Ziegelei Waschneck



Die Ziegelei Waschneck wurde als größte von einst drei Kleinlugaer Ziegeleien 1897 vom Gutsbesitzer Wilhelm August Heyde gegründet. Das Unternehmen bestand aus einem Ringofen, einem Trockenschuppen und mehreren Nebengebäuden. Hinzu kamen die notwendigen technischen Einrichtungen sowie eine zu deren Antrieb benötigte Dampfmaschine. Nach dem Eintritt des Gutsbesitzers Emil Waschneck firmierte das Unternehmen als Heyde & Waschneck Dachsteinfabrik und Dampfziegelei. Produziert wurden sowohl Ton- als auch Dachziegel sowie Hintermauer-und Hartbrandziegel, wobei meist Landarbeiter aus den umliegenden Dörfern Anstellung fanden.

Ab 1916 wurde das Unternehmen nur noch als Dampfziegelei Emil Waschneck bezeichnet. 1918 und 1921 zerstörten Brände einen Großteil des Betriebes, welcher jedoch wenig später seine Produktion wieder aufnehmen konnte. Erstmals kamen nun für den Lehmabbau moderne Bagger zum Einsatz. Bedingt durch den Beginn des Zweiten Weltkrieges erfolgten auch in Kleinluga Betriebseinschränkungen und ab 1940 eine zeitweise Stilllegung der Ziegelei . Bis zum Ende des Krieges war hier ein Lager der Luftwaffe untergebracht. Am 13. Februar 1945 richtete eine Luftmine erhebliche Schäden an Anlagen und Gebäuden an.

Foto: die Kleinlugaer Ziegelei Waschneck in den 30er Jahren

Nachdem mit Unterstützung der sowjetischen Militäradministration die Ziegelei wieder aufgebaut worden war, nahm man 1947 die Herstellung von Nasspresssteinen auf. 1950 erfolgte schließlich der Neubeginn der Ziegelproduktion. Mit Hilfe staatlicher Kredite und der Aufnahme einer staatlichen Beteiligung konnte die Ziegelei Emil Waschneck in den 50er Jahren nochmals modernisiert werden. 1972 wurde der Betrieb zum VEB umgewandelt und den Sächsischen Ziegelwerken Dresden mit Sitz in Langburkersdorf zugeordnet. Als eine der wenigen Dresdner Ziegeleien überstand das Lugaer Werk die Schließungswelle in den 70er und 80er Jahren und produzierte auch nach 1990 zunächst weiter. 1991 als E. Waschneck GmbH reprivatisiert, übernahm im gleichen Jahr die österreichische Eder GmbH die Leitung. Mangelnde Auslastung führten jedoch drei Jahre später zur endgültigen Produktionseinstellung. Die vorhandenen Gebäude wurden 1999 abgetragen, die markante Esse im Februar 2001 gesprengt. Ab 2009 soll zumindest die derzeit stillgelegte Lehmgrube reaktiviert werden. Als Produktionsstandort ist dann das Eder-Ziegelwerk in Freital vorgesehen.

 


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