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Die August-Bebel-Straße wurde im Zusammenhang mit dem Ausbau des Villenviertels Strehlen als Residenzstraße angelegt. Auf einem angrenzenden
Gartengrundstück entstand 1860 die Königliche Villa, Landsitz der Wettiner in Strehlen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Residenzstraße in Gerhard-Hauptmann-Straße umbenannt. Mit der Namensgebung sollte ausdrücklich der
eng mit Dresden verbundene Schriftsteller geehrt werden, weshalb auch das Prinzip durchbrochen wurde, Straßen nur nach bereits verstorbenen Persönlichkeiten zu benennen. In den Dreißiger Jahren wurde im früheren Park
der Königlichen Villa der Militärkomplex des Luftgaukommandos der Wehrmacht errichtet. In diesem Zusammenhang erhielt der Straßenabschnitt zwischen Strehlener Platz und Wasaplatz den Namen General-Wever-Straße. Walther
Wever war erster Stabschef der deutschen Luftwaffe und kam am 3. Juni 1936 bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Klotzsche ums Leben. Im westlichen Abschnitt der August-Bebel-Straße sind bis heute einige Villen aus dem 19. und vom
Beginn des 20. Jahrhunderts erhalten geblieben. Die Bauten entstanden ab 1850 für wohlhabende Dresdner Unternehmer und Künstler. Bemerkenswert sind die Häuser Nr. 27 und Nr. 30, die im
Neorenaissancestil bzw. im klassizistischen Stil gestaltet wurden. Das frühere Wohnhaus des Kunstmalers Wilhelm Claudius (Nr. 10), 1888 erbaut und 1910 um einen Atelierflügel erweitert, fiel 1985 dem Abriss zum Opfer
(Foto). Jüngeren Datums sind die erst nach 1900 errichteten Villen Nr. 23, Nr. 48 und Nr. 50, welche bereits modernere Bauformen und Jugendstildekor aufweisen. Heute
werden zahlreiche dieser Gebäude gewerblich genutzt.
Nach 1945 wurde die mittlerweile in August-Bebel-Straße umbenannte Straße unterbrochen und in das Gelände der
Militärakademie einbezogen. Erst 1990 konnten die meisten Gebäude einer zivilen Nutzung zugeführt und die Straße
wieder freigegeben werden. Im ehemaligen Offizierscasino befindet sich seit 1996 die vom Studentenwerk betriebene
Gaststätte “Tusculum”. Weitere Gebäude nutzt die Fakultät Erziehungswissenschaften der Technischen Universität. Der
Straßenname erinnert an den bekannten deutschen Arbeiterführer August Bebel (1840-1913), der zwischen 1884 und 1890 in Dresden-Plauen wohnte.
Militärakademie “Friedrich Engels”:
Die Militärakademie wurde am 5. Januar 1959 in Dresden gegründet und war höchste militärische Bildungsstätte der DDR. Genutzt wurden die Gebäude des früheren Luftgaukommandos auf der August-Bebel-Straße (Foto)
sowie einige in den 1960er und 70er Jahren auf dem Areal errichtete Neubauten. Die nach dem Arbeiterführer Friedrich Engels benannte Hochschule unterstand unmittelbar dem
Minister für Nationale Verteidigung und war trotz ihrer wissenschaftlichen Aufgaben ein Teil der NVA. Neben Führungskräften für die Nationale Volksarmee wurden hier
auch Offiziere aus befreundeten Staaten zu Diplom-Militärwissenschaftlern bzw. Diplom-Ingenieuren ausgebildet. Mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik wurde die Akademie aufgelöst und die
Gebäude an die Technische Universität Dresden übergeben.
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