Die Villa Dresdner Straße 149 entstand 1844 als Landhaus des Geheimen Rates Wolf Adolf August von Lüttichau, Generaldirektor der königlichen Kapelle und des Hoftheaters. 1864 erwarb Prinz Georg, Bruder des
späteren Königs Albert, das Gebäude und nutzte es als Sommersitz seiner Familie. Neben der Königlichen Villa kamen im Laufe der Jahre noch mehrere Nebengebäude hinzu: ein Wirtschaftsgebäude, ein Wohnhaus für die
Bediensteten, die Privatkapelle “Maria am Wege” und ein im Schweizerstil gestaltetes Haus am Hang. Die eigentliche Villa, ein dreigeschossiges schlichtes Landhaus mit Flachdach, wurde mit
Veranda und einem darüberliegenden Balkon im ersten Stock versehen. Die Räume des Hauses gruppieren sich um einen Lichthof und standen dem Prinzen und seinen engsten
Familienangehörigen zur Verfügung. Auf einem Nachbargrundstück entstand 1865 ein Wirtschaftsgebäude (Nr. 145), welches zugleich als Wohnung für Hofbedienstete und
Gäste diente. Verbunden waren diese Häuser durch eine Pergola.
Der Garten des Anwesens wurde unter aktiver Mitwirkung des botanisch interessierten Wettiners parkartig gestaltet und
mit einem zickzackförmigen Wegenetz versehen. 1877 ließ Georg die katholische Privatkapelle “Maria am Wege”
errichten. 1893 entstand nach Abbruch eines Vorgängerbaus ein weiteres Nebengebäude im Schweizerstil, welches Küche und zugleich Wohnsitz des Hofgärtners war (Nr. 147). Bereits zwei Jahre zuvor hatte Prinz Georg das im
Schweizerstil gestaltete Landhaus des Hofrats Friedrich Marks erworben, kurze Zeit später jedoch abreißen lassen. Bis zu seinem
Regierungsantritt 1902 nutzte Georg seinen Hosterwitzer Besitz in den Sommermonaten als Wohnhaus. Nach dessen Tod übernahm 1904 König Friedrich August III. das Anwesen und überließ es seiner Schwester Mathilde.
Nach Abdankung der Wettiner im Zuge der Novemberrevolution übersiedelte Mathilde 1919 ganz nach Hosterwitz und
bewohnte die Villa bis zu ihrem Tod 1933. Hier ordnete sie den Nachlass ihrer Eltern und schuf einen Großteil ihrer bis
heute erhaltenen Zeichnungen und Aquarelle mit Darstellungen des Alltagslebens in Hosterwitz und Pillnitz. Die nach ihrem Tod zunächst leerstehende Villa wurde 1938 zum Wohnhaus umgebaut und vermietet. Weitere
Wohnungen entstanden im Nebengebäude und in den Räumen der früheren Hofküche. Nach dem Luftangriff fanden hier
ausgebombte Familien, nach 1945 auch Umsiedler ihr neues Zuhause. Seit 1947 befand sich die frühere Königliche Villa
im Staatsbesitz und wurde von der städtischen Wohnungsverwaltung vermietet. Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude sind trotz aller Umbauten bis heute erhalten geblieben, bedürfen jedoch einer Rekonstruktion. |