Berthold-Haupt-Straße


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Die heutige Berthold-Haupt-Straße geht auf einen ehemaligen Feldweg nach Kleinzschachwitz zurück, der 1897 unter Regie des Leubener Gemeindevorstands Dittrich zur Straße ausgebaut und zunächst Königs-Allee genannt wurde. Bereits 1840 hatte man diesen Weg als Dresden - Pillnitzer Chaussee verbreitert und als Zufahrt zur Elbfähre genutzt. 1925 errichtete die Baugenossenschaft zu Leuben zwischen Königsallee und Pirnaer Landstraße mehrere Wohnhäuser mit über 1500 Wohnungen, welche heute zur Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft Dresden-Ost gehören.. Die Straßenbahnstrecke nach Kleinzschachwitz ging 1936 in Betrieb.

Foto: Die frühere Königs-Allee um 1920

Nach 1945 wurde die Königs-Allee in Berthold-Haupt-Straße umbenannt. Berthold Haupt (1905-1933), gelernter Buchdrucker, engagierte sich in den Zwanziger Jahren in der Arbeiterbewegung und gehörte der Leubener Ortsgruppe der SPD an. Am 26. Februar 1933 wurde er bei einer Protestdemonstration gegen die Machtübernahme der Nazis in der Nähe des Postplatzes von SA-Leuten erschossen. An ihn erinnert ein Gedenkstein in der Nähe der Einmündung der Freischützstraße. Im Haus Nr. 91 lädt seit 2009 Sachsens erstes Dunkelrestaurant mit dem Namen “Sinneswandel” zum Besuch ein. Speisen und Getränke werden in absoluter Dunkelheit serviert, um sich so voll auf Geruch und Geschmack konzentrieren zu können.

 

Einzelne Gebäude:

Nr. 109: Dieses Grundstück auf Kleinzschachwitzer Flur befand sich ab 1864 im Besitz des Königlich-Sächsischen Geheimrates Hans Ludwig von Oppell. Oppell übte zwischen 1831 und 1853 das Amt des Dresdner Polizeidirektors aus und war durch Grundstücksgeschäfte in der Äußeren Neustadt zu Wohlstand gekommen. Auf ihn geht die Bezeichnung “Oppellvorstadt” für das heutige Hechtviertel zurück. Das ursprünglich vorhandene bescheidene Sommerhaus in Kleinzschachwitz wurde durch mehrfache Anbauten und Erweiterungen zum repräsentativen Landsitz und blieb über 100 Jahre in Familienbesitz. Nach 1990 wuren die Gebäude liebevoll saniert.

Fährhaus (Nr. 130): Bemerkenswert ist die 1860 im Stil eines englischen Kastells errichtete Pontonierkaserne, die nach ihrer Fertigstellung bis 1911 Unterkunft der zur Bedienung der Pillnitzer Fähre eingesetzten Armeeeinheit war. Auch nach dem Betreiberwechsel der Elbfähre zur Sächsisch-Böhmischen Dampfschifffahrt blieb das Haus Aufenthaltsort der Fährleute. Später diente die einstige Kaserne viele Jahre als Verwaltungsgebäude der Dresdner Verkehrsbetriebe und beherbergt seit 2004 im Erdgeschoss eine Gaststätte (Foto). Ein weiteres Lokal befindet sich unmittelbar an der Fähre. Die kleine Schankwirtschaft mit Biergarten entstand 1949 und wurde im Volksmund auch “Holzoper” genannt.

 


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