Das moderne Hallenbad an der Wurzener Straße 18 wurde 1927/28 als Volksbad
Pieschen von Stadtbaurat Paul Wolf errichtet und sollte Kernstück eines hier geplanten Sportkomplexes sein. Zuvor hatten bereits Pieschener Turnvereine auf dem Gelände
einen Sportplatz angelegt. Neben einem Schwimmbecken erhielt das neue Bad auch Wannenbäder, Massage- und Vortragsräume. Ziel war eine Verbesserung der
Lebensbedingungen in dem dichtbesiedelten Arbeitervorort, in dem nur wenige Wohnungen mit Badezimmern ausgestattet waren.
Die Architektur des Gebäudes orientierte sich an der kurz zuvor begonnenen Wohnsiedlung Hans Richters zwischen Wurzener und Rehefelder Straße. Als plastischer Schmuck weisen Reliefs mit Nixe und Neptun und dem Dresdner
Stadtwappen (von Gustav Ludwig Bach) auf die Nutzung des Städtischen Bades hin (Foto links oben). Trotz baulicher
Mängel war das Sachsenbad noch bis 1994 in Betrieb. Eine vorgesehene Sanierung scheiterte bislang an den hohen Kosten. Künftig wird auch eine kulturelle oder gewerbliche Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes erwogen.
Allerdings kamen 2005 alternative Pläne auf, das Haus zugunsten eines modernen Schwimmbadkomplexes abzureißen. Foto: Das Sachsenbad um 1930Zu den Kuriositäten der Nachkriegszeit gehört die zeitweise Nutzung des Sachsenbades als Dresdner Postscheckamt.
Nach Zerstörung der Hauptpost in der Innenstadt wurde das Postscheckamt am 1. September 1945 in dem unzerstörten Gebäude untergebracht und bestand hier bis zur Schließung 1947. |