Eisenhammerwerk


Die Geschichte des späteren Eisenhammerwerkes begann 1794, als der aus Stolpen stammende Hammerschmied Johann Gottfried Ulbricht im Weißeritztal auf Dölzschener Flur einen Eisenhammer einrichtete. Zuvor soll an dieser Stelle bereits ein Kupferhammer existiert haben. 1822 wurde der Betrieb durch zwei Dresdner Handwerksmeister erweitert. Um das beim Produktionsprozess anfallende eisenhaltige Wasser wirtschaftlich nutzen zu können, richteten die Besitzer ein Kurbad ein. Im “Schlacken-, Stahl- und Eisenbad” wurden Patienten mit Rheuma- Erkrankungen nach einem Verfahren des Freiberger Bergrates Johann Friedrich Henkell behandelt. Dieses Kurbad existierte bis 1873 und musste dann der Erweiterung des Betriebes weichen. Erhalten blieb das einstige Wohnhaus der Hüttenbesitzer mit der Gaststätte “Hüttenschänke” (Foto).

1827 erwarb Carl Friedrich August Krebs das Eisenhammerwerk. Krebs war auch Eigentümer der Burgker Steinkohlengruben und wurde später als Freiherr Dathe von Burgk in den Adelsstand erhoben. 1828 errichtete er im Plauenschen Grund eine Eisengießerei, der 1835 noch eine Maschinenfabrik folgte. Das ab 1846 nach einem Besuch des Wettiners als König-Friedrich-August-Hütte bezeichnete Unternehmen gehörte zu den modernsten Betrieben der Branche. Zwischen 1842 und 1849 war hier der erste koksbefeuerte Hochofen Sachsens in Betrieb. Außerdem gab es eine Modellwerkstatt, eine Zeug- und Emaillierhütte sowie eine Großschmiede mit 32 Feuern.

Nach dem Tod Dathes übernahm die in Chemnitz ansässige Sächsische Maschinenfabrik vorm. Richard Hartmann das Eisenhammerwerk. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs produzierte die Firma hier verschiedene Gussteile und Maschinen, darunter nach 1933 auch Rüstungsgüter für den Wehrmachtsbedarf. 1945 wurde ein Großteil der technischen Anlagen von der sowjetischen Besatzungsmacht demontiert. Nach Enteignung und Überführung in Volkseigentum konzentrierte sich das Eisenhammerwerk auf die Herstellung von Gusserzeugnissen für die Kfz-Produktion. Das Unternehmen wurde 1991 von ehemaligen Werksangehörigen von der Treuhand erworben und ist heute Hersteller von Gussteilen für den Kanalbau. Die historische Hüttenschänke konnte Anfang der 90er Jahre durch ABM-Kräfte restauriert werden und beherbergt im Obergeschoss ein kleines Werksmuseum. Das Foto zeigt im Vordergrund die Brücke der heute stillgelegten Anschlussbahn des Betriebes über die Weißeritz.

 


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