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Foto: Die Eisenbahnunterführung Altplauen kurz vor der Einstellung des Straßenbahnverkehrs 1998 Die erst nach 1945 über Altplauen - Reckestraße geführte Straßenbahnlinie wurde 1999 aus verkehrstechnischen Gründen stillgelegt und durch eine Neutrassierung über den Münchner Platz ersetzt. Das frühere Bahnhofsgebäude nutzt seit einigen Jahren ein Jugendklub. Zugleich dient es jedoch auch weiterhin als S-Bahn-Haltepunkt. Die nahegelegene Brücke über die Weißeritz wurde bei der Hochwasserkatastrophe vom 12./13. August 2002 zerstört und durch eine Behelfsbrücke ersetzt. Ein Ersatzneubau soll 2006 fertiggestellt werden. Die Agnes-Smedley-Straße trug vor 1945 den Namen Kielmannseggstraße, der an die Gräfin Auguste Charlotte von Kielmannsegge (1777-1863) erinnerte. Die als Verehrerin Napoleons bekannte Adlige wohnte bis zu ihrem Tod im Wasserpalais des Reisewitz´schen Gartens. Der Park wurde Ende des 19. Jh. mit Wohnhäusern und Industrieanlagen überbaut. Auch die Wohnhäuser an der Agnes-Smedley-Straße entstanden auf einem Teil des ehemaligen Gartengeländes. Im Haus Nr. 11 hatte ab 1906 die von Ida Bienert gestiftete erste Volksbibliothek Sachsens ihr Domizil. Nach 1945 wurde die Straße in Agnes-Smedley-Straße umbenannt. Die amerikanische Schriftstellerin und Journalistin Agnes Smedley (1894-1950) schloss sich in den Zwanziger Jahren der anarchistischen Bewegung an und nahm am Freiheitskampf in Indien und China teil. Zeitweise lebte sie in Berlin. Enge Kontakte unterhielt sie während des Zweiten Weltkrieges zum Agenten Dr. Richard Sorge, der in Japan für den sowjetischen Geheimdienst tätig war. Die Bamberger Straße bildet die nördliche Flurgrenze Plauens und wurde deshalb bis 1904 Grenzstraße genannt. An den einstigen Verlauf dieser Grenze erinnert noch ein alter Weichbildstein an der Kreuzung Kaitzer / Bamberger Straße mit der Nr. 72 und der Jahreszahl 1729. Die ersten Gebäude wurden 1879 errichtet. 1890 verlegte die renommierte Blechwarenfabrik Anton Reiche ihre Produktion auf ein Grundstück an der Bamberger Straße. Auch die Firma Weinhold & Albrecht, eine von mehreren Schokoladenfabriken in Plauen, hatte hier bis zum Zweiten Weltkrieg ihren Sitz (Bamberger Straße 20). Dieser Teil Plauens gehörte zu den am stärksten vom Luftangriff 1945 betroffenen Gebieten, weshalb heute nur noch wenige Reste der ursprünglichen Bebauung vorhanden sind. Zu den 1945 zerstörten Gebäuden gehörte auch das Wohnhaus Hohe Straße 22/ Ecke Bamberger Straße, in dem zwischen 1884 und 1890 der Sozialistenführer August Bebel lebte. Als erstes Haus der Südvorstadt konnte 1952 das Gebäude Bamberger Straße 43 in Privatinitiative wieder aufgebaut werden.
Zu den wichtigen Industriebetrieben Plauens gehörte bis zur Zerstörung 1945 die Schokoladenfabrik Petzold & Aulhorn an der Bienertstraße, die 1897 auf dem Gelände des Reisewitz´schen Gartens entstanden war (Foto) . Nach 1945 wurde die Bienertstraße in Kronacher Straße umbenannt, erhielt jedoch 1991 ihren früheren Namen wieder zurück. Die beim Hochwasser 2002 schwer beschädigte denkmalgeschützte Weißeritzbrücke wurde 2008 saniert und wird seitdem nur noch als Fußgängerbrücke genutzt. Die Coschützer Straße erhielt als eine der ersten Straßen Plauens bereits 1865 ihren Namen nach dem benachbarten Dorf Coschütz, welches sie mit dem Plauener Ortskern verband. Noch bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Flächen fast ausschließlich landwirtschaftlich genutzt. Zu den ersten Gebäuden gehörte die 1862 gegründete Schankwirtschaft am Hohen Stein mit ihrem Aussichtsturm. Wenig später begann die Bebauung der Straße mit Mietshäusern. Unter Denkmalschutz steht u.a. das vom Dresdner Spar- und Bauverein errichtete Wohnhaus Coschützer Straße 56 (“Plaut-Haus”). Unweit davon entstand Ende des 19. Jahrhunderts an der Flurgrenze zu Coschütz ein Mädchenheim als Unterkunft für elternlose Mädchen. Das für die Bebauung weniger geeignete Areal an der Felskante des Plauenschen Grundes wurde ab 1906 vom Mühlenbesitzer Erwin Bienert erworben und als Parkanlage gestaltet. An Stelle des heutigen F.-C.-Weiskopf-Platzes befand sich ursprünglich der Dorfplatz des Plauener Oberdorfes. Um den hier gelegenen Dorfteich standen die meisten Gehöfte des Ortes, darunter das 1608 entstandene Freigut zwischen Chemnitzer und Klingenberger Straße. Im Zuge der Entwicklung Plauens zum städtischen Wohnvorort wurde der Teich 1875 verfüllt und die Gebäude bis zur Jahrhundertwende 1900 abgetragen. An ihrer Stelle errichteten verschiedene Bauherren mehrgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser im Stil der Gründerzeit (Foto).
Nach dem Bau des Plauener Rathauses erhielt der Dorfplatz zunächst den Namen Rathausplatz und wurde 1904 in Chemnitzer Platz umbenannt. Der 1902 hier aufgestellte Müllerbrunnen ist bis heute ein Wahrzeichen des Stadtteils geblieben. Die Häuser an der Westseite mit dem Restaurant “Zum Müllerbrunnen” wurden 1945 beim Bombenangriff zerstört.
Die Friedrich-Hegel-Straße erhielt ihren Namen 1946 nach dem deutschen Philosophen Friedrich Hegel. Zuvor wurde sie als Daheim-Straße bezeichnet. Hegel (1770-1831) begründete das philosophische System des dialektischen “Dreischritts” und stellte die Bedeutung des Staates als Verwirklichung einer sittlichen Idee heraus. Die heutige Gitterseestraße trug vor der Eingemeindung den Namen Gartenstraße, da sich hier der gemeindeeigene Obstgarten befand. Dieser wurde 1711 vom Dorfrichter Ehrlich angelegt und mit Obstbäumen bepflanzt. Nach dem Tod Ehrlichs wurde das Areal an die Bauern des Dorfes aufgeteilt, die hier bis Ende des 19. Jh. Obst- und Gartenbau betrieben. 1904 wurde die Straße nach dem benachbarten Ort Gittersee benannt. Die Großmannstraße wurde im Zusammenhang mit der Schaffung des Fichteparkes angelegt. Ihren Namen verdankt sie dem früheren Plauener Gemeindevorstand Karl Gustav Großmann (1843-1900), der sein Amt ab 1876 ausübte. Unter seiner Führung entwickelte sich Plauen zum wichtigen Industrie- und Wohnvorort Dresdens. Großmanns Grab befindet sich auf dem Äußeren Plauenschen Friedhof. Die nach ihrer Straßenführung benannte Halbkreisstraße in Hohenplauen erinnert an die frühen Bebauungspläne der Dresdner Westend AG. Ursprünglich war die Anlage eines parallel-halbkreisförmigen Straßennetzes in diesem Bereich geplant, in dessen Zentrum der Westendpark (heute Fichtepark) lag. Bedingt durch den Ersten Weltkrieg konnte dieses Projekt jedoch nicht vollendet werden. Erst in den Zwanziger Jahren entstanden hier weitere Wohnhäuser, die sich jedoch nur teilweise an den ursprünglichen Absichten orientierten.
Foto: Blick in die Halbkreisstraße Die Hantzschstraße wurde 1934 nach dem Ornithologen und Polarforscher Bernhard Adolf Hantzsch (1875-1911) benannt. Hantzsch war zwischen 1898 und 1909 als Lehrer an der XV. Bürgerschule in Plauen angestellt und kam im Juni 1911 bei einer Expedition in der Nähe der Baffin-Insel in Nordkanada ums Leben. Sein Vater Adolf Hantzsch (1841-1920) gehörte zu den Mitbegründern des Vereins für Geschichte Dresdens. Die Hegerstraße wurde nach der Plauener Gutsbesitzerwitwe Amalie Wilhelmine Heger (1800-1877) benannt. Bei ihrem Tod hinterließ sie der Gemeinde 56.000 Mark als Stiftung für eine Kinderbewahranstalt, Vorläufer der späteren Kindergärten. 1883 konnte die Kinderbewahr- und Beschäftigungsanstalt der Heger-Bienert-Stiftung an der Nöthnitzer Straße 4 eingeweiht werden.
Foto: Villen an der Hegerstraße
Große Schäden richtete das Weißeritzhochwasser vom August 2002 an, welches die Straße unterspülte und einige Gebäude schwer beschädigte. Beim Einsturz eines Wohnhauses an der Ecke zur Würzburger Straße kam ein Mann ums Leben. Außerdem wurden fast alle Weißeritzbrücken in diesem Bereich zerstört bzw. schwer beschädigt.
Foto: Die Hofmühlenstraße nach dem Weißeritzhochwasser 2002 Walkmühle: Diese Mühle befand sich bis 1897 am rechten Weißeritzufer in der Nähe des Grundstücks Hofmühlenstraße 18. Das Wasserrad wurde dabei vom Mühlgraben der Bienertmühle angetrieben. Ursprünglich zum Walken von Stoffen und Leder genutzt erwarb um 1880 Traugott Gottlieb Bienert die Mühle und wandelte sie in eine Furnierschneidemühle um. Das Gebäude fiel am 31. Juli 1897 dem Weißeritzhochwasser zum Opfer und wurde nicht wieder aufgebaut. Unweit davon lag am Weißeritzmühlgraben eine weitere Walkmühle, die sich im Besitz der Dresdner Tuchmacherinnung befand. Die heutige Kantstraße hieß bis 1904 Seminarstraße, da sich hier das 1896 eröffnete Königliche Lehrerseminar befand. Der Name erinnert an den bedeutenden deutschen Philosophen Immanuel Kant (1724-1804). Kant gilt als bedeutendster Vertreter der klassischen deutschen Philosophie und wurde vor allem durch seine “Kritik der reinen Vernunft” bekannt. Im ehemaligen Seminargebäude hat heute das Gymnasium Dresden-Plauen seinen Sitz. Die Klingenberger Straße, benannt nach dem kleinen Ort Klingenberg im Weißeritzkreis, trug vor 1904 den Namen Poststraße, da sich hier das Postamt des Ortes befand. Zwischen Klingenberger und Chemnitzer Straße stand bis zum Abbruch 1895 das Freigut, welches sich zuletzt im Besitz der Familie Moses befand und größtes bäuerliches Anwesen Plauens war. Später wurden an seiner Stelle repräsentative Mietshäuser errichtet.Die Krausestraße oberhalb des Inneren Plauenschen Friedhofes wurde 1876 als Schulstraße angelegt, da sich hier das alte Plauener Schulhaus befand. Das historische Gebäude wurde 1900 wegen Baufälligkeit abgerissen. Die Lotzestraße entstand in den Zwanziger Jahren in der Nähe des Plauenschen Rings und wurde nach dem Philosophen Rudolf Hermann Lotze (1817-1881) benannt. Der aus Bautzen stammende Gelehrte gilt als Vertreter der vor dem Ersten Weltkrieg populären Lehre der “induktiven Metapysik”, welche moderne wissenschaftliche Erkenntnisse mit religiösen Glaubensvorstellungen in Einklang zu bringen versuchte. 2011 entstand auf dem Areal eines früheren Garagenkomplexes zwischen Lotzestraße und Passauer Straße ein kleines Wohngebiet mit Einfamilienhäusern und einer Kita. Die früher Räcknitzer Straße genannte Straße verbindet Plauen mit dem Nachbarort Räcknitz. 1904 erhielt sie nach dem kleinen Ort Nöthnitz bei Bannewitz den Namen Nöthnitzer Straße. Noch bis 1860 war dieses Areal weitgehend unbebaut und zeitweise Standort dreier Ziegeleien (Nr. 16-18). Um 1860 entstand die Ziegelei Ulbricht (später Bossneck), 1872 die “Maxhütte” genannte Ziegelei des Ratszimmermeisters Karl Fuchs sowie 1874 das Ziegelei-Unternehmen Behr & Co. Alle drei Ziegeleien wurden 1911 von der Familie Bienert erworben und in deren Baugesellschaft Dresden Süd-West mbH mit Sitz auf der Nöthnitzer Straße 50 eingegliedert. Noch bis 1930 waren die beiden erstgenannten Ziegeleien in Betrieb. Das früher als “Lehmgrube” bezeichnete Areal gehört heute zum Gelände der TU. In der Nähe der Einmündung in die Bergstraße befindet sich an der Südseite der Nöthnitzer Straße ein historischer Weichbildstein, wie er früher zur Markierung des städtischen Weichbildes (Stadtflur) verwendet wurde. Der Stein mit der Nummer 55 trägt die Jahreszahlen 1679 und 1729 und steht noch heute an seinem ursprünglichen Standort.
Zu den älteren Gebäuden der Nöthnitzer Straße gehört das an der Einmündung zur Westendstraße stehende Wohnhaus. Das Gebäude wurde 1924 vom Dresdner Architekten Curt Herfurth errichtet, der nach der Fertigstellung auch selbst eine Wohnung im Haus bezog. 1999 erfolgte eine umfassende Sanierung unter Wahrung des historischen Äußeren. 1997/99 wurden in der Nähe der Gleisschleife Münchner Straße einige moderne Institutsgebäude errichtet. Die Pläne für die Bauten, welche vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe bzw. für Physik komplexer Systeme genutzt werden, stammen vom Architekturbüro Brenner + Partner. Neben den eigentlichen Institutsgebäuden entstanden auch mehrere Gästehäuser für auswärtige Forscher. 2005 folgte in unmittelbarer Nachbarschaft das moderne Informatik-Zentrum für die Technische Universität. Später siedelten sich hier weitere Forschungseinrichtungen an.
Foto: Garten des Max-Planck-Institutes, ganz links eines der Gästehäuser
Bienert-Denkmal: Das Denkmal befindet sich in der Nähe der früheren Kinderbewahranstalt und wurde 1902 zur Ehrung des Plauener Mühlenbesitzers und Ehrenbürgers Gottlieb Traugott Bienert aufgestellt. Die Finanzierung der Bronzeplastik übernahmen Plauener Einwohner. Während des Zweiten Weltkrieges wurde diese zur Metallgewinnung demontiert, konnte jedoch nach Kriegsende auf dem Hamburger “Glockenfriedhof” sichergestellt und an die Familie Bienert übergeben werden. Seit 1994 steht das Denkmal wieder restauriert an seinem ursprünglichen Platz. Die Pestitzer Straße im Ortsteil Hohenplauen war seit Mitte des 19. Jh. Standort der Ziegelei Bossecker. Teile der früheren Ziegeleigebäude wurden später von einem Fuhrunternehmen genutzt. Die Straße selbst erhielt ihren Namen nach dem Bauernweiler (Klein-) Pestitz zwischen Räcknitz und Mockritz.
Zu den markantesten Wohnbauten in Plauen gehört die 1905 erbaute Villa Westendstraße 21/ Plauenscher Ring, die vom Büro William & Fischer entworfen wurde und zu den bedeutendsten Zeugnissen des Jugendstils in Dresden zählt (Foto). 1936 entstand im oberen Teil der hier Westendring genannten Straße eine bis heute erhaltene Aussichtsbastion. Außerdem gibt es hier einige Gaststätten wie die “Räuberschänke” (Nr. 10) und die 1995 eröffnete bekannte Szenekneipe “Paul Rackwitz” (Nr. 33).
Im Wohnhaus Reckestraße 5 entstand nach 1990 die Restauration Kielmannsegge, deren Name an die Gräfin Kielmannsegge, eine Geliebte Napoleons, erinnerte. Später existierte zeitweise die Gaststätte “Hola` Paraguay” mit südamerikanischer Küche, bevor in die Räume das italienische Restaurant “Il Grottino” einzog. Die Schleiermacherstraße beginnt an der Plauener Kirche und endet in der Nähe des Naturdenkmals Hoher Stein im oberen Teil von Plauen. Bis 1904 wurde sie Lutherstraße genannt. Bemerkenswertestes Gebäude ist das 1875/76 erbaute Schulhaus, welches heute von der 39. Grundschule genutzt wird. Ein Erweiterungsbau entstand 1898. Oberhalb dieser Schule liegt der vom Sohn des Mühlenbesitzers gestiftete Bienertpark. Der Name erinnert an den deutschen Theologen und Religionsphilosophen Friedrich Schleiermacher (1768-1834), der auch mit reformpädagogischen Gedanken für Aufsehen sorgte. Die um 1900 angelegte Gostritzer Straße im oberen Teil von Plauen erhielt nach der Eingemeindung des Ortes den Namen des deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer (1788-1860). Schopenhauer vertrat eine die Welt als Vorstellung und ihre Kräfte als Äußerung eines allgemeinen Urwillens auffassende Theorie und gehörte seit Mitte des 19. Jahrhunderts zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Philosophie. Um 1905 entstanden an der Schopenhauerstraße die ersten villenartigen Wohnhäuser. Nr. 1 / 3: Die beiden Wohnhäuser dienten in der unmittelbaren Nachkriegszeit zwischen Juli 1945 und Februar 1947 als sowjetische Ortskommandantur im 6. Rayon. Dazu waren die deutschen Bewohner zum Auszug gezwungen worden und durften erst nach Räumung der Gebäude in ihre Wohnungen zurück. Nr. 5: Zwischen 1909 und 1914 wohnte im 1. Obergeschoss dieses Hauses der aus Dänemark stammende Schriftsteller Karl Gjellerup mit seiner Frau Nina. Gjellerup war nach seiner Hochzeit mit der aus Dresden stammenden und bereits zuvor verheirateten Eugenia Bendix 1892 in die sächsische Residenz übergesiedelt. Für sein in Dresden entstandenes Werk “Der Pilger Kamanita” (1906) erhielt er 1917 den Literaturnobelpreis. Vom Preisgeld erwarb er die Villa Goethestraße 11 in Klotzsche, wo er bis zu seinem Tod 1919 lebte. Der Westendring entstand 1874 in Verlängerung der Ringstraße (ab 1904 Plauenscher Ring) und bildete zugleich die östliche Begrenzung des Villenviertels der Baugesellschaft “Dresdner Westend”. Ab 1927 verkehrte hier die bis nach Coschütz verlängerte Straßenbahn, welche 1999 über die neu angelegte Passauer Straße eine Verbindung zur Münchner Straße erhielt. In der Nähe der Straßenbahnhaltestelle Kotteweg befindet sich ein kleiner Aussichtspunkt mit einer Stützmauer am Hang und Treppenanlage. Diese entstand in den Dreißiger Jahren und wird „Liepschs Ruhe“ genannt. Der Name geht auf Max Liepsch, Besitzer der Zeitung “Dresdner Nachrichten”, zurück, der an dieser Stelle 1880 eine Ruhebank aufstellen ließ. Von oben bietet sich hier ein schöner Blick auf Dresden. Diese Straße im unteren Teil von Plauen wurde 1873/74 als Reisewitzer Straße (nach dem nahen Reisewitzschen Garten) angelegt und 1904 in Würzburger Straße umbenannt. In diesem Gebiet dominierten vor allem gewerbliche Unternehmen, östlich der Chemnitzer Straße lagen Villen und Mehrfamilienhäuser. In der Nähe der Weißeritz enstand ein Elektrizitätswerk, daneben die Großmolkerei DREMA. Das Eckgrundstück zur Chemnitzer Straße wurde von der Brauerei “Plauenscher Lagerkeller” (später Falkenbrauerei) eingenommen. Die DREMA Großmolkerei AG gehörte in den Dreißiger Jahren zu den modernsten Betrieben der Branche und wurde nach 1945 noch bis 1990 als Betriebsteil der Dresdner Milchwerke (zuletzt Sachsenmilch) fortgeführt. Seit 1991 hat auf diesem Areal an der Würzburger Straße der Feinkosthersteller Dr. Doerr seinen Sitz. Das Unternehmen wurde 1933 von Alice und Herbert Doerr gegründet und 1938 nach Klotzsche verlegt. Bis 1972 befand sich die Firma in Familienbesitz, wurde dann zwangsweise verstaatlicht und erst 1990 reprivatisiert. Hergestellt werden vor allem Salatcremes und verschiedene Feinkostsalate, welche den Betrieb zum Marktführer seiner Branche in Sachsen machten. Nr. 58: Die im süddeutschen Stil gestaltete Villa wurde 1908 nach Plänen des Architekten Otto Heinrich Riemerschmidt errichtet. Bauherr und erster Bewohner war der TH-Professor Richard Mollier (1863-1935). Mollier kam 1897 als Nachfolger Gustav Zeuners nach Dresden und wurde hier ordentlicher Professor für Maschinenlehre. Er gilt als einer der Pioniere der Thermodynamik. Nr. 69: Auch dieses Haus gehört zu den architektonisch interessanten Villen und Mietshäusern der Würzburger Straße. Die malerische Villa mit zahlreichen Schmuckdetails entstand 1906. Der ursprünglich Wettiner Platz genannte Platz erhielt seinen Namen Zwickauer Platz erst nach der Eingemeindung Plauens 1904. Gleichzeitig wurde die benachbarte Falkenstraße in Zwickauer Straße umbenannt.
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