Straßen und Plätze in Kleinzschachwitz


Altkleinzschachwitz

Die frühere Hauptstraße von Kleinzschachwitz erhielt in Anlehnung an eine für fast alle Dresdner Stadtteile angewandte Tradition nach der Eingemeindung den Namen Altkleinzschachwitz. Zuvor wurde sie Bahnhofstraße, ab 1902 nach dem damals regierenden sächsischen König Georgplatz genannt. Da der Ort kein typisches Bauerndorf, sondern eine Handwerker- und Häuslergemeinde war, fehlen größere Bauerngüter. Rund um die Straße haben sich noch einige Wohngebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten. Die meisten Wohn- und Geschäftshäuser entstanden zwischen 1870 und 1910 und beherbergen bis zur Gegenwart Läden und Kleinunternehmen. Zwischen 1906 und 1932 verkehrte die Dresdner Vorortbahn durch Altkleinzschachwitz.

Am Putjatinpark

Die kleine Straße wurde 1994 im Zusammenhang mit dem Bau eines Wohnparks angelegt und Am Putjatinpark genannt. Ursprünglich befand sich auf dem Areal der parkartige Garten von Putjatins Villa “Chaumière”. Der Fürst hatte diesen im Stil der Romantik mit verschiedenen Kleinbauten, künstlichen Ruinen, Wasserläufen und einer Riesenschaukel ausstatten lassen. Leider sind von der einstigen Gestaltung kaum noch Reste erkennbar.

Am Sandberg

Die heute Am Sandberg genannte Straße im Norden der Kleinzschachwitzer Flur trug bis zur Eingemeindung den Namen Johannstraße. Mit der Namensgebung sollte, ebenso wie bei der benachbarten Amalienstraße (Eichbergstraße) an das sächsische Königspaar erinnert werden.

Augustinstraße

Die Augustinstraße im Zentrum des Ortsteiles wurde Endedes 19. Jahrhunderts angelegt und 1878 nach Karl Gottlob Augustin (1800-1870) benannt. Augustin war ab 1854 Sparkassenkassierer bei der Dresdner Sparkasse und verfügte 1870 in seinem Testament drei größere Legate zur Unterstützung sozial bedürftiger Einwohner, zum Ausbau des Gemeindearmenhauses und zur Unterstützung der Kleinzschachwitzer Schulgemeinde. Ursprünglich führte die Augustinstraße von der Großzschachwitzer Flurgrenze bis zum Gondelweg, wurde jedoch 1902 im westlichen Teilabschnitt in Bahnhofstraße (ab 1926 Putjatinstraße) umbenannt.

Nr. 1: Das Gebäude entstand 1871 aus Mitteln der Augustin-Stiftung als Gemeindearmenhaus und wurde bis zum Bau eines größeren Gebäudes 1896 zur Unterbringung hilfsbedürftiger Familien genutzt. An der Fassade befindet sich eine Erinnerungstafel mit der Inschrift “Gestiftet von Karl Augustin MDCCCLXXI”.

August-Röckel-Straße

Die August-Röckel-Straße im Villenviertel von Kleinzschachwitz verdankt ihren Namen dem Musikdirektor und Revolutionär August Röckel (1814-1876). Röckel wirkte ab 1843 in Dresden und gehörte gemeinsam mit Richard Wagner zu den Führern des Maiaufstandes 1849. Später zu lebenslanger Haft verurteilt, wurde er als letzter “Maigefangener” erst 1863 aus dem Zuchthaus entlassen. Die Straße wurde 1935 im Zusammenhang mit dem Bau einer neuen Wohnsiedlung angelegt und trug vor 1945 den Namen Baldamusstraße. Karl Baldamus (1784-1852) war ein deutscher Publizist, Lyriker und Erzähler und verfasste im 19. Jahrhundert Gedichte und Romane zu kulturell-politischen Themen seiner Zeit.

Berthold-Haupt-Straße

Carl-Borisch-Straße

Die Carl-Borisch-Straße im Kleinzschachwitzer Ortskern wurde 1894 von Carl Friedrich August Borisch (1826-1906) angelegt, der hier einige Grundstücke besaß und diese mit Wohnhäusern bebauen ließ. Borisch war viele Jahre im Gemeinderat des Ortes tätig. Nach Übereignung der Erschließungsstraße an die Gemeinde erhielt sie ihm zu Ehren ihren Namen.

Gemeindehaus: Das Gebäude auf der Carl-Borisch-Straße 6 entstand 1896/97 als Sitz der Ortsbehörde und diente zugleich als Armenhaus des Ortes. Zur Finanzierung des Baus hatte man das frühere Armenhaus der Augustin-Stiftung (Augustinstraße 1) verkauft. Im Neubau befanden sich bis zur Fertigstellung des Rathauses 1902 die Räume der Gemeindeverwaltung. Später wurde das Haus u.a. als Bibliothek, für soziale Zwecke und als Mietwohnhaus genutzt. Ein weiteres Armenhaus, gestiftet vom Unternehmer Gustav Heinrich Sackmann, entstand 1913 auf dem Nachbargrundstück Nr. 8.

C.-Maria-v.-Weber-Straße

Die Carl-Maria-von-Weber-Straße, im nördlichen Teil von Kleinzschachwitz gelegen, verdankt ihren Namen dem bekannten deutschen Komponisten Carl Maria von Weber (1786-1826), der viele Jahre seines Lebens in Dresden verbrachte und hier seine größten Erfolge feierte. Weber besaß ein Sommerhaus in Hosterwitz, in dem er u.a. Teile des “Freischütz”, der “Euryanthe” und des “Oberon” verfasste. Heute dient das Haus als Gedenkstätte. Vor der Eingemeindung wurde die Carl-Maria-von-Weber- Straße Germania-Allee genannt. Um Verwechslungen mit gleichnamigen Dresdner Straßen zu vermeiden, erhielten viele Straßen in diesem Stadtviertel Namen mit Bezug zu diesem Komponisten.

Eichbergstraße

Die Eichbergstraße wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Norden der Kleinzschachwitzer Flur angelegt. Ursprünglich trug sie den Namen Amalienstraße nach der Gemahlin König Johanns, Königin Amalie (1801-1877). Um Verwechslungen mit einer gleichnamigen Straße im Stadtzentrum zu vermeiden, erhielt die Amalienstraße 1926 den Namen Eichbergstraße, wofür eine alte Flurbezeichnung Pate stand. 1899 wurden hier bei einem Hausbau Überreste acht bronzezeitlicher Urnengräber entdeckt, welche die frühere Besiedlung der Region nachweisen.

Euryantheweg

Der Euryantheweg entstand erst nach 1990 im Zusammenhang mit dem Bau einer kleinen Wohnsiedlung an der Oberonstraße. In Anlehnung an die Namen Oberon- sowie Freischützstraße soll auch der dritten zu großen Teilen in Dresden entstandenen Weber-Oper gedacht werden. “Euryanthe” wurde am 25. 10. 1823 in Wien uraufgeführt und ein halbes Jahr später zum ersten Mal in Dresden gespielt.

Fanny-Lewald-Straße

Die heutige Fanny-Lewald-Straße wurde ursprünglich als Friedrich-August-Straße, benannt nach dem letzten sächsischen König Friedrich August III., bezeichnet. Zu DDR-Zeiten erhielt sie den Namen Wilhelm-Pieck-Straße. Wilhelm Pieck (1876-1960) gehörte der KPD, später der SED an und war bis zu seinem Tod erster Präsident der DDR.

1993 erfolgte eine erneute Umbennung zu Ehren der deutschen Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Fanny Lewald (1811-1889). Fanny Lewald gehörte im 19. Jahrhundert zu den bekanntesten Frauenschriftstellerinnen und rief gemeinsam mit ihrem Mann Adolf Stahr einen literarischen Salon in Berlin ins Leben. Zu ihrem Freundeskreis gehörten u.a. der italienische Freiheitsheld Garibaldi sowie die Dresdner Künstler Carl Gustav Carus und Ernst Rietschel. Außerdem setzte sie sich aktiv für die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ein und schloss als eine der ersten Frauen in Deutschland einen Ehevertrag ab. 1889 verstarb Fanny Lewald bei einem Besuch in Dresden im Hotel Bellevue.

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Freischützstraße

Mit der Namensgebung soll an die wohl bekannteste Nationaloper Carl Maria von Webers “Der Freischütz” erinnert werden. Das Werk entstand zu großen Teilen in Hosterwitz und wurde am 8. Juni 1821 in Berlin uraufgeführt. Verfasser des Librettos war Friedrich Kind, dem in der Nachbarschaft ebenfalls mit einem Straßennamen gedacht wird. Bis zur Eingemeindung von Kleinzschachwitz nach Dresden wurde die Straße Kaiser-Wilhelm-Straße genannt. Danach trug sie bis 1945 den Namen Boelckestraße. Oswald Boelcke (1891-1916) war ein deutscher Jagdflieger und begründete die Grundlagen des modernen Luftkriegs, indem er als erster gezielte Angriffe gegen gegnerische Flugzeuge flog. 1916 kam er bei einem Einsatz in Frankreich ums leben.

Freystraße

Die Freystraße im Kleinzschachwitzer Villenviertel entstand 1895 und verdankt ihren Namen dem früheren Revierförster Carl Friedrich August Frey (1816-1883). Frey hatte sich für den Erhalt des reichen Baumbestandes des Tännichts eingesetzt und gilt als Gründes des Kleinzschachwitzer Waldparks. Zur Finanzierung des Vorhabens hinterließ er der Gemeinde ein Legat von 1500 Mark zum Ankauf des benötigten Waldgrundstückes.

Friedrich-Kind-Straße

Diese Straße in unmittelbarer Nachbarschaft der Carl-Maria-von-Weber- und der Freischützstraße erhielt ihren Namen 1926 zu Ehren des Dichters und Dramatikers Friedrich Kind (1768-1843). Kind wurde vor allem als Textdichter für Weber bekannt und verfasste das Libretto des “Freischütz”. Außerdem gehörte er dem romantischen “Dresdner Liederkreis” an und war Mitherausgeber der “Abendzeitung”. Vor der Eingemeindung wurde die Straße Wettiner Straße genannt.

Goetzplatz

Der heutige Goetzplatz im Kleinzschachwitzer Zentrum wurde 1897 im Zuge der planmäßigen Umgestaltung des Ortes angelegt, wobei das dafür erforderliche Grundstück von einem Bauunternehmer kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Bis zur Eingemeindung des Ortes trug er zu Ehren des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck den Namen Bismarckplatz.

Gondelweg

Der Straßenname Gondelweg steht im Zusammenhang mit der nahegelegenen Pillnitzer Elbfähre. Neben der großen Wagenfähre standen einst für den Transport der Mitglieder des Hofstaates drei Gondeln zur Verfügung, welche von in Kleinzschachwitz stationierten Soldaten bewegt wurden. Die letzte erhaltene Gondel ist noch heute im Pillnitzer Schloßpark zu sehen.

Hartungstraße

Die Hartungstraße im Kleinzschachwitzer Ortszentrum erhielt ihren heutigen Namen 1926 und hieß zuvor Margarethenstraße. Dr. med. Ernst Leberecht Hartung (1851-1914) wohnte ab 1880 als erster Arzt im Ort und wurde als engagierter Bezirksanstalts-, Polizei- und Schularzt 1909 mit dem Titel Sanitätsrat geehrt. Außerdem gehörte er dem Gemeinderat an und hatte zeitweise das Amt des Gemeindeältesten inne.

Hosterwitzer Straße

Die Hosterwitzer Straße verläuft vom Waldpark Kleinzschachwitz ausgehend bis zum Elbufer und erhielt ihren Namen nach dem auf der anderen Elbseite gelegenen einstigen Fischerdorf  Hosterwitz. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden hier einige Villenbauten sowie das 1902 eingeweihte Kleinzschachwitzer Rathaus mit Postamt (Nr. 2). Seit 1998 nutzt ein Zentrum für ganzheitliche Medizin das auch als “Kleines Kurhaus” bezeichnete Gebäude.



Keppgrundstraße

Die im Zusammenhang mit der Bebauung des Kleinzschachwitzer Villenviertels angelegte Keppgrundstraße erhielt ihren Namen 1926 nach dem gegenüberliegenden romantischen Keppgrund auf der anderen Elbseite. Zuvor trug sie zu Ehren des preußischen Generalfeldmarschalls Helmuth Graf von Moltke (1800-1891) den Namen Moltkestraße. 1962 wurde sie in Max-Kayser-Straße umbenannt. Max Kayser, sozialdemokratischer Politiker, gehörte zwischen 1878 und 1887 dem deutschen Reichstag an. 1993 wurde diese Namensgebung auf Beschluss des Stadtrates wieder rückgängig gemacht.

1899 begann an der Keppgrundstraße der Bau eines gemeindeeigenen Wasserwerkes mit einem 35 hohen Wasserturm (Foto) . Dieser ist heute nicht mehr erhalten und wurde nach einem Luftangriff am 2. März 1945 aus Sicherheitsgründen abgerissen. Auf dem Areal hatte ab 1903 bis zur Auflösung 1931 auch die Freiwillige Feuerwehr des Ortes ihr Spritzenhaus. Zwischen 1898 und 1906 gab es auf der Moltkestraße eine private höhere Schule, welche von Friedrich Max Trömel betrieben wurde.

Kleinzschachwitzer Ufer

König-Albert-Platz

Der König-Albert-Platz wurde 1902 im Zusammenhang mit dem Ausbau des Villenviertels an der Kreuzung der Königs-Allee (heute Berthold-Haupt-Straße) mit der Kurhaus- bzw. der Freystraße angelegt und nach dem sächsischen König Albert (1828-1902) benannt. Zwischen 1906 und 1925 befand sich hier die Endstelle der Dresdner Vorortbahn. 1936 legte man an Stelle des König-Albert-Platzes die noch heute vorhandene Gleisschleife an. Der Platz selbst wurde daraufhin als Grünanlage neu gestaltet und die Bezeichnung aufgehoben.

Kurhausstraße

Die seit 1926 nach dem Kleinzschachwitzer Kurhaus benannte Straße trug ursprünglich den Namen Albertstraße. Mit der Namensgebung sollte an den sächsischen König Albert (1828-1902), der bis 1902 regierte, erinnert werden. Bis heute prägen landhausartige Villen und Mietshäuser das Straßenbild. Vier dieser Gebäude ließ der ehemalige Chefarzt des Johannstädter Stadtkrankenhauses Dr. Carl Benno Credé zwischen 1911 und 1913 errichten. Nach seiner Pensionierung lebte er bis zu seinem Tod 1929 in einem der Häuser. Credé engagierte sich auch auf sozialem Gebiet und stiftete 1920 eine Mütter- und Säuglingsberatungsstelle für Kleinzschachwitz.

Foto: Blick in die Albertstraße um 1920

Kyawstraße

Lockwitzbachweg

Der Lockwitzbachweg beginnt am Kleinzschachwitzer Ufer und führt von dort in Richtung Laubegast / Großzschachwitz. Seinen Namen erhielt er nach dem Lockwitzbach, welcher unweit dieses Weges in die Elbe mündet. Um 1900 wurde der nördliche Abschnitt des Weges Spalteholzstraße genannt. Namensgeber war der Kleinzschachwitzer Unternehmer Oswald Spalteholz. Dieser hatte um 1877 eine ehemalige Ziegelei erworben und diese zum Dampfsägewerk ausgebaut. Der Betrieb gehörte zu den bedeutendsten Sägewerken in Sachsen und blieb bis 1906 in seinem Besitz. Noch heute wird das Gelände zwischen Lockwitzbachweg, Kleinzschachwitzer Ufer und dem Wohngebiet an der Eichbergstraße von einem holzverarbeitenden Betrieb genutzt.

Meußlitzer Straße

Die Meußlitzer Straße verläuft über Meußlitzer und Kleinzschachwitzer Flur und ist heute eigentliche Hauptstraße des Ortes. Bis zur Eingemeindung wurde sie Laubegaster Straße genannt. Zu den ältesten Gebäuden gehört das Fachwerkhaus Nr. 94, welches noch aus der Zeit der Wiederbesiedlung des Ortes im 18. Jahrhundert stammt. Weitere Wohnhäuser entstanden nach 1850, darunter auch mehrere Villen. Bis 2003 befand sich in einer dieser Villen (Nr. 41) der Kleinzschachwitzer Kindergarten. Da das Haus nicht mehr modernen Anforderungen entsprach, wurde 2003 auf dem Grundstück ein moderner, nach ökologischen Gesichtspunkten gestalteter Neubau errichtet. Die Pläne stammen vom Architektenbüro Reiter und Rentzsch. Betreiber ist die Stadt Dresden.

Auch einige öffentliche Gebäude sind auf der Meußlitzer Straße zu finden. Bekanntestes ist das 1823 errichtete Putjatinhaus, welches heute als Stadtteilkulturzentrum genutzt wird (Nr. 83). Aus einer 1880 errichteten Turnhalle mit Betsaal ging das Gemeindehaus der evangelischen Stephanusgemeinde (Nr. 113) hervor. In den 1920er Jahren folgte auf dem Gelände eines früheren Sägewerkes die 1978 durch einen modernen Neubau ersetzte katholische Kirche “Zur heiligen Familie” (Nr. 108).

Nr. 67: Die Villa Meußlitzer Straße entstand 1877 für den Zimmermeister Ernst Noack, welcher maßgeblich am Bau wichtiger öffentlicher Gebäude in Kleinzschachwitz beteiligt war. U.a. wirkte er bei der Errichtung der Schulen in Klein- und Großzschachwitz, Sporbitz und Niedersedlitz sowie beim Bau des Kleinzschachwitzer Rathauses mit. Sein Bauhof befand sich auf dem heute von der katholischen Kirche genutzten Grundstück Meußlitzer Straße 108, wo Noack um 1903 auch sein neues Wohnhaus bezog. Nach seinem Tod wurde der Betrieb von Alfred Jährig fortgeführt, welcher das Areal 1925 an die kurz zuvor entstandene katholische Kirchgemeinde verkaufte.

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Oberonstraße

Die Oberonstraße wurde als kurze Seitenstraße des Kleinzschachwitzer Ufers angelegt und erhielt ihren Namen nach der 1826 in London uraufgeführten Oper “Oberon” von Carl Maria von Weber. 1993 entstand auf einer Freifläche zwischen Oberon- und Carl-Maria-von-Weber-Straße eine kleine Wohnsiedlung mit Reihen- und Doppelhäusern. In diesem Zusammenhang wurde die Straße verlängert.

Peter-Schmoll-Straße

Die Straße im Kleinzschachwitzer “Opernviertel” erhielt ihren Namen nach der komischen Oper “Peter Schmoll und seine Nachbarn” von Carl Maria von Weber. Das zu den unbekannteren Weber-Opern gehörende Werk um einen verarmten Bankier wurde 1803 in Augsburg uraufgeführt und 1944 auch in der Semperoper gespielt. Bis 1926 trug die Straße nach der sächsischen Königin den Namen Carolastraße. Danach wurde sie bis 1945 Pionierstraße genannt.

Putjatinstraße

Die Putjatinstraße sowie der angrenzende Putjatinplatz im Kleinzschachwitzer Ortskern verdanken ihren Namen dem russischen Fürsten und Stifter Nikolaus Abramowitsch Putjatin (1749-1830). Putjatin, ein im Dienst Zarin Katharinas stehender Landadliger, kam 1793 mit seiner Familie nach Dresden und erwarb1797 ein Landgut in Kleinzschachwitz. Hier ließ er sich die Villa Chaumiére (Putjatinstraße 26) errichten. Putjatin galt als “Original”, pflegte einen exzentrischen Lebensstil und war Anhänger eines naturnahen, gesundheitsfördernden Lebensstils. Bis 1902 trug die Putjatinstraße den Namen Augustinstraße, danach bis 1926 Bahnhofstraße (Foto um 1905).

Putjatins Wohnhaus war bis zu seinem Tod Treffpunkt zahlreicher Persönlichkeiten der Dresdner Gesellschaft, die ihn als geistreichen und gebildeten Gesprächspartner schätzten. Für die Kinder seines Heimatortes ließ er 1823 das “Putjatinhaus” als Schule erbauen. Außerdem stiftete er seinem Heimatort einen kleinen Marktplatz, welcher heute den Namen Putjatinplatz trägt. Seit 1997 erinnert hier ein von Detlef Herrmann gestaltetes Denkmal an den Fürsten. Es zeigt Putjatin auf einer Schaukel sitzend in Anspielung auf die von ihm entworfene Riesenschaukel, die sich einst im Garten der Villa Chaumiére befand. Bemerkenswert ist auch das Wohnhaus Putjatinstraße 20, welches noch aus der Zeit der Wiederbesiedlung von Kleinzschachwitz im 17. Jahrhundert stammt. Weitere Gebäude wurden im 19. Jahrhundert an Stelle älterer Vorgängerbauten errichten und beherbergen bis zur Gegenwart Läden und kleine Handwerksbetriebe.

Goldene Krone: Der traditionsreiche Kleinzschachwitzer Gasthof entstand im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts als Fleischerei mit angeschlossener Schankwirtschaft. Wegen seiner günstigen Lage im Zentrum des Ortes und der Nähe zur Pillnitzer Elbfähre entwickelte sich das Lokal zur beliebten Ausflugsgaststätte. 1875 erhielt Selma Berger, Besitzerin der Fleischerei, die Konzession zur Verabreichung von Speisen, zwei Jahre später auch das Recht zum Branntweinausschank. 1893 ließ ihr Nachfolger, der Gastwirt Josef Walter, das Gebäude umbauen und um einen Saal mit 800 Plätzen erweitern. Regelmäßig fanden hier Tanz-, Theater- und andere Veranstaltungen statt. Hinzu kamen einige Pensionszimmer und eine Kegelbahn. Aus dieser Zeit stammt auch der Name “Goldene Krone”.

Nach dem Ersten Weltkrieg gingen die Gästezahlen zunächst zurück, erlebten jedoch in den Dreißiger Jahren und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg noch einmal einen Aufschwung. Zwischen Juli 1945 und 1947 diente die “Goldene Krone” als Quartier des Dresdner Operettentheaters, bevor die Bühne nach Leuben verlegt wurde. 1955 wurde der Saal geschlossen und an einen Tischlermeister verkauft, der hier Lagerräume und seine Werkstatt einrichtete. 1967 endete auch der Schankbetrieb. Heute werden die Räume gewerblich genutzt. Reste der einstigen Ausstattung sind noch erhalten.

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Storchenneststraße

Der kuriose Name Storchenneststraße hat nichts mit Störchen zu tun, sondern erinnert an die frühere volkstümliche Bezeichnung der Putjatin-Villa “Chaumiére”. Das Haus besaß zu dessen Lebzeit einen Turm mit einer aufgesetzten Dachterrasse, der wegen seines Aussehens an ein Storchennest erinnerte. Vor dem Ersten Weltkrieg wurde diese Straße Lutherstraße genannt.

Ab 1873 besaß der Kunstmaler Otto Försterling (1843-1904) sein Wohn- und Atelierhaus an der Storchenneststraße. Försterling schuf vor allem Landschaftsbilder und Radierungen, u.a. die Illustrationen zum Liederzyklus “Die schöne Müllerin” von Wilhelm Müller (“Das Wandern ist des Müllers Lust...”). Das Gebäude wurde nach 1990 für den Bau einer Neubausiedlung abgerissen.

Thömelstraße

Die Thömelstraße entstand 1995 im Zusammenhang mit dem Bau einiger neuer Wohngebäude am Sportplatz. Ihren Namen erhielt sie nach dem ersten hauptberuflichen Kleinzschachwitzer Gemeindevorstand Emil Bernhard Thömel (1858-1941). Dieser hatte das Amt 1897 übernommen und übte es bis zu seiner Pensionierung 1920 aus. Unter seiner Führung entstanden u. a. das Kleinzschachwitzer Rathaus, das Wasserwerk und eine moderne Gasstraßenbeleuchtung  für den aufstrebenden Villenvorort. Bis zum Bezug seiner Dienstwohnung im Rathaus wohnte Thömel in der noch erhaltenen Villa Kyawstraße 9.

 


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