Dresdner Straße


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Die Dresdner Straße verbindet parallel zur Pillnitzer Landstraße die Stadtteile Hosterwitz und Pillnitz. Die ersten Gebäude entstanden im 17. Jahrhundert. als Häusleranwesen an der Einmündung des Keppgrundes. Weitere Häuser wurden im 19. Jahrhundert errichtet, als sich Hosterwitz zur Sommerfrische entwickelte. In diesem Zusammenhang wurde 1879 eine neue Brücke über den Keppbach gebaut, welche 2002 durch einen Neubau ersetzt werden musste.

Am Abzweig der Copitzer Straße in Pillnitz steht eine historische Wegsäule, die den Weg nach Malschendorf und Krieschendorf weist. Am 2. März 1945 trafen bei einem der letzten Luftangriffe auf Dresden einige Bomben Hosterwitzer Wohngebäude und richteten. Diesem Angriff fiel u.a. das Haus Dresdner Straße 51 zum Opfer.

Im Winzerhaus Dresdner Straße 44 verbrachte Carl Maria von Weber 1818 bis 1824 die Sommermonate (heute Gedenkstätte). In Pillnitz wurde 2001 eine interessante Holzhausanlage durch die Bauherrengemeinschaft “Nestwerk Pillnitz” errichtet. Die nach streng ökologischen Prinzipien gebauten Einfamilienhäuser wurden vom Architektenbüro Reiter & Rentzsch entworfen und mit dem “Innovationspreis Holzbau” ausgezeichnet (Foto).

 

Einzelne Gebäude:

Nr. 2: Das Gebäude wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und war ab 1907 Wohnsitz der Familie Rosenlöcher. Vater Curt und Sohn Hans waren früher bekannte Radrennfahrer und betrieben im Haus eine Fahrradwerkstatt, später eine Tankstelle. Curt Rosenlöcher war zeitweise Erster der Weltrangliste der Profirennfahrer und ein Radsportidol der 20er Jahre. Das Gebäude wurde 1945 durch eine Bombe beschädigt, die erst 1994 im Keller des Gebäudes entdeckt und entschärft wurde.

Gasthof “Zum Kronprinzen”: Die Gaststätte entstand aus dem früheren Hosterwitzer Dorfgasthof und wurde um 1900 zum Ballhaus mit großem Saal und Gästegarten umgestaltet. Nach Einstellung des Schankbetriebes1950 dienten die Räumlichkeiten noch als Konsum-Verkaufsstelle und Möbellager, bevor der baufällige Gebäudekomplex 1996 abgerissen wurde.

Nr. 36: In diesem Haus wohnte von 1903 bis zu seinem Tod am 21. Dezember 1907 der Porträtmaler Emil von Hartitzsch. Hartitzsch schuf Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Bildnisse von Vertretern des sächsischen Königshauses und  war auch an der künstlerischen Ausgestaltung der 800-Jahr-Feier des Hauses Wettin 1889 beteiligt. Sein Grab befindet sich auf dem Neuen Hosterwitzer Friedhof.

Haus Hoheneichen: Ursprünglich befand sich das Grundstück Dresdner Straße 73 im Besitz der Familie Angermann. Zu den häufigen Sommergästen gehörte die später als Malerin bekannt gewordene Paula Modersohn-Becker, die mit ihren Eltern mehrfach in der Villa weilte. Am 19. Juli 1886 kam es auf dem Grundstück zu einem tragischen Unfall, bei dem deren Cousine Cora Parizot beim Sturz in eine Sandgrube ums Leben kam.

Nach mehrfachem Besitzerwechsel erwarb nach dem Ersten Weltkrieg Prinzessin Maria Immaculata das Areal, die den Umbau des Hauses zu einer katholischen Einrichtung finanzierte. Am 13. Dezember 1921 wurde Haus Hoheneichen als Dresdner Ordensmission der Jesuiten eingeweiht. Zu den Aufgaben der Pater gehörten regelmäßige Exerzitien für Männer und die Seelsorge. 1941 wurde das Haus von den Nazis beschlagnahmt und bis 1945 als Heim der Hitlerjugend genutzt. Da Pater Otto Pies sich dieser Verfügung widersetzte, wurde er im KZ Dachau inhaftiert. Kurz nach Kriegsende erhielten die Jesuiten ihr Eigentum zurück. Nach Beseitigung der Kriegsschäden konnte Haus Hoheneichen wieder als Mission genutzt werden. 1954 entstand eine neue Kapelle, die von Max Lachnit ausgestaltet wurde. Eine umfassende Erneuerung erfolgte 1997/98.

Nr. 101: Das Haus entstand 1846 für den Hofmarschall Georg Rudolph von Gersdorff, der es bis 1863 als Sommersitz nutzte. Ab 1887 wohnte hier die aus Böhmen stammenden Glasbläserfamilie Blaschka, welche im Haus auch ihre Werkstatt einrichtete. Leopold Blaschka (1822-1895) war 1863 nach Dresden gekommen und produzierte zunächst an wechselnden Standorten in der Pirnaischen Vorstadt naturwissenschaftliche Lehrmittel und Glasaugen. Berühmt wurde er durch seine naturgetreuen Glas-Nachbildungen von Tieren und Pflanzen, die ab 1890 exklusiv im Auftrag der Harvard-Universität entstanden. Nach seinem Tod setzte Sohn Rudolf die Familientradition bis 1936 in Hosterwitz fort. Die umfangreiche Sammlung befindet sich bis heute im Bestand der Universität. Weitere Modelle sind in Großbritannien, Irland, Österreich, Belgien, den Niederlanden und in Berlin, Rostock, Gotha, Görlitz und Leipzig erhalten. In Hosterwitz ist künftig die Einrichtung einer kleinen Gedenkstätte geplant (Foto).

Die Glasblumen der Familie Blaschka befinden sich heute zum Großteil in der Sammlung der Harvard-Universität in Boston. Mehr darüber unter:

www.hmnh.harvard.edu/on_exhibit/the_glass_flowers.html

 

 

 

 

Königliche Villa: Das im 19. Jahrhundert entstandene Landhaus (Dresdner Straße 149) befand sich ab 1864 im Besitz der Wettiner und wurde von diesen bis 1918 als Sommerresidenz genutzt. Ab 1919 bewohnte bis 1933 die Schwester des letzten sächsischen Königs, Prinzessin Mathilde das Haus. Die botanisch interessierte Adlige ließ hier einen parkartigen Garten anlegen. Nach ihrem Tod 1933 wurde die Villa mit einigen Nebengebäuden zu Mietwohnungen umgebaut.

Katholische Kapelle “Maria am Wege”: Die Kapelle (Foto) entstand 1877 im neogotischen Stil als Privatkapelle der Wettiner auf Initiative des Prinzen Georg. Architekt des Gebäudes war der österreichische Ingenieur Joseph Rokita. Die Weihe des Gotteshauses mit dem offiziellen Namen “Maria Himmelfahrt” erfolgte am 15. August 1878. Zur Ausstattung gehören ein Altarbild “Maria mit Jesuskind” der Malerin Anna Maria Freiin von Oer sowie einige Wandbilder und Glasmalereien, die u.a. Mitglieder der königlichen Familie darstellen. Außerdem fanden einige Kunstwerke aus den Sammlungen der Wettiner Aufstellung.

 


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