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Die Bruno-Bürgel-Straße erhielt ihren Namen in der Nachkriegszeit nach dem Berliner Astronomen Bruno Bürgel (1875-1948). Der aus einfachen Verhältnissen stammende Bürgel befasste sich autodidaktisch mit der Sternenkunde und wurde vor allem durch seine populärwissenschaftlichen Bücher zur Astronomie bekannt. Die Cornelius-Gurlitt-Straße verdankt ihren Namen dem Kunsthistoriker Cornelius Gurlitt (1850-1938), der zahlreiche Werke zur sächsischen Architekturgeschichte verfasste und sich auch auf dem Gebiet der Stadtplanung und des Denkmalschutzes engagierte. Auf dem Grundstück Cornelius-Gurlitt-Straße 18 befand sich im 19. Jh. der Förderturm des Moritzschachtes, der vom Steinkohlen-Bauverein Gittersee betrieben wurde und 1857 Anschluss an die Windbergbahn erhielt. Später diente das heute nicht mehr vorhandene Gebäude als Gasthaus. Die frühere Bismarckstraße in Gittersee wurde nach 1945 in Emil-Rosenow-Straße umbenannt. Emil Rosenow (1871-1904) war zeitweise Chefredakteur der Zeitung “Chemnitzer Beobachter” und gehörte als Abgeordneter der SPD dem Reichstag an. Bekannt wurde sein Volksstück “Kater Lampe” über einen erzgebirgischen Spielzeugmacher. 2002 wurde dieses mit großem Erfolg an der “Komödie Dresden” neu inszeniert.Die Hermann-Michel-Straße verbindet die Karlsruher Straße mit dem früheren Bahnhof von Obergittersee. Das Empfangsgebäude am heutigen Endpunkt der Windbergbahn wurde vom Traditionsverein der Bahn originalgetreu restauriert. In den Räumen der Bahnstation erinnert eine kleine Ausstellung an die Geschichte der ältesten deutschen Gebirgsbahn. Unweit davon stehen als letzte Sachzeugen der Gitterseer Bergbaugeschichte zwei Fördertürme des ehemaligen Willi-Agatz-Schachtes. Die Straße erhielt ihren Namen nach dem früheren Gemeindeältesten Hermann Michel (1875-1944), der sich im Widerstandskampf gegen das Naziregime engagierte.
Foto: Das Bahnhofsgelände an der Hermann-Michel-Straße im Frühjahr 2003
Die Karl-Stein-Straße in Gittersee wurde nach 1945 nach dem kommunistischen Widerstandskämpfer Karl Stein (1902-1942) benannt, der ab 1934 der Gruppe um Fritz Schulze und Albert Hensel angehörte. Stein wurde mit seinen Mitkämpfern 1942 zum Tode verurteilt und hingerichtet. An ihn erinnert ein Gedenkstein an der Einmündung Potschappler Straße. Auf dem Grundstück Karl-Stein-Straße 10/11 bestand im 19. Jh. der Emmaschacht des Gitterseer Steinkohlenbauvereins.
Foto: Gedenkstein für den Widerstandskämpfer Karl Stein an der Potschappler Straße Der Meiselschachtweg an der Ortsgrenze zu Kleinnaundorf verdankt seinen Namen dem früheren Meiselschacht, der um 1840 vom Gitterseer Steinkohlenbauverein betrieben wurde. Das Huthaus an der Ecke Meiselschachtweg/Karlsruher Straße dient heute als Wohnhaus.
Foto: Das frühere Huthaus des Meiselschachtes an der Karlsruher Straße Die Oskar-Seyffert-Straße wurde im Zusammenhang mit dem Bau der Wohnsiedlung am Birkigter Hang in den Dreißiger Jahren angelegt. Der Name erinnert an den Maler und Volkskundler Oskar Seyffert (1862-1940), der 1897 zu den Mitbegründern des Vereins für Sächsische Volkskunde gehörte. Die von ihm zusammengetragene Sammlung wurde 1913 als Volkskunstmuseum im Jägerhof eröffnet, welches bis 1949 den Namen Oskar-Seyffert-Museum trug. Nach 1990 entstand an der Oskar-Seyffert-Straße eine Neubausiedlung. Die Paul-Büttner-Straße in Gittersee verdankt ihren Namen dem Komponisten und Dirigenten Paul Büttner (1870-1943), der ab 1924 Direktor des Dresdner Konservatoriums war. Als Leiter des Arbeitersängerbundes und Mitarbeiter der “Dresdner Volkszeitung” engagierte sich Büttner auch politisch und wurde deshalb von den Nazis nach 1933 aller Ämter enthoben. Die Potschappler Straße verbindet Gittersee mit dem Freitaler Stadtteil Potschappel. Im oberen Teil befindet sich der alte Dorfkern, in dem sich noch Reste der früheren dörflichen Bebauung erhalten haben. Nach 1990 entstand am Hang ein architektonischer interessanter Neubau mit Einkaufspassage. Der Ortsteil im unteren Teil der Straße an der Stadtgrenze zu Freital wurde früher als Niedergittersee bezeichnet und war Ausgangspunkt des einst bedeutenden Steinkohlebergbaus. Der frühere Gasthof, später auch “Potschappler Hof” genannt, ist noch erhalten, steht jedoch seit vielen Jahren leer.
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