Alte Kapelle:
Die Alte Kapelle entstand vermutlich bereits im 13. Jahrhundert und gehört zu den ältesten Kirchen im oberen Elbtal. Ursprünglich war sie Teil eines 1263 erstmals genannten
Vorwerkes. Die 1358 als “Pfarre” bezeichnete Kapelle wurde 1441 der heiligen Dorothea geweiht und unterstand bis zur Reformation dem Domstift Meißen. 1492 ließ Dompapst
Johannes von Konigspergh das Vorwerk Cossebaude auflösen und gründete an seiner Stelle eine Weinbauern- und Häuslergemeinde, die er 1498 zum eigenen Kirchspiel erklärte.
Gleichzeitig ließ er ein Benefizium für diese Kapelle aussetzen, welches der Finanzierung der seelsorgerischen Arbeit diente. Die Alte Kapelle war zugleich auch Wohnsitz eines Priesters,
der mit der Überwachung des Weinbaus und der damit verbundenen kirchlichen Abgaben zuständig war. Erst etliche Jahre nach der Reformation, im Jahr 1578, wurde in dieser Kapelle der erste
evangelisch-lutherische Gottesdienst abgehalten. Anfang des 17. Jahrhunderts gelangte das Gotteshaus in Privatbesitz. Nach 1700 wurde der zweigeschossige spätgotische Kapellenbau (Foto oben)
aufgestockt und erhielt ein Walmdach. Seit 1901 ist die zuvor als Filiale zur Briesnitzer Kirche gehörende Gemeinde kirchlich selbstständig. Ein Jahr
später ließ man den ehemaligen Maschinensaal der Weinpresse des Dorfes zum Betsaal umbauen, welcher bis in die Gegenwart genutzt wird. 1904 kam ein 12 Meter hoher Glockenturm hinzu (Foto rechts)
, in dem bis 1917 drei Bronzeglocken der Dresdner Gießerei Bierling läuteten. Das heutige Geläut, welches die im Ersten und Zweiten Weltkrieg eingeschmolzenen Glocken ersetzt, stammt von 1999.
Nach der Wende erfolgte eine umfassende Sanierung der Kapelle, welche am 24. Mai 1992 als Ev.-Luth. Kirche Cossebaude neu geweiht wurde. Die Pläne für den Umbau
stammen von Dr. Gerd Bürger. Im Inneren befinden sich ca. 200 Plätze im Saal und auf der Empore sowie eine kleine Rühle-Orgel. Gegenwärtig plant die Gemeinde den Ankauf der früheren Hausorgel des Kreuzorganisten Herbert
Collum. Diese konnte nach dem Luftangriff aus dem teilzerstörten Wohnhaus Collums auf der Kaitzer Straße in Plauen
geborgen werden. Nach dem Tod des Musikers kam sie durch dessen Sohn nach Köln und blieb so bis heute erhalten. Das Instrument stammt aus dem Jahr 1942 und wurde in der Orgelbauwerkstatt Jehmlich gefertigt.
Bergfriedhof: Der Cossebauder Bergfriedhof
enstand 1919 außerhalb des Ortes in ruhiger Umgebung. Das waldbestandene Hanggelände wurde dabei terrassenförmig erschlossen und fortan als Begräbnisplatz für den Ort genutzt. Außerdem
baute man eine kleine Friedhofskapelle. Obwohl herausragende Grabdenkmale fehlen, ist der parkartige Friedhof wegen seiner naturnahen Gestaltung sehenswert . Foto: Bergfriedhof Cossebaude |