Das Schusterhaus entstand um 1890 in der Nähe der neuen Weißeritzmündung an
der Hamburger Straße 65. Beim Bau wurden dabei Spuren einer steinzeitlichen Siedlung entdeckt. Am 31. Juli 1897 zerstörte das große Weißeritzhochwasser das
Gebäude fast völlig. Bereits kurze Zeit später begann der Wiederaufbau des Schusterhauses im neobarocken Stil als Concert- und Balletablissement (Foto). Im
Erdgeschoss befanden sich die Restaurationsräume sowie das Bräustübel im bayrischen Stil, im Hintergebäude der Ballsaal mit zwei Seitenschiffen. Bis zum
Beginn des Ersten Weltkrieges gehörte die Großgaststätte mit ihrem 2000 Besucher fassenden Saal zu den wichtigsten Vergnügungslokalen im Dresdner Westen. Während der Kriegsjahre musste der
Gaststättenbetrieb vorübergehend eingestellt werden, da das Schusterhaus nun industriellen Zwecken diente.
In den Zwanziger Jahren gelang es den Besitzern, an die Traditionen der
Vorkriegszeit anzuknüpfen. Regelmäßig fanden Tanzveranstaltungen, Sommerfeste und Varietéveranstaltungen im Schusterhaus statt. Ab 1940 wurden die Räume als
Sammellager der Wehrmacht zweckentfremdet. Im März 1945 wurde das Gebäude bei einem Luftangriff schwer beschädigt und brannte teilweise aus. Die zuletzt noch
als Lagerräume genutzten Ruinen wurden in den 50er Jahren beseitigt.
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