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Die frühere Dorfstraße von Altbriesnitz erhielt 1926 den Namen Altbriesnitz. Hier befindet sich der Kern des aus zwei bischöflichen Vorwerken hervorgegangene Dorfes mit einigen historischen Gehöften, von denen das Bennogut das bedeutendste ist.
Gasthof Briesnitz: Der Gasthof entstand in seiner heutigen Form 1896 für den Briesnitzer Gastwirt A. Birnbaum. Zum Lokal gehörte auch ein Ballsaal für 400 Personen, der bis 1945 für Tanzvergnügungen genutzt wurde. Nach Zerstörung der großen Kinos der Innenstadt wurde in der Nachkriegszeit ein Filmtheater eingerichtet (“Film-Eck Briesnitz”). Heute wird der ehemalige Briesnitzer Gasthof unter dem Namen ”Beat Pol” (bis 2008 “Star Club”) für Diskotheken und Konzerte genutzt. Die Straße Am Kirchberg verbindet Briesnitz mit dem Nachbarort Kemnitz und wurde deshalb früher auch Kemnitzer Weg bzw. Kemnitzer Straße genannt. Am Kirchberg wurden bei Ausgrabungen bronzezeitliche Funde gemacht, die eine Besiedlung des Gebietes bereits um 1000 v. Chr. beweisen. Später soll sich hier eine Kultstätte der slawischen Göttin Priswiza befunden haben. Der frühere Omsewitzer Weg erhielt seinen heutigen Namen Am Lehmberg 1926 nach einem alten Flurnamen. Der lehmhaltige Boden um Briesnitz wurde bis in die 20er Jahre von einigen Ziegeleien genutzt. Die größte Briesnitzer Ziegelei, die Ziegelei Nötzold, entstand 1887 an der Meißner Landstraße und bestand bis 1926. Auf dem Gelände entstanden ab 1928 Wohnhäuser.
Foto: Wohnhäuser Am Lehmberg Der um 1900 angelegte Weg trug ursprünglich den Namen Turnerweg, da hier der Briesnitz-Cottaer Turnverein seine Turnhalle besaß. 1926 wurde der Weg umbenannt. Der Name An der Wasserschöpfe erinnert an die früheren Schöpfbrunnen, die sich bis um 1890 hier befanden und vom heute verschwundenen Briesnitzer Bach Wasserschöppe versorgt wurden.
Die Straße erhielt ihren Namen Auf dem Eigen 1921. Die Namensgebung weist auf die ab 1912 entstandene Briesnitzer Eigenheimsiedlung hin. Bauherr war die am 22. 7. 1911 gegründete Eigenheim-Siedelung Briesnitz-Dresden e.G.m.b.H., die hier bis 1913 erste Wohnhäuser errichtete. In den 20er und 30er Jahren wurde die Wohnanlage komplettiert. Die 1910 angelegte Straße Auf der Scheibe erhielt ihren Namen nach einer früheren Flurbezeichnung, die bereits im 19. Jh. auf alten Karten verzeichnet ist. Die meisten Wohnhäuser wurden jedoch erst um 1928 errichtet. An Stelle der zuvor üblichen Einfamilienhäuser entstanden hier mehrgeschossige Wohnblocks mit Mietwohnungen. Der Borngraben gehört zu den ältesten Briesnitzer Wegen und war letzter Teil des alten Bischofsweges, der von Meißen über Klipphausen zur Briesnitzer Furt führte. Seinen Namen erhielt er nach einem kleinen Quell, der früher auch zur Trinkwassergewinnung genutzt wurde. Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Meißner Landstraße 1938 wurde der Abschnitt zwischen Altbriesnitz und Elbe 1938 zugeschüttet. Die Wohnhäuser am Borngraben stammen aus den Jahren zwischen 1911 und 1938. Die Straße wurde 1913 angelegt und erhielt ihren Namen Eigenhufe nach dem alten deutschen Landmaß “Hufe”. Hier entstanden 1912/13 zahlreiche Einfamilienhäuser der Briesnitzer Siedlergemeinschaft (Foto).
Der Felix-Dahn-Weg wurde 1936 kurz vor Vollendung der Briesnitzer Siedlung angelegt. Der Name erinnert an den Historiker und Dichter Felix Dahn (1834-1912), der durch seinen historischen Roman “Ein Kampf um Rom” bekannt wurde. Auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei Nötzold wurden in den 30er Jahren einige architektonisch interessante Rundhäuser errichtet. Hier befindet sich heute eine 2004/05 sanierte seniorengerechte Wohnanlage der Eisenbahner-Wohungsgenossenschaft EWG. Benannt wurde das “Gertrud-Oeser-Haus” nach der mit 106 Jahren ältesten Genossenschaftlerin, die kurz vor der Einweihung verstorben war.
Auch diese Straße wurde nach einem früheren Flurnamen benannt und erhielt ihre offizielle Benennung Hammeraue 1913. Bereits im Mai 1912 war hier die Grundsteinlegung für die ersten Wohnhäuser der Briesnitzer Siedlung erfolgt. Ende Juli konnte mit der Nr. 48 das erste Gebäude bezogen werden. Während der Bauzeit befand sich an der Ecke zur Merbitzer Straße auch die vom Gastwirt Ernst Binder bewirtschaftete Kantine für die Arbeiter. Später wurden durch die Briesnitzer Siedlergesellschaft Grünflächen geschaffen, um so den Charakter der Gartenstadt zu unterstreichen. Die frühere Wettinerstraße erhielt 1926 den Namen Heroldstraße nach dem früheren Briesnitzer Pfarrer Johann Salomon Herold. Herold lebte im 18. Jh. und erwarb sich große Verdienste um die Entwicklung der Briesnitzer Kirchgemeinde. Außerdem verfasste er eine Chronik über die Geschichte des Gotteshauses. Sein Grab befindet sich auf dem Alten Briesnitzer Friedhof. Die Herweghstraße, die bis 1926 Leutewitzer Straße hieß, erhielt ihren heutigen Namen nach dem Lyriker Georg Herwegh (1817-1875). Herwegh verfasste zahlreiche politisch-revolutionäre Gedichte und nahm aktiv an der bürgerlichen Revolution 1848/49 teil. Der alte Verbindungsweg zwischen Briesnitz und dem Zschonergrund wurde früher als Zschonweg bezeichnet und erhielt erst 1910 seinen heutigen Namen. Bereits im 19. Jh. trug ein hier gelegenes Flurstück den Namen “Am Marktweg”, was auf die Bedeutung des Weges für den örtlichen Handel hinweist. Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden am Marktweg Eigenheime der Briesnitzer Siedlergemeinschaft. Im Haus Nr. 4 befand sich ab 1919 die Geschäftsstelle der Gesellschaft, bevor diese später zur Zschonerallee 1 verlegt wurde. Die Straße wurde 1910 als eine der ersten Erschließungsstraßen für die geplante Eigenheimsiedlung angelegt und nach einem Flurnamen Hammerberg (eigentlich Hammelberg) genannt. In einem der hier entstandenen Einfamilienhäuser (Nr. 2) lebte bis zu seiner Verhaftung 1935 der sozialdemokratische Politiker und Landtagsabgeordnete Max Sachs. Sachs starb wenig später an den Folgen von Misshandlungen durch die Gestapo im KZ Sachsenburg. 1945 wurde der Hammerberg ihm zu Ehren in Max-Sachs-Straße umbenannt. An seinem früheren Wohnhaus erinnert eine Gedenktafel an den Politiker.
Foto: Gedenktafel für Max Sachs am Wohnhaus Max-Sachs-Straße 2 - Blick in die Straße
Die Roquettestraße wurde bis 1909 Schillerstraße bzw. Maximilianstraße genannt, bevor sie ihren heutigen Namen erhielt. Otto Roquette (1824-1896) war zwischen 1853 und 1856 Lehrer an der Blochmannschen Erziehungsanstalt in Dresden und arbeitete später als Professor für deutsche Literatur und Geschichte in Berlin und Darmstadt. Die Schunckstraße erhielt ihren Namen 1897 nach der Briesnitzer Stifterin Helene Schunck (1846-1913), die sich für die Armenfürsorge in der Gemeinde einsetzte und den ersten Briesnitzer Kindergarten gründete. Der Name der Familie ist auch mit dem Schunck´schen Park an der Meißner Landstraße verbunden, der heute jedoch nur noch teilweise erhalten ist. Die Straße erhielt ihren Namen 1926, da sie unmittelbar an der 76. Volksschule vorbeiführt. Das Schulgebäude entstand bereits 1909 als drittes Briesnitzer Schulhaus. Im Zusammenhang mit dem Bau der Briesnitzer Siedlung wurden an dieser Straße Hausgärten für die Bewohner angelegt, die heute als Kleingartenanlage “Schulberg” genutzt werden.
Foto: Das dritte Briesnitzer Schulhaus am SchulbergDie Straße entstand 1912/13 im Zusammenhang mit dem Bau der Briesnitzer Siedlung und wurde nach ihrer Lage am Berghang Sonnenlehne genannt. Ein kleiner ursprünglich mit vier Lindenbäumen besetzter Platz an der Ecke zur Eigenhufe war 1912 Anlass zur Namensgebung der Straße Vierlinden in der neu entstandenen Eigenheimsiedlung Briesnitz. Die meisten Wohngebäude wurden zwischen 1911 und 1913 nach Plänen des Architekten Curt Herfurth errichtet. Nach dem Ersten Weltkrieg folgten die Häuser Nr. 16-22. Die Warthaer Straße verbindet die Stadtteile Cotta, Briesnitz, Leutewitz und Omsewitz und erhielt ihren Namen 1904 nach den Gemeinden Ober- und Niederwartha. Früher führte an dieser Straße ein Fußweg entlang des Briesnitzer Dorfbaches Wasserschöppe, an den ebenfalls ein Straßenname erinnert. Nach dem Ausbau zur Straße ab 1890 wurde sie in Briesnitz und Cotta Heinrichstraße, in Leutewitz Schulstraße genannt. 1876 hatte der Schulverband Leutewitz - Omsewitz - Ockerwitz hier sein Schulhaus errichtet. Die Namensgebung Heinrichstraße ist auf den Vornamen des früheren Cottaer Gemeindeältesten zurückzuführen. Die früher Fürst-Bismarck-Straße genannte Straße erhielt 1926 ihren heutigen Namen Wilhelm-Raabe-Straße nach dem deutschen Schriftsteller Wilhelm Raabe (1831-1910). 1859 weilte Raabe im Zusammenhang mit einer Bildungsreise für einige Monate in Dresden. Die Namensgebung Wolfszug erfolgte nach einem früheren Flurnamen im alten Briesnitz. Zuvor wurde der Weg Ockerwitzer Leichenweg bzw. Kohlweg genannt. Grund dafür war die Nutzung der Verbindung zwischen Ockerwitz und Briesnitz für den Kohlentransport der Zauckeroder Steinkohlegruben bzw. der Verstorbenen auf ihrem letzten Weg zum Briesnitzer Friedhof. Der heutige Straßenname erinnert zugleich an die Briesnitzer Sage vom Kroatenloch, welche im nahegelegenen Zschonergrund angesiedelt ist. Mit dem Bau dreier Doppelhäuser an dieser Straße endete 1914 der erste Bauabschnitt der Briesnitzer Siedlung. Erst in den Zwanziger Jahren konnten die verbliebenen Baulücken geschlossen werden.
Foto: Wohnhäuser an der Zschonerallee in der Briesnitzer Siedlung.
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