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Am Dorfplatz Altmockritz haben sich noch zahlreiche historische Gehöfte aus der Vergangenheit des Ortes erhalten. Bemerkenswert sind die Bauernhöfe Nr. 1, Nr. 8, Nr. 12 und Nr. 14, die zum Teil noch Fachwerk, Torbögen und Eingangspforten aufweisen. Am Gut Altmockritz 14 erinnern Schlussteine von 1783 und 1861 an frühere Umbauten. Seit 2003 befindet sich hier die historisch-rustikale Gaststätte “Altmockritzer Bauernstube”. Das alte Spritzenhaus von 1785 in der Mitte des Platzes diente ursprünglich zur Aufbewahrung der Löschgeräte des Feuerspritzenverbandes Mockritz - Kleinpestitz. Später als Depot der Stadtreinigung genutzt, wurde das Gebäude 1982 zur Garage. 1997 sanierte der Landesverein Sächsischer Heimatschutz das kleine Bauwerk, welches heute als Vereinshaus genutzt wird. Zu den historischen Gebäuden im Dorfkern gehört auch das frühere Gemeindearmenhaus (Altmockritz 6) von 1839. 1994 musste dieses Haus wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Im Anschluss erfolgte ein Wiederaufbau unter weitgehender Wahrung des historischen Bildes.
Fotos: Gemeindearmenhaus (links) - Dorfplatz Altmockritz (Mitte) - Spritzenhaus (rechts) Gasthof Mockritz: Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gab es am Dorfplatz (Mockritz Nr. 2) einen kleinen Dorfgasthof, der von Louis Dögel bewirtschaftet wurde. Das Lokal bestand lediglich aus einer einfach ausgestatten Gaststube und den notwendigen Wirtschaftsräumen. Im Obergeschoss des Hauses, welches sich kaum von den übrigen Gebäuden am Dorfplatz unterschied, wohnte der Besitzer. 1896 ließ der Nachfolger Dögels, der Gastwirt Otto Schüttel, auf dem Nachbargrundstück Nr. 3 einen komplett neuen Gasthof errichten. Die Arbeiten leitete der Baumeister Heinrich Reif. Das neue Haus erhielt einen großen Saal, in dem neben Tanzveranstaltungen und Familienfeiern noch bis in die Nachkriegszeit Theateraufführungen stattfanden. Außerdem gab es zwei Gesellschaftszimmer, ein “Jagdzimmer” und einen Raum für Billardspieler. Ende der 60er Jahre wurde der Gasthof geschlossen und dient heute Lagerzwecken bzw. als Verkaufsstelle.
Foto: Der ehemalige Mockritzer Gasthof im Winter 2002
Der Arthur-Schloßmann-Weg wurde 1996 angelegt und nach dem Kinderarzt Dr. Arthur Schloßmann (1867-1932) benannt. Schloßmann gründete 1892 in Dresden-Johannstadt die erste Säuglingsklinik der Welt und leistete mit seiner Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Senkung der Kindersterblichkeit in Deutschland.
Die heutige Boderitzer Straße, benannt nach dem kleinen Ort Boderitz bei Bannewitz, war im Mittelalter zugleich Grenze zwischen dem Dresdner und dem Meißner Teil des Dorfes. Im nördlichen Bereich befand sich das alte Vorwerk, welches zeitweise dem Dresdner Bürgermeister Busmann gehörte. Dieser schenkte seinen Anteil 1398 der Kreuzkirche. Der südliche Dorfteil gehörte bis 1481 dem kurfürstlichen Obermarschall Hugelt von Slinitz, der seinen Besitz dann an das Bistum Meißen abtrat. Hier befand sich bis 1839 eine Garbensammelstelle für den Zehntbezirk Dresden zur Erhebung des Kirchenzehnts. Um 1900 entstanden an der Boderitzer Straße einige Mehrfamilienhäuser in der Nähe des Münzteiches. Die 1975 von der Zschertnitzer Straße nach hier verlegte Gärtnerei Schleinitz wurde Ende der 80er Jahre aus Altersgründen aufgegeben. Wohnhaus und Gewächshäuser sind jedoch noch erhalten. Unweit davon liegt die Gärtnerei Rudolph, welche 1908 entstand und heute von den Nachkommen als “Rudolphs Blumenland” bewirtschaftet wird. Teile des Geländes wurden 1935/37 mit zwei Doppelhäusern bebaut. Der Bozener Weg westlich des Dorfkerns wurde Anfang der 30er Jahre angelegt. Ebenso wie einige Straßen in den Nachbarorten Kleinpestitz und Kaitz erhielt er seinen Namen nach einer Stadt in den Tiroler Alpen. Beim Bau der Siedlungshäuser wurden 1934 und 1938 frühgeschichtliche Funde gemacht, darunter die Überreste eines Grubenhauses, welches die Besiedlung der Mockritzer Flur im 7./8. Jahrhundert belegt. Die Busmannstraße wurde 1904 als Albertstraße angelegt und 1990 im Zusammenhang mit dem Bau eines Wohnparks an der Boderitzer Straße verlängert. Der Name erinnert seit 1926 an das alte Dresdner Ratsherrengeschlecht der Busmanns, die mehrfach den Dresdner Bürgermeister stellten und auch in Mockritz Besitzungen hatten. Bekannteste Vertreter der Familie waren die Brüder Vincenz, Hans und Alexius sowie Lorenz Busmann d. Ä., der zwischen 1392 und 1406 regierender Dresdner Bürgermeister war. 1412 wurde er in der von der Familie gestifteten Busmannkapelle der Sophienkirche beigesetzt. Die nach 1990 neu angelegte Caroline-Bardua-Straße wurde nach der Malerin Caroline Bardua (1781-1864) benannt. Sie war Schülerin Gerhard von Kügelgens und lebte ab 1808 zeitweise in Dresden. Gemeinsam mit ihrer Schwester Mine schuf sie bei ihren häufigen Reisen vor allem Porträtdarstellungen und Kopien berühmter Gemälde.
Die Hans-Thoma-Straße, eine kurze Seitenstraße der Teplitzer Straße, entstand 1925 und wurde wenig später mit villenartigen Mehrfamilienhäusern bebaut. Ihren Namen erhielt sie nach dem deutschen Maler und Grafiker Hans Thoma (1839-1924), der durch seine naturnahen Landschaftsdarstellungen und Stilleben bekannt wurde. Thoma war ab 1899 Professor und Vorsteher des Meisterateliers der Karlsruher Kunstakademie und zugleich Direktor der dortigen Galerie. Die Wohnhäuser an der Julius-Scholtz-Straße entstanden nach dem Ersten Weltkrieg. Der Straßenname erinnert an den Maler
Julius Scholtz (1825-1893), der ab 1844 an der Dresdner Kunstakademie studierte und 1874 hier Professor für Zeichenkunst wurde. Bekannt wurde Scholtz vor allem als Porträtmaler. Der Münzteichweg ist Teil des alten Verbindungsweges zwischen Zschertnitz und Mockritz. Seinen Namen verdankt er dem früheren Münzteich, der 1621 als Wasserreservoir zum Betrieb der Dresdner Münze angelegt wurde. Später auch als Fischteich und zur Gewinnung von Kühleis genutzt, wurde der Münzteich 1925 zum Mockritzer Bad umgestaltet. Unmittelbar neben dem Haupteingang des Bades steht die früher beliebte, mittlerweile jedoch völlig verfallene ehemalige Ausflugsgaststätte “Grundschlößchen”.Die Otto-Pilz-Straße erhielt ihren Namen nach dem deutschen Bildhauer Otto Pilz. Bekannt wurde Pilz vor allem durch seine Tierplastiken. Die Trübnerstraße entstand in den Zwanziger Jahren und wurde ab 1925 mit Mehrfamilienhäusern und Villen bebaut. Benannt ist sie nach dem deutschen Landschaftsmaler Wilhelm Heinrich Trübner (1851-1917), der vor allem im bayrischen Raum tätig war und zahlreiche Zeichnungen und Gemälde mit Motiven aus Süddeutschland schuf. Die Welschhufer Straße wurde Mitte der Zwanziger Jahre angelegt, als hier eine Kleinhaussiedlung entstand. Ihren Namen erhielt sie nach dem heutigen Bannewitzer Ortsteil Welschhufe. 1975 legte man bei Baumaßnahmen Gräber der Laténe-Zeit frei. Im Anschluss an die bestehende Bebauung zwischen Boderitzer und Rippiener Straße wurden 1994/95 weitere Einfamilien- und Reihenhäuser errichtet.
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