Alttrachau ist Kern des ehemaligen Straßenangerdorfes. Um den Platz, an dem sich bis
1904 auch die beiden Dorfteiche befanden, gruppieren sich die verbliebenen Gehöfte. Die Ostseite wurde um 1900 mit städtischen Mietshäusern bebaut. Bis zur
Eingemeindung hieß der Platz mit der anschließenden Verbindungsstraße zur Eisenbahnunterführung Dorfplatz (heute Nr. 1-21) bzw. Hauptstraße (heute Nr. 23-58).
1920 wurde in einer kleinen Grünanlage ein Kriegerdenkmal für die Opfer des Ersten Weltkrieges aufgestellt, welches nach 1945 der Bilderstürmerei zum Opfer fiel und durch
einen Kinderspielplatz ersetzt wurde. Zwischen 1926 und 1930 entstand der Wohnkomplex Alttrachau - Tichatschekstraße - Guts-Muths-Straße durch die Baugenossenschaft für Handwerk, Handel und Gewerbe.
Zu den historischen Gebäuden im alten Dorfkern gehören die unter Denkmalschutz
stehenden Gehöfte Nr. 7 und 41. Im Haus Nr. 7 lebte der frühere Gemeindevorstand Carl Traugott Frantze. Eine Sandsteintafel am Giebel erinnert an den Dorfbrand vom 4.
November 1866, der acht Bauernhöfe mit ihren Scheunen zerstörte. Ursache des Feuers war Brandstiftung. Der Täter, ein aus dem Ort stammender Gutsbesitzer, wurde
später zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt. Bemerkenswert sind auch die Güter Nr. 17 mit einigen Hochwassermarken, Nr. 29 mit Laubengang sowie Nr. 13/15 mit einer alten
Grenzsäule von 1799. Das kleinste Haus (Alttrachau 3) war einst Wohnung des Gemeindehirten und trägt am Giebel die Inschrift “Klein aber mein”.
Ratskeller Trachau:
Das Gebäude Alttrachau 14 war einst Teil eines Bauerngehöftes, welches jedoch am 23. März 1888 mit Ausnahme des Wohnhauses bei einem Feuer zerstört wurde. Daraufhin beantragten dessen Besitzer, der
Schuhmacher August Hirrschoff und seine Ehefrau Amalie Auguste, eine Schankgenehmigung und eröffneten am 28. August 1890 im Erdgeschoss eine Gastwirtschaft. Die Räume in der oberen Etage wurden vom Gemeinderat als
Versammlungslokal genutzt, weshalb das Lokal den Namen “Trachauer Ratskeller” erhielt. Mit Bau des neuen Gemeindeamtes auf der Wilder-Mann-Straße verlor das Haus seine Funktion, existierte jedoch bis 2010 unter
wechselnden Besitzern als Gaststätte. Heute dient das Gebäude als Wohnhaus. Trobischhof:
Das Gut Alttrachau Nr. 41 wird auch als Trobischhof bezeichnet, da es seit 1870 im Besitz dieser Familie war. Johann Heinrich Trobisch war zeitweise Gemeindevorstand des Dorfes. Die Gebäude stammen von 1806 und 1886
und besitzen noch eine alte Weinlaube, eine Erinnerung an den früheren Weinbau in der Gegend. Nach erfolgter Sanierung wurde hier 1995 eine historische Gaststätte mit Pension eröffnet. Fotos: Alttrachauer Gaststätten - links der “Ratskeller”, rechts der Trobischhof |