der Mühlweg und die Mühlbrüche an diese Zusammenhänge.

1841 wurden die neuen Gebäude als Mahl-, Schneide- und Brettmühle errichtet. Nach dem Ausbau der Radeberger Straße zur Chaussee eröffnete Mühlenbesitzer Johann Samuel Hensel 1843 eine Gaststätte auf dem Mühlengrundstück, die als “Haidemühle”, volkstümlich auch “Zur schwarzen Gake” (Gake = Krähe), bekannt wurde und sich zum beliebten Ziel für Heidewanderer entwickelte. 1869 entstand ein kleiner Tanzpavillon für sommerliche Vergnügungen.

1880 brannte die Mühle, wahrscheinlich infolge von Brandstiftung, ab und wurde im Folgejahr durch einen Neubau im Schweizerstil ersetzt. Die Heidemühle diente nun vorrangig als Ausflugslokal und wurde mehrfach erweitert. 1930 entstand ein kleines Wildgehege an der Mühle. Außerdem existierte vor dem Zweiten Weltkrieg ein kleiner Teich zur Forellenzucht und eine Gartenhalle mit Bildern des Kunstmalers Fritz Kaltwasser.

Foto: Die Heidemühle in den 80er Jahren

Nach Kriegsende wurde die noch bestehende Sägemühle stillgelegt und die Heidemühle nur noch als Gaststätte genutzt. Nach mehrfachem Besitzerwechsel übernahmen die Volkseigenen Senftenberger Braunkohlenwerke das Areal und richteten hier ein Betriebsferienheim ein. Für dieses entstand 1969 auf den Fundamenten des alten Mühlengebäudes ein Bettenhaus sowie ein kleines Freibad. 1995 wurde die beliebte Ausflugsgaststätte geschlossen und wartet auf eine künftige Nutzung. 1998 wurde mit dem Umbau des 1892 entstandenen alten Pferdestalles auf der gegenüberliegenden Straßenseite begonnen, der heute als rustikale Schänke mit Biergarten dient. Ursprünglich befand sich hier eine Umspannstation für Postkutschen, später ein Stall für die im Forst eingesetzten Pferde.

 

Guido-Hammer-Gedenkstein: In der Nähe der Heidemühle befindet sich an der Gabelung des Gänsefußes und der Prießnitztalstraße ein Denkmal für den Maler und Schriftsteller Guido Hammer (1821-1898), der hier häufig zu Besuch war. Der Granitstein zeigt ein Porträtmedaillon Hammers sowie die Inschrift

“Dem trefflichen Schilderer des deutschen Waldes Guido Hammer gewidmet.
* 4. Februar 1821 - + 24. Januar 1898”

Hammer wurde vor allem durch seine Jagd- und Tierbilder bekannt und schuf auch zahlreiche Darstellungen der Dresdner Heide. Zeitweise arbeitete er auch als Autor und Illustrator für die Zeitschrift “Gartenlaube”. Sein Grab befindet sich auf dem St.-Pauli-Friedhof in der Leipziger Vorstadt.

 


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