Die Dorfkirche von Weißig entstand vermutlich um bereits um 1160 als Wehrkirche. 1235 wurde
sie erstmals erwähnt und gehörte zum Kirchenbezirk Radeberg. Unterstellt waren ihr neben Weißig auch die Orte Ullersdorf, Gönnsdorf und Pappritz. Bis zur Reformation war Weißig
zugleich Sitz eines Augustinerklosters. Aus der Frühzeit der Kirche ist bis heute noch der aus Feldsteinen gemauerte Kirchturm erhalten. Im Dreißigjährigen Krieg wurden Kirche und Pfarrhaus
schwer beschädigt, bald jedoch wieder aufgebaut (Foto). 1670 erhielt die Weißiger Kirche ihre erste Orgel, die vom Schulmeister Johann Christian Feller selbst entworfen und gebaut wurde.
1744 bedrohten preußische Husaren Ort und Kirche und planten, diese in Brand zu stecken. Nur dem Mut des Pfarrers Nietzsche und der Zahlung eines größeren Geldbetrages ist die Rettung der
Kirche zu verdanken. Ende des 18. Jh. machten sich größere Reparaturarbeiten an Turm und Kirchenschiff erforderlich. Trotz dieser Baumaßnahmen behielt der Bau jedoch bis zum Ende des 19. Jh. im Wesentlichen sein
überliefertes Aussehen. 1901 begann eine komplette Erneuerung des historischen Kirchenbaus nach Entwürfen von Woldemar Kandler. Trotz
einer Reihe von An- und Umbauten gelang es Kandler, das Bild der alten Dorfkirche zu bewahren und behutsam durch neue Architekturelemente zu ergänzen. Der Innenraum wurde in Anlehnung an den Jugendstil im Neobarockstil
gestaltet. Das in diesem Zusammenhang installierte neue Geläut musste bereits 1917 zu Kriegszwecken abgegeben
werden und wurde 1922 ersetzt. Im Inneren der Kirche befinden sich einige Jugendstilmalereien und ein Altarbild von
A. Diethe, welches 1901 entstand. Die im gleichen Jahr eingebaute Orgel wurde von der Firma Jehmlich geschaffen. 1945 war die Sprengung der Kirche durch abrückende Wehrmachtsverbände geplant, die jedoch durch das
Eingreifen eines Weißiger Bürgers verhindert werden konnte. 1971 und 1995 erfolgten größere Erneuerungsarbeiten. Neben der Kirche steht das sehenswerte Pfarrhaus von 1742.
Friedhof: Der Friedhof entstand kurz nach Entstehung der Kirche und wurde vermutlich um 1235
angelegt. Über seine frühe Geschichte gibt es nur wenige Hinweise. Ursprünglich erstreckte er sich als Kirchhof unmittelbar um die Kirche und wurde erst um 1920
erweitert. Bekannteste Persönlichkeit, die hier ihre letzte Ruhe fand, ist der sächs. General Hugo Senf von Pilsach, der 1903 verstarb. Sehenswert sind auch einige historische Grabsteine.
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