Straßen und Plätze in Gruna

Altgruna

An den früheren Dorfkern von Altgruna erinnert heute nur noch dieser Straßenname. Bis 1945 befanden sich hier die Gehöfte des Ortes, von denen bis zur Zerstörung noch drei landwirtschaftlich genutzt wurden. Die beim Luftangriff schwer beschädigten Gebäude wurden in der Nachkriegszeit abgebrochen, letzte Reste um 1975 beseitigt. Im Anschluss entstanden hier moderne Wohngebäude, darunter einige Hochhäuser und eine zentrale Fußgängerachse mit Geschäften und Gaststätten. Im Zusammenhang mit der Gestaltung dieses Stadtteilzentrums wurde 1980 eine Brunnenanlage begonnen, die jedoch erst nach 1990 vollendet werden konnte. Der von Eberhard Wolf entworfene Findlingsbrunnen (Foto) ist mit eiszeitlichen Steinen gestaltet, die aus dem Braunkohletagebau Welzow stammen.

Am Anfang

Die Straße Am Anfang entstand 1920 im Zusammenhang mit dem Bau der Grunaer Gartenheimsiedlung. Die kleine Straße bildet den Auftakt der Wohnanlage und findet ihr Gegenstück mit der zwei Jahre später benannten Straße Am Ende. Die Gebäude entstanden zwischen 1924 und 1928 nach Plänen der Architekten Paul Beck und Max Oertel. Zwischen den Doppel- und Reihenhäusern geben Gärten und öffentliche Grünflächen der Siedlung ihr Bild. Als künstlerischer Schmuck wurde 1922 Am Anfang ein Steinblumenbrunnen aufgestellt.

 

Fotos: Die Grunaer Gartenheimsiedlung - in der Mitte ein Blick in die Straße An den Gärten

Am Ende

Als südlicher Abschluss der Gartenheimsiedlung wurde 1922 unmittelbar am Landgraben die Straße Am Ende angelegt. Wie bei allen Häusern der Siedlung zeichneten auch hier Paul Beck und Max Oertel für die architektonische Gestaltung verantwortlich. Im Haus Am Ende 14c befand sich früher mit einer Filiale des genossenschaftlichen "Waaren-Einkaufs-Vereins zu Görlitz" eine der wenigen Einkaufsmöglichkeiten des Viertels.

Die heute nicht mehr in den Stadtplänen verzeichnete Straße An der Mimosa entstand 1933 auf dem Areal der zwischen Hepke-, Bärensteiner und Eibenstocker Straße gelegenen Firma Mimosa AG. Das Unternehmen war 1904 gegründet worden und gehörte zu den bekanntesten deutschen Herstellern von Fotopapier. Nach 1945 produzierte der verstaatlichte Betrieb auch Kleinbildkameras, seit 1957 unter dem Namen VEB Fotopapierwerk Dresden wieder ausschließlich Fotopapier. In den 1960er Jahren erfolgte die Aufhebung der Straßenbenennung und die Einbeziehung in die verlängerte Eibenstocker Straße. 2012 begann hier der Bau einer Wohnanlage sowie die Sanierung des denkmalgeschützten früheren Verwaltungsgebäude des Unternehmens an der Hepkestraße.

Die Augustusbergstraße wurde beim Bau der Wohnanlage Rosenhof angelegt. Ihren Namen erhielt sie 1997, in Anlehnung an die Straßennamen der näheren Umgebung, nach dem Augustusberg im Osterzgebirge. Der Berg liegt nahe von Bad Gottleuba und ist ein beliebtes Wander- und Ausflugsziel.

Bärensteiner Straße

Beilstraße

Die Ende des 19. Jahrhunderts angelegte Beilstraße erhielt ihren Namen 1893 nach der Grunaer Gutsbesitzerin Eva Rosine Beil (1822-1897). Gemeinsam mit Julius Rothermundt stiftete sie den Bau der Thomaskirche an der Bodenbacher Straße. 1898 wurde dieser Name auf den anschließenden Abschnitt bis zur Herkulesstraße, 1913 auch auf den Strehlener Teil bis zur Stübelallee übertragen.

Hier befinden sich einige interessante Jugendstilvillen, u.a. die 1906 errichtete Villa Beilstraße 21, die sich einst im Besitz des Zimmermeisters Daniel Hermann Garten befand. Im Haus Beilstraße 24 lebte Anfang des 20. Jahrhunderts der dänische Schriftsteller Karl Gjellerup und verfasste sein Buch “Der Pilger Kamanita”. 1917 erhielt er für diesen Roman den Literaturnobelpreis. Nr. 4 war Wohnsitz des Bildhauers Rudolf Wittig, der in der Nachkriegszeit Teile des baukünstlerischen Schmucks für die Neubauten am Altmarkt und der Wilsdruffer Straße schuf.

Bodenbacher Straße

Die Brandstraße wurde Mitte der 1930er Jahre im Zusammenhang mit der Bebauung an der östlichen Comeniusstraße angelegt und am 14. August 1937 benannt. Ihren Namen erhielt sie nach dem Felsmassiv Brand am Rande des Polenztales in der Sächsischen Schweiz. Die Brandbaude ist seit 1830 als Station des sogenannten „Malerwegs“ eine beliebte Einkehrstätte für Wanderer.

Calvinstraße

Die Calvinstraße ist Teil eines alten Verbindungsweges zwischen dem Grunaer und Striesener Dorfkern. Bis zur Verlegung um 1860 verlief entlang dieses Weges der Landgraben. Ihren Namen erhielt sie 1929 nach dem Schweizer Reformator Johann Calvin (1509-1564), der Begründer der theologischen Lehre des Kalvinismus ist. Bekanntester sächsischer Vertreter dieser Glaubensrichtung war der ehemalige kurfürstliche Kanzler Nikolaus Krell, der 1592 auf dem Neumarkt hingerichtet wurde. Zwischen 1954 und 1957 führte eine Trasse der Dresdner Trümmerbahn über die Calvinstraße zur Trümmerkippe in Dobritz.

Die kurz vor dem Ersten Weltkrieg angelegte Planstraße XIII erhielt mit Beschluss vom 28. Juni 1913 Namen Eibenstocker Straße. Namensgeber war die sächsische Kleinstadt Eibenstock im Westerzgebirge. Ursprünglich begann sie am Hepkeplatz und führte von dort in östlicher Richtung bis zum Landgraben. Eine geplante Weiterführung über Seidnitzer Flur bis zur Enderstraße kam nicht zustande. Zudem ist sie bis heute durch die Kleingartenanlage “Laubenheim e.V.” in der Nähe des Striesener Friedhofs unterbrochen. Der östlichste Teilabschnitt an der Bärensteiner Straße wurde vor 1945 nach dem hier befindlichen Fotopapierwerk An der Mimosa genannt. Auf dem ehemaligen Betriebsgelände entstand 2012 eine kleine Wohnanlage.

Markantestes Gebäude im westlichen Teil ist das Hans-Erlwein-Gymnasium an der Ecke Junghansstraße (Foto). Die Wohnhäuser Eibenstocker Straße Nr. 2-14 wurden zwischen 1925 und 1928 von Erich Hempel für die Gemeinnützige Wohnungsbau-AG Gruna errichtet.

Falkensteinplatz

Der Falkensteinplatz erhielt seinen Namen 1927 nach dem am 6. März 1864 erstmals bestiegenen Klettergipfel in der Sächsischen Schweiz und knüpft damit an eine Grunaer Tradition an, Straßen nach geografischen Plätzen im Elbsandsteingebirge zu benennen. Die Wohnhäuser rund um den Falkensteinplatz entstanden zwischen 1928 und 1930 nach einem einheitlichen Konzept, wobei in der architektonischen Gestaltung auf Ideen der Bauhausbewegung zurückgegriffen wurde. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurden zwischen Gruna und Striesen einige hundert Wohnungen errichtet. Die Entwürfe stammen von den Architekten Taut, Hofmann, Palm und Schmersahl und sahen vorrangig kleine preiswerte Wohnungen für ärmere Familien vor. Bauherr der Siedlung war die gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft Gewobag.

1945 wurden Teile dieser Anlage beim Bombenangriff schwer beschädigt. Der optimale Grundriss und der trotz der Schäden noch gute Bauzustand der Häuser ermöglichte jedoch eine schnelle Wiederherstellung. Bereits 1949 konnten die ersten reparierten Wohnungen übergeben werden, bevorzugt an verdienstvolle Aktivisten des Wiederaufbaus. In Erinnerung an diese Zeit trug die im Eckhaus zur Schneebergstraße befindliche Wohngebietsgaststätte noch bis 1990 den Namen “Aktivist”. Später wurden die Räume als China-Restaurant genutzt. Eine Gedenktafel (Foto) am Eckhaus gegenüber trägt die Inschrift:

“Diese Häuser sind durch anglo-amerikanischen Bombenterror am 13./14. Februar 1945 zerstört und von Aktivisten für Aktivisten unter Förderung des Oberbürgermeisters Weidauer 1949/50 wieder aufgebaut worden”.

Frauensteiner Platz

Die Wohnsiedlung östlich des Landgrabens entstand 1924 bis 1928 als geschlossene Anlage für den Dresdner Spar- und Bauverein. Die Straßen wurden meist nach bekannten Gipfeln der Sächsischen Schweiz benannt, eine Tradition, die später auch beim Bau des Grunaer Neubaugebietes fortgesetzt wurde. Ihren Abschluss bildet der am 19. Mai 1927 nach der Silbermannstadt Frauenstein im Erzgebirge benannte Frauensteiner Platz. Jenseits dieses Platzes entstand 1928 die bis zur Enderstraße in Striesen reichende Kleingartenanlage “Alte Elbe” in einem früheren Elbarm. Alte Grunaer Flurbezeichnungen wie Planschfeld und Blanschgraben weisen auf die häufige Hochwassergefahr dieses tief gelegenen Geländes am Landgraben hin.

Gartenheimallee

Die Gartenheimallee bildet die Mittelachse der ab 1925 entstandenen Gartenstadt Gruna, einer vom Bauverein Gartenheim initiierten Siedlung mit Mehrfamilien- und Reihenhäusern mit über 800 Wohnungen. Nach Plänen des Architekten Paul Beck entstanden die Gebäude unter Leitung von Max Oertel auf dem Areal zwischen Junghansstraße und Landgraben. Zu jeder Wohnung gehörte zugleich ein kleines Stück Gartenland, was dem Viertel den spöttischen Beinamen “Kohlrabisiedlung” einbrachte. Die Siedlung gilt als ein Musterbeispiel des sozialen Wohnungsbaus in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg und steht seit 1969 unter Denkmalschutz. Straßennamen wie Am Anfang, Baumzeile, Kurzer Schritt, Lange Zeile, Am Grüngürtel und Am Ende verdeutlichen das Konzept einer durchgrünten, abgeschlossenen Wohnanlage. 1996 wurden die Häuser saniert und teilweise an die Mieter verkauft.

Fotos: Die Grunaer Gartenheimsiedlung - Blick in die Gartenheimallee um 1925 und 2010

Grabenwinkel

Auch die Straße Grabenwinkel entstand 1921 im Zusammenhang mt dem Bau der Grunaer Gartenheimsiedlung und erhielt am 14. April 1921 ihren Namen. Dieser wurde nach dem angrenzenden Landgraben gewählt, der hier einen Knick macht.

Gustav-Freytag-Straße

Die Gustav-Freytag-Straße entstand im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts im östlichen Teil von Blasewitz und führt über Neugrunaer und Neuseidnitzer Flur bis zum Tolkewitzer Friedhof. 1871 erhielt sie nach dem Vorstand der hier tätigen Baugesellschaft den Namen Schubertstraße. 1890 wurde auch der auf Neugrunaer Flur gelegene Straßenabschnitt östlich der Tauscherstraße so benannt. 1897 wechselte die Namensgebung in Blasewitz in Dohnaer Straße, wobei diese Umbenennung jedoch nur den Straßenteil zwischen Altenberger und Tauscherstraße betraf.

Am 1. Januar 1902 wurde der gesamte Straßenzug erneut umbenannt und heißt seitdem Gustav-Freytag-Straße. Gustav Freytag (1816-1895) war ein deutscher Dichter und Journalist und lebte auch einige Jahre in Dresden. Mit seinen Schriften erwarb er sich große Anerkennung und gehörte zwischen 1867-1870 dem Reichstag an, wo er als einer der Wegbereiter der nationalliberalen Bewegung auftrat.

Das Straßenbild prägen bis zur Gegenwart vor allem Villen und Landhäuser. Markantestes Gebäude ist die von Hans Erlwein errichtete Neugrunaer Schule an der Ecke zur Hofmannstraße, die heute von der 32. Grund- und der 32. Oberschule "Sieben Schwaben" genutzt wird.

Hepkestraße

Die Hepkestraße, benannt nach dem Dresdner Kaufmann und Stifter Bernhard Hepke (1837-1916), beginnt im Süden von Striesen, verläuft über Grunaer Flur in west-östlicher Richtung und bildet die Verbindung zum benachbarten Seidnitz. An der Ecke Hepke-/ Bärensteiner Straße wurden bereits in den Zwanziger Jahren Sportplätze angelegt. Hier fand am 25. August 1925 im damaligen Stadion Ost das erste Fußballspiel zwischen einer deutschen und einer sowjetischen Mannschaft statt. In Erinnerung an dieses Ereignis wurde nach 1945 das Denkmal “Sportler mit Ball” aufgestellt und das Stadion in Stadion der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft umbenannt. Nach 1990 kam die Plastik in Privatbesitz.

Foto: Hepkestraße/ Ecke Enderstraße

Unweit davon befindet sich an der Ecke zur Enderstraße eine Gartensparte. Das zugehörige Spartenheim, heute als öffentliche Gaststätte “Alter Striesener Weg” geführt, entstand in der Nachkriegszeit als Verpflegungsstückspunkt für das Personal der Dresdner Trümmerbahn, welche den Schutt der zerstörten Innenstadt zu Deponien am Stadtrand brachte. Für den Bau des Fundaments fanden noch verwendbare Trümmerziegel Verwendung, die das kleine Gebäude zu einem Zeugnis der Wiederaufbaujahre nach 1945 machen.

Mimosa AG: Das Unternehmen entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Köln-Ehrenfeld als “Rheinische Emulsions-Papierfabrik A.-G.” und verlegte 1904 seinen Firmensitz nach Dresden-Reick, 1911 in auf Grunaer Flur errichtete Betriebsgebäude an der Bärensteiner Straße 31 / Hepkestraße 115. Ab 1913 firmierte der Betrieb als Mimosa A.G. und gehörte nach dem Zusammenschluss mit weiteren Herstellern um 1920 zu den größten Fotopapier- und Filmherstellern in Deutschland. 1934 wurden die jüdischen Aufsichtsratsmitglieder aus ihrem Amt gedrängt und durch Vertreter der Deutschen Bank ersetzt. Mit Abberufung der kompletten Direktion und Entlassung vieler Mitarbeiter endete 1937 die Arisierung der Firma.

1948 wurde der unzerstört gebliebene Betrieb als VEB Mimosa verstaatlicht und begann nun auch mit der Herstellung von Kleinbildkameras und Fotozubehör. Dieser Produktionszweig blieb jedoch ein kurzes Intermezzo, so dass man sich ab 1951 wieder ausschließlich der Fotopapierherstellung widmete, was 1957 zur Umbenennung in VEB Fotopapierwerk Dresden führte. Unter diesem Namen blieb die Firma bis zur Wende bestehen, wurde dann privatisiert und 1991 geschlossen. Nach erfolgter Sanierung beherbergte der markante Gebäudekomplex (Foto) zwischen 1994 bis 2007 die Verwaltung der AOK Sachsen. 2012 begann der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes für Wohnzwecke.

 

Herkulesstraße

Die Herkulesstraße entstand Ende des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit einer Ortserweiterung in südwestlicher Richtung. Da die Straße die Verlängerung der Herkulesallee des Großen Gartens bildet, erhielt sie den Namen Herkulesstraße. Bevorzugt entstanden hier Mietshäuser in offener Bauweise.

Foto: Wohnhäuser an der Herkulesstraße vor 1945

Heynahtsstraße

Die Heynahtsstraße im Wohngebiet am Falkensteinplatz erhielt ihren Namen nach dem Wohntäter und Stifter Peter Eduard Heynahts (1818-1892), der der Stadt größere Summen für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung gestellt hatte. Die heute unter Denkmalschutz stehenden Wohnhäuser entstanden Ende der Zwanziger Jahre im Auftrag der gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft Gewobag nach einem einheitlichen Konzept und orientieren sich an der Bauhausbewegung.

Hofmannstraße

Die Hofmannstraße entstand im Zusamenhang mit der Bebauung des ehemaligen Grunaer Tännichts durch den Bauverein “Daheim”. Ihren Namen erhielt sie nach dessen Geschäftsführer August Hofmann. In der als Vorstadt Neugruna bezeichneten Siedlung wurden ab 1876 mehrgeschossige Mietshäuser errichtet. In einigen Räumen im Hinterhaus Hofmannstraße 18 befanden sich zeitweise die Klassenräume der ersten Neugrunaer Schule. 1909 wurde diese in den von Hans Erlwein errichteten Neubau Hofmannstraße 34 verlegt.

Sternwarte Frantz: Das im orientalischen Stil gestaltete Observatorium wurde 1922 von Alexander Frantz als erste private Sternwarte in Dresden errichtet. Frantz hatte in Chemnitz und Mittweida Maschinenbau studiert und besaß in Blasewitz eine Heizungsbaufirma. Nebenbei befasste er sich mit Astronomie und baute selbst eigene Geräte. Die Sternwarte auf der Hofmannstraße 11 wurde am 11. Juni 1922 eröffnet und stand als Volkssternwarte auch der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligte sich Alexander Frantz an der Einrichtung weiterer Sternwarten, u.a. in Rodewisch, Bautzen, Döbeln und Dresden-Plauen. Nach seinem Tod 1962 übernahm dessen Tochter Charlotte Schimmel-Frantz die Leitung der Sternwarte und führte bis zu ihrem Tod regelmäßig Besucher durch die Einrichtung, die sich hier im Rahmen von Vorträgen über astronomische Gesetzmäßigkeiten informieren konnten. Zur Sternwarte gehören auch eine kleine Bibliothek und eine Sammlung historischer astronomischer Karten und Instrumente. Das Gebäude und die aus der Entstehungszeit stammenden Beobachtungsgeräte stehen als technisches Denkmal unter Schutz.

Familienzentrum

Junghansstraße

Die Junghansstraße verbindet die Stadtteile Striesen und Gruna und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts angelegt. Ihren Namen erhielt sie nach dem 1900 verstorbenen Apotheker und Stifter Eugen Ferdinand Junghans.

Zu den zahlreichen unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden gehören neben einigen Wohnhäusern auf Striesener Flur auch die markanten Bauten der Ernemann-Kamerawerke (Nr. 1/3) und der Zigarettenmaschinenfabrik United AG (Nr. 5). Im südlichen Teil prägen die Siedlungshäuser der ab 1925 entstandenen Gartenheimsiedlung Gruna das Straßenbild. Der benachbarte Schulbau des Grunaer Gymnasiums entstand 1913/14 und war letztes Gebäude des  Dresdner Stadtbaurates Hans Erlwein.

Foto: Holzhaussiedlung an der Junghansstraße vor 1945

Ludwig-Hartmann-Straße

Die Ludwig-Hartmann-Straße im Ortsteil Neugruna wurde 1876 im Zusammenhang mit dem Ausbau dieser Vorstadt durch die Baugesellschaft “Daheim” angelegt. Ihren Namen erhielt sie nach dem Musikkritiker Ludwig Hartmann (1836-1910), der maßgeblich an der Erschließung Neugrunas für den Wohnungsbau beteiligt war. Hartmann war ein Schüler von Franz Liszt und wirkte zunächst als Komponist und Pianist, widmete sich später jedoch dem Verfassen von Musikkritiken und Aufsätzen zur Musikgeschichte. Sein früheres Wohnhaus befindet sich auf der Tolkewitzer Straße 59, sein Grab auf dem Tolkewitzer Johannisfriedhof.

Die Maystraße in Neugruna wurde 1876 vom Rechtsanwalt Christian Julius May angelegt und noch zu dessen Lebzeiten nach ihm benannt. May verstarb am 26. April 1893 in Dresden.

Rothermundtstraße

Die Rothermundtstraße im alten Grunaer Dorfkern verdankt ihren Namen dem russischen Kaufmann Julius Ludwig Rothermundt (1827-1890). Dieser erwarb 1875 das Grundstück der ehemaligen Schmiede und errichtete hier ein Landhaus inmitten eines reizvollen Parks. Während die Villa 1945 zerstört wurde, blieb der Rothermundtpark bis heute erhalten. Rothermundt war auch an der Finanzierung des Kirchenbaus der Thomaskirche beteiligt. An der Straße selbst befinden sich heute Wohnhäuser aus der Gründerzeit.
 

Scariastraße

Die als Seitenstraße der Altenberger Straße im Stadtteil Neugruna angelegte Scariastraße erhielt 1892 ihren Namen nach dem Opernsänger Emil Scaria (1840-1886), der ab 1864 an der Königlichen Oper in Dresden engagiert war und in einem Haus (Nr. 11) auf dieser Straße wohnte. Ebenso wie auf den übrigen Straßen Neugrunas entstanden auch hier bis zur Jahrhundertwende repräsentative Mietshäuser in offener Bauweise.

Schlüterstraße

Die Schlüterstraße geht aus einem alten Verbindungsweg zwischen dem Grunaer Dorfkern und dem benachbarten Striesen zurück und wurde um 1900 zur Straße ausgebaut. Ihren Namen erhielt sie nach Dr. Franz Schlüter (1833-1901). Schlüter war Mitglied der Dresdner Sektion des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins und ließ 1897 die noch heute bestehende Franz-Schlüter-Hütte in den Dolomiten erbauen. Die einst landwirtschaftlich und von einer Ziegelei genutzten Flächen zu beiden Seiten der Straße wurden nach dem Ersten Weltkrieg mit Wohnhäusern und gewerblichen Einrichtungen bebaut.

Tauscherstraße

Die Tauscherstraße im Ortsteil Neugruna wurde 1892 angelegt und nach dem früheren Blasewitzer Gemeindevorstadt Karl Tauscher (1819-1890) benannt. Tauscher, gelernter Uhrmacher, hatte das Amt 1859 übernommen und war Besitzer des Grundstücks, über das die Tauscherstraße verläuft. In diesem Bereich lag auch die Flurgrenze zwischen Blasewitz und Neugruna.

Fotos: Wohnhäuser an der Tauscherstraße aus den Zwanziger Jahren

Traubestraße

Die Traubestraße erhielt ihren Namen nach dem Dresdner Unternehmer Joseph Traube, der als Eiergroßhändler tätig war und 1876 auf seinem Grundstück die Eröffnung des ersten Neugrunaer Schulhauses ermöglichte. Zunächst befanden sich die Klassenräume auf der Tauscherstraße, bevor später weitere Räumlichkeiten an der Hofmann- und Tauscherstraße hinzukamen. 1909 wurde diese provisorische Schule durch den Neubau von Erlwein ersetzt.

Zwinglistraße

Die Zwinglistraße, bis 1901 als Lindenweg bezeichnet, erhielt ihren Namen nach dem Schweizer Reformator Huldrych Zwingli (1484-1531). Zwingli wirkte seit 1521 in Zürich und ist gemeinsam mit Kalvin Begründer der Reformierten Kirche. Die Zwinglistraße wurde um 1900 mit Wohn- und Geschäftshäusern bebaut, die jedoch 1945 zum Großteil den Bomben zum Opfer fielen. 1975 begann hier der Aufbau des Neubaugebietes. Weitere Baulücken wurden nach 1990 geschlossen. 1999 entstand an der Zwinglistraße eine zentrale Haltestelle für Bus und Bahn. Ein modernes Einkaufszentrum ist auf dem Areal Zwingli-, Rothermundt- und Bodenbacher Straße geplant (“Zwingli-Passage”).

Café Maaß: Das traditionsreiche Grunaer Café Maaß mit angeschlossener Konditorei wurde 1908 als Kaffee Müller im Eckhaus Zwingli-/ Ecke Bodenbacher Straße eröffnet (Zwinglistraße 29 - Foto ). In den 1930er Jahren übernahm Franz Maaß mit seiner Frau die Bewirtschaftung. 1945 fiel das Gebäude den Bomben zum Opfer. Dennoch gelang es der Familie, schon bald in den notdürftig wieder hergestellten Keller- und Erdgeschossräumen den Betrieb fortzuführen. 1998 konnte an gleicher Stelle ein moderner Neubau übergeben werden, in dem neben dem Café im Erdgeschoss auch einige Wohnungen entstanden.


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