Straßen und Plätze in Kaitz

 

Altkaitz

Am früheren Dorfplatz Altkaitz haben sich noch einige Gebäude aus der Vergangenheit des Ortes erhalten. Bedeutendstes Anwesen ist das 1672 entstandene Amtslehngut (Altkaitz Nr. 1), welches bis 1945 größter Grundbesitzer im Ort war. Die Flächen wurden 1946 an Neubauern verteilt, die sich 1952 zur LPG “Fortschritt” zusammenschlossen. Die historischen Gebäude, zu denen auch ein kleiner Gartenpavillon gehört, stehen unter Denkmalschutz.

Zum Amtslehngut gehörte auch die am Kaitzbach gelegene Hofemühle (Nr. 6), die ab 1670 das Privileg des Brot- und Mehlhandels in Dresden besaß. Im Wohnhaus Altkaitz Nr. 5 befand sich bis 1844 die erste Schule des Ortes. Unweit davon erinnert ein Denkmal an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Söhne des Dorfes.

 

 

 

 

Fotos: Altkaitz - Amtslehngut und Gartenpavillon - Kriegerdenkmal

Geschichtsstein: Ein weiterer Gedenkstein befindet sich an der Ecke Altkaitz / Possendorfer Straße. Das Denkmal erinnert an an das 800. Jubiläum der Ersterwähnung des Dorfes und wurde im September 2006 eingeweiht. Die ca. zwei Meter hohe Sandsteinsäule zeigt an ihrer Vorderseite das alte Dorfsiegel von Kaitz, an den Seiten sind wichtige Ereignisse der Ortsgeschichte und die früheren Schreibweisen von Kaitz dokumentiert. Geschaffen wurde der Gedenkstein vom Kaitzer Steinmetz Jens Krämer.

Franzweg

Der parallel zum Kaitzbach verlaufende Franzweg erhielt seinen Namen nach dem früheren Gemeindevorstand von Kaitz. Bürgermeister Franz erwarb hier 1839 ein Grundstück, auf dem 1844 ein neues Schulhaus errichtet wurde. Die Schule wurde mehrfach erweitert und wird heute von der  71. Grundschule Am Kaitzbach genutzt. Das 1849 umgebaute Wohngebäude Franzweg Nr. 12 gehört zu den ältesten Häusern in Kaitz und steht heute unter Denkmalschutz.

Innsbrucker Straße

Die große Straßenschleife Innsbrucker Straße wurde 1925 angelegt, um den Durchgangsverkehr aus dem Kaitzer Dorfkern herauszunehmen. Die Straße ist Teil der dichtbefahrenen Bundesstraße B 170 und wird gegenwärtig als Autobahnzubringer ausgebaut. Südlich des Ortes entsteht künftig die Autobahn- Anschlussstelle Dresden-Süd.

Foto: Blick von Altkaitz über die Innsbrucker Straße zur Südhöhe

Kaitzer Weinberg

Die Straße Kaitzer Weinberg wurde nach 1900 am Nordrand des Kaitzbachtales angelegt und mit Einfamilienhäusern bebaut. Noch bis 1887 wurden die Hänge als Weinberge genutzt. An diese Vergangenheit erinnert ein Winzerhaus im Grundstück Nr. 14, welches 1686 errichtet wurde. Das stark verfallene Gebäude konnte nach 1990 denkmalgerecht saniert werden. Gleichzeitig entstand ein heftig umstrittener moderner Neubau auf diesem Grundstück.

 

Café Weinberg: Das Café Weinberg entstand 1910 auf einem früheren Weinbergsgrundstück am Südhang des Kaitzbachtales. Die originalgetreu erhaltene Innenausstattung von 1912 stammt aus den Hellerauer Werkstätten und steht unter Denkmalschutz. 1999 wurde das beliebte Ausflugslokal saniert (Foto).

Paul-Richter-Haus: Da Kaitz nie eine eigene Kirche besaß und kirchlich zur Leubnitzer Kirche gehört, mussten die Bewohner weite Wege zum Gottesdienst zurücklegen. Aus diesem Grund wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in einem Haus am Kaitzer Weinberg ein Gemeindezentrum eingerichtet. Das als Paul-Richter-Haus bezeichnete Gebäude erhielt seinen Namen nach dem früheren Wilsdruffer Pfarrer Paul Richter (* 1894 in Kaitz, + 1942 im KZ Dachau), der als Mitglied der bekennenden Kirche von den Nazis verfolgt wurde. Sein Grab befindet sich auf dem Leubnitzer Friedhof.

  Feinste Christollen

Possendorfer Straße

Die Possendorfer Straße ist Teil der alten Landstraße von Dresden nach Possendorf, die bis zum Bau der Schleife Innsbrucker Straße 1925 direkt durch den Dorfkern führte. 1680 ließ der Besitzer des Amtslehngutes an dieser Straße einige Tagelöhnerhäuser errichten, die zur Unterbringung der Arbeitskräfte des Gutes dienten. Im 19. Jh. wurden in einigen Gebäuden kleinere Läden und Handwerksbetriebe eingerichtet. Die erhaltenen Häuser Nr. 27 bis 51 stehen zum Großteil unter Denkmalschutz (Foto). Die steinerne Bogenbrücke über den Kaitzbach entstand 1807.

Gasthof Kaitz: Ursprünglich befand sich hier auch der frühere Gasthof des Ortes (Nr. 21), der 1813 der Schlacht von Dresden zum Opfer fiel, bis 1828 jedoch wiederaufgebaut werden konnte. Nach 1945 wurde das Lokal geschlossen und das Gebäude 1979 wegen Baufälligkeit abgetragen.

 


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