Kurbad Weißer Hirsch







 

Das Kurbad Weißer Hirsch wurde 1906 im Zentrum des Kurortes am Lahmannring 19 von Max Herfurt für den Kommerzienrat Bettenhausen erbaut. Zuvor befand sich hier ein Badehaus des aus der alten Gutswirtschaft hervorgegangenen Kurhauses “Weißer Hirsch”. Bettenhausen verpachtete das Haus noch vor dem Ersten Weltkrieg an die Brüder Theodor und Otto Crasselt, die hier ein privates Sanatorium einrichteten. Theodor Crasselt engagierte sich auch für den weiteren Ausbau des Kurortes und ließ u.a. die Tennisplätze am Kurpark anlegen. Außerdem bewirtschaftete er das Casino des Ortes und war Mitinitiator weiterer Sport- und Erholungseinrichtungen. In den Dreißiger Jahren verzog er nach Zinnwald.

Die Einrichtung war wegen der großen Auswahl verschiedenartiger Behandlungsmöglichkeiten und den zahlreich angebotenen Freizeitvergnügungen neben dem Lahmann-Sanatorium beliebtestes Kurbad am Weißen Hirsch und wurde deshalb auch von Prominenten gern besucht. Zu den Gästen gehörte in den Zwanziger Jahren u.a. der Flugzeugbauer Hugo Junkers. Außerdem war das Kurhaus zeitweise ein Treff der Dresdner Jockeyszene. Als Kurärzte wirkten hier auch Dr. Weidner und Dr. Wege, die später eigene Sanatorien eröffneten. Das Kurbad Weißer Hirsch wurde ab 1939 von den Nachfolgern Crasselts noch bis in die 50er Jahre betrieben. Später zog die Poliklinik Weißer Hirsch ein. Heute befindet sich in dem früheren Sanatoriumsgebäude ein Ärztehaus.

 


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