Großzschachwitz entstand als slawische Siedlung und wurde 1350 erstmals als Schachwicz urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist von einem slawischen Personennamen (Dorf des Cach) abgeleitet. Erst nach 1791
setzte sich die Bezeichnung Großzschachwitz (zur Unterscheidung vom benachbarten Kleinzschachwitz) durch. Im Mittelalter besaßen verschiedene Adelsfamilien und Dresdner Bürger Güter in Zschachwitz. 1465 kam das Dorf in den Besitz der Familie Körbitz, die ihre Anteile 1513
an die Grafen von Bünau auf Weesenstein veräußerten. Bis zur Aufhebung der Grundherrschaft im 19. Jahrhundert blieben diese Verhältnisse bestehen. Im Gegensatz zu
Kleinzschachwitz blieb Großzschachwitz bis 1890 ein unbedeutendes kleines Bauerndorf, dessen Bewohner neben der Landwirtschaft auch Strohflechterei und Zwirnherstellung
betrieben. Außerdem bestand spätestens ab 1547 eine Wassermühle am Lockwitzbach, die 1906 der Straßenverbreiterung der Lockwitztalstraße zum Opfer fiel. Kirchlich unterstand der Ort der Parochie Dohna.
Im Zusammenhang mit der Industrialisierung entlang der 1846 eröffneten Sächsisch-Böhmischen Eisenbahn siedelten sich um 1900 auch in Großzschachwitz Arbeiterfamilien an, für die
einige neue Wohnhäuser außerhalb des Dorfkerns entstanden. 1897 schlossen sich Groß- und Kleinzschachwitz zu einer gemeinsamen Kirchgemeinde zusammen, nachdem
es 1836 bereits zur Bildung eines Schulverbandes zwischen beiden Gemeinden gekommen war. Diese Entwicklung setzte sich nach dem Ersten Weltkrieg fort. 1921 wurde der Nachbarort Meußlitz, ein Jahr später auch Sporbitz nach Großzschachwitz eingemeindet. Neue Wohnsiedlungen entstanden u. a. An der Aue, an der Bahnhofstraße
und der Schweizstraße. Zu den bedeutendsten Unternehmen auf Großzschachwitzer Flur gehörte die Firma Seck, später VEB Mühlenbau Dresden. 1950 wurde zur
Verbesserung der örtlichen Verkehrsverhältnisse ein bis heute als S-Bahn-Station genutzter Haltepunkt eingerichtet. Im gleichen Jahr kam der Ort am 1. Juli als Stadtteil zu
Dresden. Heute ist Großzschachwitz vor allem als Wohnvorort der Landeshauptstadt von Bedeutung. Eine neue Wohnsiedlung entstand zwischen 1979 und 1981 an der Försterlingstraße/ Rathener Straße (Foto)
. Heute gehören die 1996/99 sanierten Gebäude zur Wohnungsgenossenschaft “Aufbau” Dresden.
Schulen in Großzschachwitz: Großzschachwitz gründete 1836 mit dem benachbarten Kleinzschachwitz einen
gemeinsamen Schulverband. Fortan besuchten die wenigen Kinder des Dorfes die Schule des Nachbarortes. Erst im Zusammenhang mit dem Zuzug zahlreicher Arbeiterfamilien
wurde 1898 eine eigene Schule eingerichtet. Das Gebäude wird bis heute von der 92. Grundschule “An der Aue” genutzt.
Zwei weitere Schulen entstanden 1980 im Zusammenhang mit dem Neubaugebiet
Försterlingstraße. Zuletzt befand sich hier bis zur Schließung im Sommer 2007 das Gymnasium Großzschachwitz. Dessen
Gebäude sollen künftig von der Christlichen Schule Dresden genutzt werden. Im September 2007 wurde auf der Pirnaer Landstraße 191 Dresdens zweite Montessorischule “Kilaloma” mit integriertem Ganztagskonzept eröffnet.
Weiterführende Literatur und Quellen
Großzschachwitzer Nachrichten 13. Dezember 2011: Nach längerer Verzögerung soll nun an der Pirnaer Landstraße / Ecke Bahnhofstraße
doch ein neues Einkaufszentrum gebaut werden. Die bereits für mehrere Dresdner Stadtteilzentren verantwortliche Florana KG plant ein Park- und Geschäftshaus mit dem Namen „Forum
Großzschachwitz“ mit einem Supermarkt und mehreren kleineren Geschäften. Die Pläne sind jedoch unter den Anwohnern und Gewerbetreibenden umstritten, da sie die Verdrängung bereits
bestehender Läden und eine zunehmende Verkehrsbelastung befürchten. 23. März 2011: Bis zum Sommer werden am Lockwitzbach und am Maltengraben Ausbauarbeiten erfolgen.
Dabei wird der Maltengraben tiefer gelegt und eine Flutmulde für den Lockwitzbach geschaffen. Zuvor hatten an dieser Stelle Arbeiterunterkünfte des VEB Elektromaschinenbau gestanden. Die
Maßnahmen sollen künftig dafür sorgen, dass es bei starken Regenfällen nicht mehr zu Überschwemmungen kommt. Bei Niedrigwasser wird die parkartig gestaltete Mulde öffentlich zugänglich sein.
Vorgesehen sind deshalb zwei Brücken über Lockwitzbach und Maltengraben. |
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