Die Geschichte der evangelisch-methodistischen Kirche reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Die von John und Charles Wesley gegründete Erneuerungsbewegung innerhalb der anglikanischen Kirche wurde später
von Auswanderern in die USA mitgenommen, wo sich erste methodistische Gemeinden bildeten. Der ursprünglich spöttisch genutzte Name geht auf die streng geordnete Lebensweise der Anhänger dieser Glaubensrichtung zurück.
Mitte des 19. Jahrhunderts kamen einige Prediger auch nach Sachsen und gründeten hier eigene Gemeinden. Besonders im Erzgebirge und im Vogtland entstanden methodistische Kirchgemeinden, die heute insgesamt ca.
64.000 Mitglieder zählen. Dresden erhielt seine erste evangelisch-methodistische Kirche im Jahr 1901, als im Hinterhof eines Gebäudes an der Katharinenstraße in der Neustadt ein Gemeindezentrum errichtet wurde. Weitere
methodistische Kirchen befinden sich in Bühlau und Striesen. Die Cottaer Immanuelkirche entstand 1927 auf dem Grundstück Hühndorfer Straße 22. Äußerlich ist das im Bauhausstil gestaltete Gebäude nicht als
Kirche erkennbar, da staatliche Bauvorschriften den Freikirchen keine öffentliche Repräsentation bei Kirchenbauten erlaubten. Ursprünglich nutzten die Cottaer Gemeindemitglieder privat angemietete Räume in einem
Nebenraum der Drogerie “Zur Schanze” und im Cottaer Postamt, bevor 1927 das neue Gemeindehaus bezogen werden konnte. Im Inneren befindet sich neben den Räumen für die Gemeindearbeit ein Kirchsaal mit 150
Plätzen. Gemäß den Regeln der evangelisch-methodistischen Kirche ist dieser weitgehend schmucklos gestaltet, besitzt allerdings ein Ende des 19. Jahrhunderts entstandenes Altarbild mit einer Darstellung von Jesus im
Tempel. 1947 ließ die Gemeinde eine Orgel der Dresdner Firma Jehmlich einbauen, erster Orgelneubau nach dem Zweiten Weltkrieg. Zwischen 1991 und 2007 wurde die Immanuelkirche umfassend saniert. In diesem Zusammenhang
entstanden auch die zwölf Glasfenster mit Darstellungen der kirchlichen Feiertage. Schöpfer war der Glasgestalter Manfred Korn. |