Altleubnitz bildet den Dorfkern des früheren Bauerndorfes und besitzt zahlreiche
historische Bauerngüter, die heute unter Denkmalschutz stehen. Bemerkenswert sind der frühere Pfarrhof (Nr. 1) aus dem 16. Jahrhundert sowie die Dreiseithöfe
Altleubnitz Nr. 9, 11, 31 und 38 mit beeindruckenden Toranlagen. Neben diesen Bauernhöfen sind auch einige Häusleranwesen erhalten, die noch gut die ehemalige
soziale Struktur des Dorfes verdeutlichen. Im Haus Nr. 2 befand sich früher die Dorfschmiede (erbaut 1717) und im Gebäude Nr. 14 die einstige Mühle. Wichtigstes
historisches Gebäude ist jedoch das 1994 nach historischem Vorbild wiederaufgebaute “Steinerne Haus” des ehemaligen Klosterhofes (Nr. 12). Heute
befindet sich hier ein Hotel mit öffentlicher Gaststätte.
Einzelne Gebäude: Nr. 36:
An der Hauswand dieses historischen Leubnitzer Bauerngutes befindet sich eine Schrifttafel, welche auf die Bauzeit des Gutes um 1630 hinweist: “
Der Herr bewahre Deinen Eingang unnd Ausgang von nun an bis in Ewigkeit. Jos. Gof. Riger den 26. Mai 1631”. Foto: Altleubnitz um 1900 Chemisches Werk Dr. Klopfer (Nr. 39):
Das ehemalige Bauerngut Altleubnitz 39 wurde 1930 vom früheren Besitzer des Nahrungsmittelwerkes Dr. Klopfer erworben und für dessen Chemische Fabrik genutzt. Dr. Volkmar Klopfer hatte um
1900 auf der Dohnaer Straße 103 einen Betrieb zur Herstellung von Weizenmehlprodukten nach einem von ihm entwickelten Trennverfahren gegründet, schied jedoch nach Umwandlung dieses Werkes in eine Aktiengesellschaft 1924
aus. Die von ihm in einigen Nebengebäuden neu gegründete Chemische Fabrik verlegte ihren Sitz 1930 nach Altleubnitz.
Nach Plänen des Gostritzer Baumeisters Hermann Richter entstanden hier einige an die dörfliche Bebauung angepasste
Gebäude, in welchen ab 1931 Vitaminpräparate, Tabletten, Tropfen, Jod- und Schwefelpräparate hergestellt wurden. Bis
zu seinem Tod 1943 wurde der Betrieb von Dr. Klopfer selbst geleitet, danach übernahmen einige Angestellte das Werk.
Nach 1945 erfolgte eine Verstaatlichung der Dr. Klopfer GmbH und die Zusammenlegung mit anderen pharmazeutischen
Betrieben zum VEB Pharmaka. Ab 1974 gehörte er zum pharmazeutischen Betrieb Apogepha. Erst nach 1990 wurde die Produktion in Leubnitz eingestellt und der Gebäudekomplex zu Wohnungen und Geschäftsräumen umgebaut (heute
Thomas-Mann-Straße 10) Wettin-Denkmal: Der steinerne Obelisk in Form eines Eichenstammes wurde aus Anlass des 800. Jubiläums des Hauses
Wettin 1889 an der Menzelgasse / Altleubnitz aufgestellt. Mit dem Denkmal sollte die enge Verbundenheit der Leubnitzer
Bewohner mit dem regierenden Königshaus dokumentiert werden. Das aus Sandstein geschaffene Monument war
ursprünglich mit einer Bronzetafel und einer Einfassung versehen. Außerdem pflanzte man unmittelbar neben dem Denkmal eine Eiche, Symbol für das hohe Alter des Fürstengeschlechts. |