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Die Ende des 19. Jahrhunderts angelegte Beilstraße erhielt ihren Namen nach der Grunaer Gutsbesitzerin Eva Rosine Beil (1822-1897). Gemeinsam mit Julius Rothermundt stiftete sie den Bau der Thomaskirche an der Bodenbacher Straße. Hier befinden sich einige interessante Jugendstilvillen, u.a. die 1906 errichtete Villa Beilstraße 21, die sich einst im Besitz des Zimmermeisters Daniel Hermann Garten befand. Im Haus Beilstraße 24 lebte Anfang des 20. Jahrhunderts der dänische Schriftsteller Karl Gjellerup und verfasste sein Buch “Der Pilger Kamanita”. 1917 erhielt er für diesen Roman den Literaturnobelpreis.
Die Calvinstraße ist Teil eines alten Verbindungsweges zwischen dem Grunaer und Striesener Dorfkern. Ihren Namen erhielt sie nach dem Schweizer Reformator Johann Calvin (1509-1564), der Begründer der theologischen Lehre des Kalvinismus ist. Bekanntester sächsischer Vertreter dieser Glaubensrichtung war der ehemalige kurfürstliche Kanzler Nikolaus Krell, der 1592 auf dem Neumarkt hingerichtet wurde.
“Diese Häuser sind durch anglo-amerikanischen Bombenterror am 13./14. Februar 1945 zerstört und von Aktivisten für Aktivisten unter Förderung des Oberbürgermeisters Weidauer 1949/50 wieder aufgebaut worden”. Die Wohnsiedlung östlich des Landgrabens entstand 1924 bis 1928 als geschlossene Anlage durch den Dresdner Spar- und Bauverein. Die Straßen wurden meist nach bekannten Gipfeln der Sächsischen Schweiz benannt, eine Tradition, die später auch beim Bau des Grunaer Neubaugebietes fortgesetzt wurde. Ihren Abschluss bildet der nach der Silbermannstadt Frauenstein im Erzgebirge benannte Frauensteiner Platz. Jenseits dieses Platzes entstand 1928 die bis zur Enderstraße in Striesen reichende Kleingartenanlage “Alte Elbe” in einem früheren Elbarm. Alte Grunaer Flurbezeichnungen wie Planschfeld und Blanschgraben weisen auf die häufige Hochwassergefahr dieses tief gelegenen Geländes am Landgraben hin.
Die Gartenheimallee bildet die Mittelachse der ab 1925 entstandenen Gartenstadt Gruna, einer vom Bauverein Gartenheim initiierten Siedlung mit Mehrfamilien- und Reihenhäusern mit über 800 Wohnungen. Nach Plänen des Architekten Paul Beck entstanden die Gebäude unter Leitung von Max Oertel auf dem Areal zwischen Junghansstraße und Landgraben. Zu jeder Wohnung gehörte zugleich ein kleines Stück Gartenland, was dem Viertel den spöttischen Beinamen “Kohlrabisiedlung” einbrachte. Die Siedlung gilt als ein Musterbeispiel des sozialen Wohnungsbaus in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg und steht seit 1969 unter Denkmalschutz. Straßennamen wie Am Anfang, Baumzeile, Kurzer Schritt, Lange Zeile, Am Grüngürtel und Am Ende verdeutlichen das Konzept einer durchgrünten, abgeschlossenen Wohnanlage. 1996 wurden die Häuser saniert und teilweise an die Mieter verkauft.
Fotos: Die Grunaer Gartenheimsiedlung - in der Mitte ein Blick in die Gartenheimallee Die Herkulesstraße entstand Ende des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit einer Ortserweiterung in südwestlicher Richtung. Da die Straße die Verlängerung der Herkulesallee des Großen Gartens bildet, erhielt sie den Namen Herkulesstraße. Bevorzugt entstanden hier Mietshäuser in offener Bauweise.
Foto: Wohnhäuser an der Herkules- /Ecke Zwinglistraße vor 1945 Die Hofmannstraße entstand im Zusamenhang mit der Bebauung des ehemaligen Grunaer Tännichts durch den Bauverein “Daheim”. In der als Vorstadt Neugruna bezeichneten Siedlung wurden ab 1876 mehrgeschossige Mietshäuser errichtet. In einigen Räumen im Hinterhaus Hofmannstraße 18 befanden sich zeitweise die Klassenräume der ersten Neugrunaer Schule. 1909 wurde diese in den von Hans Erlwein errichteten Neubau Hofmannstraße 34 verlegt. Sternwarte Frantz: Das im orientalischen Stil gestaltete Observatorium wurde 1922 von Alexander Frantz als erste private Sternwarte in Dresden errichtet. Frantz hatte in Chemnitz und Mittweida Maschinenbau studiert und besaß in Blasewitz eine Heizungsbaufirma. Nebenbei befasste er sich mit Astronomie und baute selbst eigene Geräte. Die Sternwarte auf der Hofmannstraße 11 wurde am 11. Juni 1922 eröffnet und stand als Volkssternwarte auch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligte sich Alexander Frantz an der Einrichtung weiterer Sternwarten, u.a. in Rodewisch, Bautzen, Döbeln und Dresden-Plauen. Nach seinem Tod 1962 übernahm dessen Tochter Charlotte Schimmel-Frantz die Leitung der Sternwarte und führte bis zu ihrem Tod regelmäßig Besucher durch die Einrichtung, die sich hier im Rahmen von Vorträgen über astronomische Gesetzmäßigkeiten informieren konnten. Zur Sternwarte gehören auch eine kleine Bibliothek und eine Sammlung historischer astronomischer Karten und Instrumente. Das Gebäude und die aus der Entstehungszeit stammenden Beobachtungsgeräte stehen als technisches Denkmal unter Schutz.
Die Ludwig-Hartmann-Straße im Ortsteil Neugruna wurde 1876 im Zusammenhang mit dem Ausbau dieser Vorstadt durch die Baugesellschaft “Daheim” angelegt. Ihren Namen erhielt sie nach dem Musikkritiker Ludwig Hartmann, der maßgeblich an der Erschließung Neugrunas für den Wohnungsbau beteiligt war.
Die als Seitenstraße der Altenberger Straße angelegte Scariastraße erhielt 1892 ihren Namen nach dem Opernsänger Scaria, der ab 1864 an der Königlichen Oper in Dresden engagiert war. Ebenso wie auf den übrigen Straßen Neugrunas entstanden auch hier bis zur Jahrhundertwende Mietshäuser in offener Bauweise. Die Schlüterstraße geht aus einem alten Verbindungsweg zwischen dem Grunaer Dorfkern und dem benachbarten Striesen zurück und wurde um 1900 zur Straße ausgebaut. Ihren Namen erhielt sie nach Dr. Franz Schlüter (1833-1901). Schlüter war Mitglied der Dresdner Sektion des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins und ließ 1897 die noch heute bestehende Franz-Schlüter-Hütte in den Dolomiten erbauen. Die einst landwirtschaftlich und von einer Ziegelei genutzten Flächen zu beiden Seiten der Straße wurden nach dem Ersten Weltkrieg mit Wohnhäusern und gewerblichen Einrichtungen bebaut. Die Traubestraße erhielt ihren Namen nach dem Dresdner Unternehmer Joseph Traube, der als Eiergroßhändler tätig war und 1876 auf seinem Grundstück die Eröffnung des ersten Neugrunaer Schulhauses ermöglichte. Zunächst befanden sich die Klassenräume auf der Tauscherstraße, bevor später weitere Räumlichkeiten an der Hofmann- und Tauscherstraße hinzukamen. 1909 wurde diese provisorische Schule durch den Neubau von Erlwein ersetzt.
Café Maaß: Das traditionsreiche Grunaer Café Maaß mit angeschlossener Konditorei wurde 1908 von Franz Maaß im Eckhaus Zwingli-/ Bodenbacher Straße eröffnet. 1945 fiel das Gebäude den Bomben zum Opfer. Dennoch gelang es er der Familie, schon bald in den notdürftig wieder hergestellten Keller- und Erdgeschossräumen den Betrieb fortzuführen. 1998 konnte an gleicher Stelle ein moderner Neubau übergeben werden, in dem neben dem Café im Erdgeschoss auch einige Wohnungen entstanden. |
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