Der Dorfplatz Altstrehlen, der sich zu beiden Seiten des Kaitzbaches erstreckt, gehört zu den größten Dorfplätzen im Stadtgebiet. Ursprünglich gehörten auch Teile der Kreischaer
Straße und der Dohnaer Straße dazu. Ihr heutiges Aussehen erhielten die Gebäude nach dem letzten großen Dorfbrand im Jahr 1855. Weitere Häuser entstanden um 1900, als
sich Strehlen vom Bauerndorf zum Wohnvorort entwickelte. Oberhalb des Platzes steht seit 1905 die Strehlener Christuskirche. Zeitweise trug dieser Platz offiziell den Namen
Friedrich-August-Platz nach dem letzten sächsischen König.Trotz verschiedener Umbauten nach 1900 und Gebäudeabrissen in den 80er Jahren sind noch einige historische
Gehöfte erhalten geblieben. Bemerkenswert sind u. a. die Bauernhöfe Altstrehlen Nr. 10 und 13. Sämtliche Gebäude
werden heute nicht mehr landwirtschaftlich genutzt, sondern dienen Wohn- und Gewerbezwecken. Im 1856 nach einem Brand wiederaufgebauten Gehöft Altstrehlen Nr. 3 (Foto unten)
befindet sich seit der Rekonstruktion 1997 ein kleines Einkaufszentrum. An der Scheune informieren Schrifttafeln über die Geschichte des Anwesens:
Linke Schrifttafel (mit Darstellung eines Ährenbündels):
Wenn dir die Flammen Hab und Gut vernichten, so sieh ergebungsvoll zum güt´gen Vater auf. Mit Fleiß und seiner Hilfe wirst du dir errichten, was er genommen hat dir in dem Schicksalslauf.
Rechte Schrifttafel (mit Darstellung verschiedener landwirtschaftlicher Geräte:)
Die Gebäude dieses Gutes wurden am 18. Oktober 1855 ein Raub der Flammen und mit Gottes Hilfe von dem Besitzer Karl Traugott Heyne im Jahre 1856 wieder aufgebaut. An Stelle
des wegen Baufälligkeit abgerissenen Gebäudes Altstrehlen Nr. 4 entstand 2008 im Anschluss an die bestehende Gründerzeitbebauung ein modernes mehrgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus. Das von Architekt und
Bauherr Konrad Lentschig gestaltete Gebäude erregte wegen seiner Fassadengestaltung Aufsehen und wird von einigen Anwohnern als “unpassend” kritisiert, setzt jedoch einen modernen farblichen Akzent im Dorfkern.
|