Gönnsdorf entstand vermutlich im 11./12. Jahrhundert durch fränkische Siedler als Waldhufendorf. Der Ort war später Sitz eines Rittergutes, welches sich ab 1878 im Besitz der Wettiner befand. Kirchlich
gehörte Gönnsdorf zur Weißiger Kirche. 1975 entstand am Ortsrand eine Außenstelle der Technischen Universität Dresden, die hier bis 2006 einen Astrographen zur astronomischen Beobachtung betrieb. Künftig soll das
Observatorium saniert und für private Interessenten geöffnet werden. 1994 schloss sich Gönnsdorf mit den anderen Hochlanddörfern zur Großgemeinde Schönfeld-Weißig zusammen und ist seit 1999 Ortsteil von Dresden. In den
letzten Jahren wurde am Zachengrund ein neues Wohngebiet mit Ein- und Zweifamilienhäusern errichtet. Gönnsdorfer Park: Der Landschaftspark wurde 1721 im Auftrag der
Reichsgräfin Agnes von Manteuffel angelegt. Diese hatte kurz zuvor das Gönnsdorfer Rittergut erworben und dieses um einen kleinen Barockpark erweitert. Sogar August der Starke soll hier gelegentlich zu Gast gewesen
sein. Für die Ausgestaltung kamen bedeutende Hofkünstler zum Einsatz, darunter der französische Bildhauer Francois Coudray, der als zentralen Mittelpunkt eine Brunnenschale mit Kelch schuf. Leider fielen wesentliche
Teile des Parks bereits nach 1750 fehlender Pflege sowie Kampfhandlungen im Siebenjährigen Krieg zum Opfer. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel übernahmen 1878 die Wettiner das Rittergut Gönnsdorf. Der Park wurde
nun zum englischen Garten, ohne jedoch seine barocke Grundstruktur völlig zu zerstören. 1933 bezog eine Führerschule der Hitlerjugend das Herrenhaus und baute dieses für ihre Zwecke um. Die Anlage des Parks
verwilderte während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Erst nach 1990 konnte mit der schrittweisen Sanierung des Gönnsdorfer Parks begonnen werden. U. a. wurde 2003 mit Hilfe der Murmann-Stiftung der Brunnen rekonstruiert.
Friedrich-August-Turm:
Der Aussichtsturm entstand 1896 nach Entwürfen des Baumeisters Arno Zschweigert und erhielt zu Ehren des damaligen Kronprinzen und späteren Königs Friedrich August III. den
Namen Friedrich-August-Turm. Mit 25 m Höhe bot er einen weiten Blick über die Hügellandschaft des Schönfelder Hochlandes und das Elbtal. Neben dem Turm befand
sich ein Gasthaus, welches gemeinsam mit dem Aussichtsturm bis 1945 beliebtes Ausflugsziel war. Die benachbarte Windmühle wurde um 1900 abgerissen. Diese war
bereits 1631 erstmals erwähnt worden und entstand nach ihrer Zerstörung in den Befreiungskriegen von 1813 neu. Am 7. Mai 1945 wurde der Friedrich-August-Turm von abrückenden SS-Verbänden gesprengt.
Gönnsdorfer Nachrichten 7. April 2011:
Bis Ende 2011 sollen im früheren Feuerwehrhaus Gönnsdorf eine Rettungswache für das Schönfelder Hochland und der örtliche Bauhof untergebracht werden. Geplant ist die Stationierung eines Rettungswagens mit zwei Sanitätern und einer 24-Stunden-Bereitschaft. Gegen das Vorhaben gibt es jedoch Bedenken von Anwohnern, welche Lärmbelästigungen durch die Fahrzeuge befürchten.
23. Februar 2011:
Die Gönnsdorfer Sternwarte soll einen neuen Internetauftritt erhalten. Derzeit überarbeiten die Mitglieder der Interessengemeinschaft die 2009 erstellte Homepage und wollen künftig u.a. auch elektronische Terminvereinbarungen für eine Besichtigung anbieten.
www.sternwarte-goennsdorf.de 26. Mai 2010:
Die Gönnsdorfer Sternwarte bekommt am 1. Juni sechs Teleskope übergeben, welche aus Spendenmitteln angeschafft wurden. Ab Oktober soll die Sternwarte wieder zweimal pro Woche geöffnet werden. Betreiber ist die IG Sternwarte Gönnsdorf, die auch die Sanierung der Sternwarte übernahm. Das Observatorium wurde früher von der TU Dresden genutzt.
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