Die Hamburger Straße nimmt ihren Anfang in der Friedrichstadt und führt von dort über Cottaer Flur bis zur Meißner Landstraße. Bereits 1437 wurde sie als “Breßnitzer Straße” (Briesnitzer Straße) erwähnt.
Nach dem Durchbruch der Wettiner Straße in der Wilsdruffer Vorstadt und dem Bau der Elbtalstraße nach Meißen erhielt sie ihre heutige Bedeutung als wichtige Verbindung zwischen der Innenstadt und den Westvororten. Bis
1904 wurde die Hamburger Straße in Cotta noch Meißner Straße genannt. Am 22. April 1900 fuhr erstmals eine Straßenbahn von der Friedrichstadt bis zum Schusterhaus an der Cottaer Flurgrenze. 1906 wurde diese Strecke bis
nach Cossebaude verlängert. An der Straße befinden sich bis heute zahlreiche gewerbliche Unternehmen und Einkaufsmärkte.Wichtigste Firma war ab 1884 die Nähmaschinenfabrik Seidel & Naumann, die mit ihren Produkten Weltruf erwarb. Nach Einstellung der Produktion befindet sich in
den Gebäuden heute das Technische Rathaus. 1935 entstand das Bahnbetriebswerk Dresden der Deutschen Reichsbahn mit seinen ausgedehnten Gleisanlagen und Richthallen. Zu den historisch bedeutenden Bauwerken der Hamburger Straße gehörten auch das 1945 zerstörte “Schusterhaus” in der Nähe der Weißeritzmündung und das Hofbrauhaus. 1997 wurde das Hotel “Mercure Elbpromenade“ eröffnet, zweites Haus der Hotelkette Mercure in Dresden. Die 1893 entstandene Weißeritzbrücke, eine genietete Fachwerkbogen- Konstruktion, ersetzte man 2002 durch einen Neubau. Unweit davon überspannt eine Fußgängerbrücke den Fluss.
Hofbrauhaus:
Das Hofbrauhaus entstand 1872 am Rande der Cottaer Flur und beschäftigte um 1900 ca. 250 Arbeiter. Besitzer war der Cottaer Unternehmer Bürstinghaus, der auch den Briesnitzer Park an der Meißner Landstraße anlegen ließ. Die moderne Großbrauerei
gehörte zu den zahlreichen Neugründungen, die nach Aufhebung des Bierzwanges und der Einführung der Gewerbefreiheit in der Dresdner Umgebung entstanden waren. Durch
den starken Konkurrenzkampf und Rohstoffmangel in den Jahren des ersten Weltkrieges geriet das Hofbrauhaus Cotta in wirtschaftliche Schwierigkeiten und musste 1921 den
Brauereibetrieb eingestellen. 1922 wurde auch die zugehörige Gaststätte geschlossen. Im Keller befindet sich ein Einstieg in das erste Lichtloch des Tiefen Elbstollens, der bei Cotta in die Elbe mündet.
Das Gebäude wurde daraufhin zum Wohnhaus umgebaut und später auch von einigen Gewerbebetrieben genutzt.
Zeitweise unterhielt hier die Pianofabrik Hupfeld - Zimmermann eine Niederlassung. Auf einem Teil des Geländes hatte
nach 1945 der VEB Chemiehandel Dresden seine Filiale. 1992/93 wurde ein Großteil der Nebengebäude zugunsten
einer Tankstelle abgerissen. Auch Teile des denkmalgeschützten Haupthauses fielen 1995 dem Abriss zum Opfer, der letzte Rest des Gebäudes verschwand 2008. Künftig ist an dieser Stelle ein Einkaufsmarkt geplant. |