Der Rothermundtpark geht auf das frühere Landhaus des russischen Kaufmannes Julius Ludwig
Rothermundt zurück. Rothermundt, gebürtiger Russe und Inhaber mehrerer Fabriken, besaß im benachbarten Blasewitz eine repräsentative Villa und erwarb um 1875 die zuletzt als Gasthaus “Grüne Wiese” genutzte Grunaer Schmiede. Nach Abriss dieses Gebäudes ließ er sich auf dem
Grundstück ein auch als “Parkhaus” bezeichnetes schlossartiges Landhaus errichten. Um das Haus entstand eine ausgedehnte Parkanlage, die ab 1914 auch der Öffentlichkeit zugänglich
war. Rothermundts Landhaus gehörte zu den wenigen Villenbauten in Gruna und fiel 1945 dem Luftangriff zum Opfer.
Nach Abtragung der Ruine blieb der um das Gebäude gelegene Rothermundtpark erhalten und
wurde von den Anwohnern als Volkspark genutzt. Im Zusammenhang mit dem Bau des Neubaugebietes Gruna gestaltete man auch die Parkanlage neu und legte 1982 einen Kinderspielplatz an. Zu den noch erhaltenen Sachzeugen
der Entstehungszeit gehört der schmale Fußgängersteg über den Landgraben, der zu einem heute nicht mehr vorhandenen Pavillon an der Parkmauer führte. Pavillon und Steg waren Anfang des 20. Jahrhunderts Motiv eines
Gemäldes von Erich Heckel, der der Künstlergemeinschaft “Brücke” angehörte. Unweit davon befindet sich ein Denkmal zur Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. |