Als Kleinzschachwitzer Ufer wird die Verlängerung der Österreicher Straße von der früheren Ortsgrenze zu Laubegast bis zur Pillnitzer Elbfähre bezeichnet. Noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts standen
hier, abseits des Dorfkerns, lediglich das Kleinzschachwitzer Forsthaus sowie das benachbarte Fährhaus als Unterkunft der königlichen Fährleute. Erst nach 1860 begann die Bebauung der bis zur Eingemeindung des Ortes Elbstraße genanten Uferstraße mit Villen und Landhäusern.
Einzelne Gebäude: Villa Reich: Das Gebäude entstand 1862 als erstes Villengrundstück am Kleinzschachwitzer Elbufer und gehörte dem Kaufmann
Theodor Heinrich Reich. Reich war als Besitzer einer Porzellan- und Steinguthandlung am Altmarkt zu Wohlstand gekommen und hatte sich das architektonisch interessante Haus unmittelbar am Uferweg errichten lassen. Zu
diesem gehörte auch ein parkartiger Garetn, welcher sich ursprünglich bis zur Berthold-Haupt-Straße erstreckte, heute jedoch nur noch in Fragmenten erhalten ist. Villa Trauteck:
Das Grundstück am Elbufer wurde 1874 vom Bildhauer Theodor Kirchhoff erworben und 1883 mit einer Villa bebaut. Kirchhoff gehörte seit 1856 der Dresdner Kunstakademie an und arbeitete zeitweise im Atelier Ernst Rietschels. U.a. schuf er das Bismarckdenkmal in Pirna sowie zahlreiche Grabplastiken auf Dresdner Friedhöfen.
Forsthaus (Nr. 86):
In diesem auch Heger- bzw. Hegereiterhaus genannten Gebäude hatte bis 1833 der Revierförster des Kleinzschachwitzer Tännichts seinen Dienstsitz. Das von Matthäus Daniel Pöppelmann entworfene Jagdhaus entstand 1717 im Auftrag August des Starken und diente dem Aufenthalt kurfürstlicher Jagdgesellschaften sowie zugleich als Wohnsitz des Hegereiters. Zum Anwesen gehörten auch einige Nebengebäude und Stallungen. Hier wurden zeitweise Kutschen und Pferde untergestellt, wenn die nahegelegene Pillnitzer Wagenfähre wegen Hoch- oder Niedrigwassers nicht einsatzfähig war.
Mit Neugliederung der sächsischen Forstreviere wechselte der Sitz des Revierförsters nach Graupa, so dass das Forsthaus nun nicht mehr benötigt wurde. Daraufhin baute man es 1834 zur Kaserne für die mit dem
Fährbetrieb beauftragten Pioniersoldaten der sächsischen Armee und die Pillnitzer Schloßwache um. Zugleich wohnte hier der mit der Beaufsichtigung des königlichen Jagdgeheges beauftragter Hofjäger. 1865 brannte das alte
Forsthaus ab und wurde erst 1883 durch einen Neubau ersetzt. 1992 erfolgte eine umfassende Sanierung des historischen Hauses. Zum Areal gehört auch ein Nebengebäude aus dem 18. Jahrhundert, ältestes Bauwerk in
Kleinzschachwitz. |