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Das Löbtauer Vergnügungslokal “Musenhalle” entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts an der Kesselsdorfer Straße 17, Ecke Poststraße. Im Saal des Gebäudes fanden bis zum Ersten Weltkrieg regelmäßig Tanz- und
Varietéveranstaltungen sowie Konzerte statt. Zeitweise nutzte auch die Löbtauer Kirchgemeinde diesen Saal für ihre Gottesdienste. Außerdem besaß das Haus eine Weinstube, eine Stehbierhalle sowie einen großen Gästegarten.
Die von der örtlichen Bevölkerung gern besuchte “Musenhalle” musste Anfang der 1920er Jahre aus wirtschaftlichen
Gründen schließen. Die Räume wurden nun vom Kaufhaus Steinhard (ab 1938 Schumann & Co.) genutzt. Im Herbst
1929 wurde auf dem Grundstück ein Kino eröffnet, welches den Namen “Lichtspiele Musenhalle” erhielt, allgemein aber
als “Li-Mu” bekannt war. Der umgebaute Saal besaß über 1000 Sitzplätze, großzügige Vorräume und Foyers und gehörte
zu den modernsten Dresdner Filmtheatern. Bis 1945 wurden hier Filme gezeigt, bevor das Gebäude beim Luftangriff am
17. April 1945 in Trümmer sank. Durch den mutigen Einsatz des Besitzers Willy Schulze und einiger Anwohner konnten zumindest Teile des Gestühls und die wertvollen Vorführapparate gerettet werden. Diese kamen dann in der Filmbühne Wölfnitz im Saal des dortigen Gasthofes zum Einsatz. Die Ruine der Musenhalle wurde in der Nachkriegszeit abgerissen
und auf dem Areal eine Grünfläche angelegt. |
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