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Coschütz unterstand gemeinsam mit zahlreichen weiteren Orten und Vorwerken ursprünglich
der Bartholomäuskapelle, die sich in der Nähe des Freiberger Platzes in der Wilsdruffer Vorstadt befand. Nach der Reformation wechselte die Zugehörigkeit zunächst zur Annen-,
später zur Kreuzkirche. Erst 1896 beschlossen die Gemeinden Coschütz und Gittersee die Bildung einer eigenen Parochie, so dass am 1. Januar 1897 die Auspfarrung der beiden Orte
erfolgte. Die Gemeinsamkeit endete jedoch bereits im gleichen Jahr am 1. August. Grund waren Streitigkeiten über den Bau einer gemeinsamen Kirche und die Nutzung des Friedhofes
in Gittersee. Nach einer “Volksabstimmung” der Einwohner des Ortes beschloss man die künftige kirchliche Selbstständigkeit.
Als eine der ersten Amtshandlungen des neu gewählten Kirchenvorstandes konnte am 16. Januar 1898 der Coschützer Friedhof an der Karlsruher Straße eingeweiht werden. In unmittelbarer Nachbarschaft hatte bereits
Plauen einen neuen Beerdigungsplatz für seine Toten geschaffen. Der Friedhof erhielt im gleichen Jahr eine Totenhalle und wurde 1903 nochmals erweitert.
1900 errichtete der Ort an der Windbergstraße ein Pfarrhaus mit Betsaal, welcher im Oktober eingeweiht wurde
(Foto). Sein heutiges Aussehen erhielt dieser Saal bei einem Umbau 1955. Nach Fertigstellung des Gebäudes wurde
mit den Vorbereitungen für einen Kirchenbau auf der gegenüberliegenden Straßenseite begonnen. Diese Planungen
scheiterten jedoch an Grundstücksfragen, so dass die Gemeinde bis heute ohne eigene Kirche geblieben ist. In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg wurde eineAngliederung an die Plauener Kirche erwogen, jedoch bald wieder
aufgegeben. 1953 erhielt das Pfarrhaus ein Glockentürmchen, in dem heute eine um 1490 gegossene Glocke schlägt, die nach dem Zweiten Weltkrieg vom Hamburger “Glockenfriedhof” geborgen werden konnte.
Innerkirchliche Sparmaßnahmen und ein Rückgang der Gemeindemitgliederzahl waren der Grund für eine engere Zusammenarbeit der beiden Kirchgemeinden von Coschütz und Gittersee. Seit 1977 wurden beide von einem Pfarrer
betreut und am 1. 1. 1987 schließlich vereinigt. Enge Bindungen bestehen zur Auferstehungsgemeinde Dresden-Plauen, der auch ein Großteil der Verwaltungsaufgaben übertragen wurden. |
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