Christuskirche






Christuskirche
Dresden-Strehlen

Elsa-Brändström-Str. 1
01219 Dresden

Tel. 0351/710330

Die Strehlener Christuskirche entstand zwischen 1903 und 1905 auf einer Erhebung oberhalb des Dorfkernes. Zuvor wurde dieser Hügel auch als Steinbruch genutzt. Den hier gewonnenem Plänerkalkstein brannte man dabei in einem Kalkofen auf dem Gelände der heutigen Kleingartensparte. Nach ihrer Lage östlich bzw. westlich dieser Erhebung trugen die Felder der Strehlener Bauern einst die Namen “vor” und “hinter dem Steine”. Bis zur Einweihung der Kirche fanden die Gottesdienste der seit 1893 selbstständigen Kirchgemeinde in der Turnhalle der 23. Bezirksschule auf der Lockwitzer Straße statt.

Der zu den bedeutendsten Schöpfungen des Jugendstils in Sachsen zählende Kirchenbau entstand in dreijähriger Bauzeit nach Plänen des Architektenbüros Schilling & Gräbner und wurde am 19. 11. 1905 geweiht. Erst kurz zuvor hatten die Kirchenbehörden die Vorschrift aufgehoben, Kirchenneubauten nur in historischen Stilen zu errichten, so dass die Architekten einen größeren Gestaltungsspielraum erhielten. Die Strehlener Kirche war somit erster moderner Kirchenbau Sachsens nach Überwindung des Historismus. Die Innenraumgestaltung übernahmen die Monumentalmaler Karl Groß und Otto Gußmann, der für die Deckenmalereien und die Glasfenster verantwortlich zeichnete. Leider sind von den Fenstern nur noch die Entwurfszeichnungen erhalten geblieben.

1945 wurde die Christuskirche durch Brandbomben schwer beschädigt und konnte erst im Oktober 1951 wieder eingeweiht werden. Trotz der Schäden fanden bereits zuvor gelegentliche Konzerte in dem Gebäude statt. Für die meisten Veranstaltungen der Gemeinde wird heute jedoch das 1937 entstandene Kirchgemeindehaus gegenüber der Christuskirche genutzt. 1955 erhielt die Kirche drei ihrer ursprünglich fünf Glocken zurück. Eine Restaurierung der Jehmlich-Orgel erfolgte 1984/88, eine komplette Sanierung des gesamten Gebäudes in den Jahren nach 1990. Zuvor war bereits das Innere von Helmar Helas in Anlehnung an das ursprüngliche Aussehen wiederhergestellt worden. Der monumentale Bau mit seinen beiden 66 Meter hohen Türmen ist bis heute ein Wahrzeichen der Gegend und weithin sichtbar.

Am und im Gebäude befinden sich verschiedene künstlerische Darstellungen, die von bekannten Künstlern geschaffen wurden. Die monumentale Christusfigur über dem Haupteingang stammt, ebenso wie die beiden Engel und die Reliefs “Der Sämann” und “Der gute Hirte”, von Peter Pöppelmann. Bemerkenswert ist auch der Altar aus griechischem Marmor (Foto). Die beiden Bronzefiguren Paulus und Johannes wurden, wie auch die Figur des “Ecce Homo” in der Brauthalle, von August Hudler angefertigt. Karl Groß schuf den 1945 leider beschädigten Taufstein aus Serpentin, während die Bronzereliefs an der Kanzel von Arnold Kramer gestaltet wurden. Diese zeigen die Porträts zeitgenössischer Künstlerkollegen.

 


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