Die später beliebte Grunaer Ausflugsgaststätte “Grüne Wiese” ging auf eine bereits im 15. Jahrhundert erwähnte Schänke an der Landstraße nach Böhmen, der heutigen Bodenbacher Straße hervor. In der Nähe einer Brücke über den Landgraben entstand damals eine Schmiede, die zugleich das Schankrecht erhielt und Raststation für Fuhrleute wurde. Außerdem besaß diese Schankwirtschaft das Privileg der Gästebeherbergung, des Schlachtens, Backens und Branntweinbrennens. Wegen ihrer Lage inmitten damals noch unbebauter grüner Fluren wurde dieses Rasthaus als “Grüne Wiese” bezeichnet.
Foto: Ausflugsgaststätte “Grüne Wiese” um 1902
Wegen ihrer günstigen strategischen Lage spielte die Schänke mehrfach bei kriegerischen Auseinandersetzungen eine
Rolle. Während der Schlacht bei Kesselsdorf im Dezember 1745 nutzten die Österreicher das Haus als Hauptquartier.
Auch Friedrich II. wählte bei der Belagerung Dresdens im Juli 1760 die “Grüne Wiese” als Unterkunft und strategische
Basisstation. Im August 1813 waren das Gasthaus und das Dorf Gruna heftig umkämpft, wobei schwere Schäden an den Gebäuden entstanden. Im 19. Jahrhundert
entwickelte sich die frühere Schmiede zum Ausflugslokal, welches nach dem Bau der Straßenbahn 1873 zum beliebten Ziel für Sommergäste und Wochenendbesucher wurde. 1876 wurde die Schänke unter
Beibehaltung des alten Namens an die Zwinglistraße verlegt und fiel dort 1945 den Bomben zum Opfer. An Stelle des früheren Wirtshauses errichte Julius Rothermund eine prächtige Villa, die jedoch ebenfalls 1945 zerstört wurde. Heute erinnert nur noch eine mit historischen Grunaer Ansichten bemalte Trafostation der DREWAG
(Foto links) an die einstige Ausflugsgaststätte. |