Die heutige Tharandter Straße wurde Mitte des 16. Jh. als Fußweg durch den Plauenschen Grund angelegt. 1745 erfolgte der Ausbau zur Fahrstraße, um eine bessere Verbindung zwischen dem Elbtal und den Dörfern
Potschappel und Döhlen zu schaffen. An der Kreuzung Kesselsdorfer/ Tharandter Straße befand sich einst der Löbtauer Weideplatz. Mit Ausnahme einiger Mühlen an der Weißeritz waren die Flächen links und rechts dieses
Weges unbebaut. Am Eingang zum Plauenschen Grund befand sich seit dem 17. Jh. das Areal des Reisewitz´schen Gartens,
welcher jedoch in der zweiten Hälfte des 19. Jh. der zunehmenden Bebauung weichen musste. Zeitweise bestanden in diesem Teil Löbtaus auch einige Handelsgärtnereien. Erst mit der Industrialisierung wuchs die Verkehrsbedeutung dieser Straße. Nach der
verstärkten Erschließung der Steinkohlevorkommen in Döhlen und Burgk erfolgte 1807/09 auf Betreiben der Königlichen Steinkohlewerke der Ausbau zur Chaussee,
die nun den Namen Kohlenstraße erhielt. 1872 wurde sie auf Löbtauer Flur in Plauensche Straße umbenannt, 1904 in Tharandter Straße. Dieser Name wurde nach
der Eingemeindung Dölzschens auch auf den anschließenden Abschnitt bis zur Freitaler Stadtgrenze übertragen.
Zu den bedeutenden Gebäuden und Einrichtungen in Löbtau gehörten das 1897 vollendete Löbtauer Rathaus sowie der Hotelkomplex
“Drei-Kaiser-Hof” an der Tharandter Straße, die jedoch beide 1945 den Bomben zum Opfer fielen. Auch
zahlreiche Wohngebäude sowie industrielle Anlagen wurden zerstört bzw. schwer beschädigt. Seit 1870 hatte sich der
gesamte Bereich zwischen Tharandter Straße und Weißeritz zum Industriegebiet entwickelt. Neben metallverarbeitenden
Betrieben befand sich hier auch die 1862 gegründete Dresdner Schokoladenfabrik Petzold & Aulhorn. In der Nachkriegszeit wurden diese Betriebe in volkseigene Unternehmen umgewandelt, so zum VEB Kupplungs- und
Triebwerkbau (Nr. 31/33) und VEB Vereinigte Metallgusswerke (Nr. 41). Heute nutzen verschiedene gewerbliche Unternehmen die Gebäude, darunter das Sächsische Druck- und Verlagshaus. Die 1902 entstandene Straßenbahn
wurde 1999 durch eine Buslinie ersetzt. Foto: Abzweig Tharandter Straße/Altplauen kurz vor Einstellung der Straßenbahn 1998 Kino in der Fabrik (Nr. 33):
Das Kino in der Fabrik (KiF) ging aus einer früheren Probebühne des Staatsschauspiels hervor. Nachdem das “Kleine Haus” an der Glacisstraße aus baulichen Gründen geschlossen werden musste, entstand
hier eine Interimsspielstätte, die sich als “TiF” (Theater in der Fabrik) vorrangig dem experimentellen Theater widmete
und jungen Künstlern eine Spielstätte bot. Im Juni 2004 wurde dieses Theater geschlossen. Seit März 2006 dienen die
Räumlichkeiten als privates Programmkino. Die drei von der APO Filmtheater GmbH betriebenen Säle bieten insgesamt Platz für ca. 300 Besucher. Außerdem ist ein kleines Restaurant geplant.
In Plauen verengt sich das Weißeritztal und bildet hier den eigentlichen Plauenschen Grund, der bis ins 19. Jh. wegen
seiner romantischen Landschaftsbilder Anziehungspunkt für Naturliebhaber und Künstler war. Neben einigen Mühlen
entstand hier auch die zu Dölzschen gehörende Siedlung Niederdölzschen. Wichtigstes gewerbliches Unternehmen war die aus einem Eisenhammer hervorgegangene Friedrich-August-Hütte, später Eisenhammerwerk Dölzschen genannt.
Zeitweise bestand auch ein Schlacke-Kurbad. Die früheren Mühlen entwickelten sich später zum Teil zu Großbetrieben wie den Bienert-Werken in Plauen und der König-Friedrich-August-Mühlenwerke AG in Dölzschen mit angeschlossener
Brotfabrik. Durch den Eisenbahnbau und die Industrialisierung verlor der Plauensche Grund an Bedeutung für den
Ausflugsverkehr. Heute ist die hier entlang führende Tharandter Straße eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen Dresden und Freital und wurde nach 1990 ausgebaut. |