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Gohlis entstand als Elbfischersiedlung auf einem flachen Uferstreifen unmittelbar
am Elbufer und wurde 1144 erstmals urkundlich erwähnt. Um 1260 war der Ort im Besitz der Herren von Goluz, die dem Meißner Domherren hier ein Vorwerk übertrugen. Nach Auflösung dieses Vorwerks wurde Gohlis in die
beiden Gemeindeteile Niedergohlis und Obergohlis geteilt. Niedergohlis war viele Jahrzehnte im Besitz des Klosters Seußlitz und kam nach der Reformation an einen Dresdner Ratsherren.
Von wirtschaftlicher Bedeutung war neben der Elbfischerei die Landwirtschaft, an die noch einige Bauerngüter im Ort erinnern. Historische Gehöfte aus dem 16. - 19. Jahrhundert sind in Obergohlis
noch an der Elbstraße, in Niedergohlis an der Dorfstraße (Foto) erhalten geblieben. Zu den interessantesten
Gebäuden gehören der Hof Dorfstraße 12 und der ehemalige Gohliser Gasthof, der 1784 erbaut wurde. Außerdem erinnern das alte Schulhaus, das Gemeindehaus, einige alte Pumpen, Wassertröge und Schlußsteine an die
Vergangenheit des Dorfes. Im 19. Jahrhundert siedelten sich auf Gohliser Flur zahlreiche Gärtnereien an, die
bis heute das Ortsbild prägen. 1886 erhielt der Ort eine eigene Schule. Seit 1906 fuhr die 1991 eingestellte Straßenbahnlinie nach Cossebaude durch Gohlis,
für die an der Meißner Landstraße ein Straßenbahnhof entstand. Später entstanden auch hier verschiedene kleinere Gewerbebetriebe. 1974 kam Gohlis
als Ortsteil zu Cossebaude und gehört seit dem 1. Juli 1997 zu Dresden. Bis 2000 war Obergohlis durch eine Elbfähre an der Gohliser Windmühle mit dem
gegenüberliegenden Serkowitz verbunden. Eine zweite Fährverbindung nach Kötzschenbroda war bereits 1956 eingestellt worden.
Im August 2002 gehörte der Ort zu den am stärksten vom Elbehochwasser betroffenen Gebieten. Niedergohlis, welches zuvor vollständig evakuiert worden war, stand mehrere Tage komplett unter Wasser, wobei zahlreiche
Wohnungen, Gewerbebetriebe und Gärtnereien zerstört wurden. Besonders betroffen war das Gebiet einer erst nach 1990 entstandenen Wohnanlage, die entgegen früheren Bestimmungen im Überflutungsgebiet der Elbe errichtet
worden war. Mittlerweile sind die meisten Hochwasserschäden wieder beseitigt. Gohliser Windmühle:
Die erste in Gohlis verbürgte Mühle war eine um 1570 erstmals erwähnte Schiffsmühle. Mehrfach wurde diese
zerstört, letztmals bei einem Brand 1764. Die Mühle befand sich in der Nähe der bereits 1337 erstmals erwähnten Elbfähre und stellte ihren Betrieb 1867 ein. Bereits seit 1784 besaß Gohlis jedoch auch eine Bockwindmühle an der früheren Ziegengasse.
Der heutige Windmühlenweg erhielt diesen Namen, da er ursprünglich dem Ziegenauftrieb zu den Elbwiesen diente. 1828 entstand hier die bis heute erhaltene Gohliser Windmühle, ein
Wahrzeichen des Ortes. Erster Besitzer war der aus Stetzsch stammende Gutsbesitzer Hefter. 1867 kam sie in den Besitz der Familie Heide, die neben der Mühle auch eine Gaststätte
einrichtete. Neben dem “Restaurant zur Gohliser Windmühle” gab es hier ab 1901 eine Bäckerei, später auch eine Bankfleischerei. Windmühle, Gastwirtschaft und Elbfähre waren
vor 1945, vor allem zur Zeit der Baumblüte, beliebtes Ausflugsziel. Der Mahlbetrieb war bereits 1914 eingestellt worden. 1925 ließ Max Heide, Sohn des ersten Gastwirts, die Gebäude gründlich sanieren und erweitern.
Nach 1945 verfielen Mühlen- und Gaststättengebäude, so dass letzteres in den 70er Jahren abgerissen werden musste. Zuvor war dieses zeitweise als Bezirksschule der FDJ, als Ferienlager und Lehrlingswohnheim genutzt
worden. In der Mühle selbst bestand noch bis 1961 ein kleines Museum. Die unter Denkmalschutz stehende Windmühle wurde 1983 rekonstruiert und einige Jahre als Jugendclub genutzt, verfiel später jedoch erneut. 2001
wurde das Gelände an einen Privatmann verkauft, der hier die Einrichtung einer Gaststätte und eines kleinen Mühlenmuseums vorbereitete. Zum Auftakt entstand im Sommer 2003 ein Biergarten am Elberadweg. 2006 begannen
die Sanierungsarbeiten an der historischen Mühle, welche wenig später auch ihre Flügel zurückerhielt (Foto). Nach
deren Abschluss konnte die Gohliser Windmühle im September 2007 der Öffentlichkeit übergeben werden. Seitdem
steht die Mühlenstube mit ihren 21 Plätzen als Gaststätte und für Familienfeiern zur Verfügung. An den Wochenenden finden auch Führungen durch das Gebäude statt. Weiterführende Literatur und Quellen
Gohliser Nachrichten 7. Juni 2011:
Der Kiosk im Kaffee- und Biergarten der Gohliser Windmühle wird bei einem Brand völlig zerstört. Ursache war vermutlich ein Blitzschlag, welcher den Ausschank in Flammen setzte. Bis zum Wiederaufbau soll die Bewirtschaftung des beliebten Ausflugsziel durch Verkaufswagen abgesichert werden.
13. Dezember 2010:
Die Stadtratsfraktion der Linken fordert die Wiedereinrichtung einer Fähre zwischen Gohlis und Kaditz. Die 2000 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellte Fährverbindung würde sich unter den jetzigen Bedingungen wieder lohnen, da sowohl die Gohliser Windmühle als auch der beidseitig ausgebaute Elberadweg potentielle Fahrgäste anziehen.
19. März 2009:
Das historische Begergut an der Gartenstraße 7 in Gohlis wird bis 2010 saniert und zu einer kleinen Wohnanlage ausgebaut. Dafür werden die beiden erhaltenen Flügel des 1863 erbauten Dreiseithofes umgebaut. An Stelle der abgerissenen Scheune könnte künftig ein Neubau mit weiteren Wohnungen entstehen.
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