Der Luisenhof wurde 1894/95 unmittelbar an der Bergstation der im gleichen Jahr fertig
gestellten Standseilbahn erbaut. Initiator war der Hofrat Prof. Paul Friedrich Reuter, der sich
von diesem Standort wegen des herrlichen Blicks über das Elbtal einen großen Gästestrom erhoffte. Die Bauausführung und Bewirtschaftung übernahm die Firma Friebel & Großmann
unter Leitung des Loschwitzer Bauunternehmers Ernst Heinrich Friebel. Als Namensgeber fungierte die damalige Kronprinzessin Luise von Toscana. Die im September 1895 eröffnete
Gaststätte entwickelte sich schnell zu einem der beliebtesten Dresdner Ausflugslokale und wurde auch als “Balkon Dresdens” bezeichnet. 1898 kaufte Friedrich August Reck das
Lokal und ließ es umbauen und erweitern. So entstand 1907 ein Podium für Konzerte, 1912 ein überdachter Musikpavillon. Ab 1920 war der Gasthof bis nach dem Zweiten Weltkrieg
im Besitz der Familie Voigt. 1928-30 erfolgte eine umfangreiche Erweiterung des Gebäudes.
Foto: Blick vom Blauen Wunder zum Luisenhof (Quelle: Luisenhof)
In diesem Zusammenhang erhielt der Luisenhof mehrere neue Terrassen, Gasträume und eine Tiefgarage. Die heute nicht mehr
geöffnete Garage war erste Katakombentiefgarage Europas und mit ihrem Autoaufzug ein Novum für die damalige Zeit. Nach Eröffnung des “Musiksaales”, einer Weinstube und einer Bar bot der Luisenhof Platz für bis zu
700 Personen. Deutliche Umsatzsteigerungen verbuchte die Familie Vogt auch durch die Aufnahme ihres Restaurants in
das Besichtigungsprogramm der Stadtrundfahrten. Der Küchentrakt entsprach modernsten Anforderungen und erhielt
1930 die erste elektrische Großkücheneinrichtung der Stadt. Hinzu kamen Kühlräume für Speisen und Getränke sowie ein separater Speisenaufzug für den internen Transport. Foto: Blick vom Körnerplatz zum Luisenhof um 1930 Auch während des Zweiten Weltkrieges und nach 1945 blieb der Luisenhof ein beliebtes Ziel der Bevölkerung und der
Besucher der Stadt. Einige Jahre wurde das Lokal treuhänderisch verwaltet, 1949 jedoch von der HO übernommen. Am 28. September 1956 kam es zu einem durch glimmende Zigarettenasche verursachten Brand, welcher das
Gebäude schwer beschädigte. Die Tochter der Gastwirtsfamilie, die bekannte Schwimmsportlerin Helga Voigt, kam dabei ums Leben. Nach dem Wiederaufbau blieb der Luisenhof bis zur Schließung 1992 Tanzgaststätte mit Bar und
Ausflugslokal. Nach Klärung der Eigentumsverhältnisse wurde das Lokal 1993 an einen privaten Investor verkauft. Ein erneuter
Eigentümerwechsel erfolgte 1996, woraufhin der neue Besitzer das traditionsreiche Gebäude ab 1997 komplett sanieren ließ. Unter Beachtung der Auflagen des Denkmalschutzes wurden die Innenräume im Anklang an den
Bauhausstil modern gestaltet und die Gaststätte am 10. August 1999 wieder eröffnet. In einigen Nebenräumen und der
früheren Garage entstanden Eigentumswohnungen. Leider musste der Luisenhof bereits zwei Jahre später Insolvenz
anmelden. Heute wird das Traditionslokal vom früheren Küchenchef geführt und gehört wieder zu den beliebtesten Gaststätten der Stadt. |