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Die Entstehungsgeschichte der Zschonermühle liegt im Dunkeln, da Dokumente
über den ersten Mühlenbau fehlen. Vermutlich entstand sie zu Beginn des 16. Jh. Erstmals erwähnt wurde die Ockerwitzer Mühle 1568 im Zusammenhang mit
einem Streit um die Wasserrechte im Zschonergrund. Bereits zwei Jahre später war die Zschonermühle erneut Gegenstand umfangreichen Aktenverkehrs, als der
Kurfürst jeglichen Mahlbetrieb innerhalb einer Meile um seine Amtsmühlen verbot. Betroffen war auch der Müller Gregor Götze, der in einem Bittgesuch auf die existenzielle Bedeutung der Mühle im Zschonergrund für seinen
Lebensunterhalt hinwies. In diesem Zusammenhang findet sich auch eine ausführliche Beschreibung der von Götze vorgenommen Erneuerungen seit Übernahme der Mühle im Jahr 1533. Die Mühle besaß damals zwei Mahlgänge und
ein “Ölgezeug”. Außerdem gehörte ein Garten und eine Wiese zum Grundstück, welches von allen Erbdiensten befreit
war. Obwohl die Mühle nur örtliche Bedeutung hatte und lediglich von den Bauern der umliegenden Orte Ockerwitz, Merbitz, Podemus und Leuteritz genutzt wurde, hielt der Kurfürst an seinem Verbot fest, entschädigte den
Mühlenbesitzer Götze jedoch mit einer jährlichen Zahlung von 20 Gulden.
Dieses Mahlverbot scheint wenige Jahre später jedoch wieder aufgehoben worden sein, da die Zschonermühle auch weiterhin bestand. Zeitweise wurde sie auch als Sägemühle genutzt. 1812
kam die Mühle in den Besitz der Familie Kunze, in dem sie viele Jahrzehnte blieb. Die Zschonermühle wurde umgebaut und erhielt dabei im Wesentlichen ihr heutiges Aussehen.
Nachdem sich der Zschonergrund Mitte des 19. Jh. zum Ausflugsziel entwickelt hatte, wurde die Mühle auch als Schankstätte genutzt und war beliebtes Ziel für Wanderungen durch den Grund.
1940 wurde der Gaststättenbetrieb jedoch eingestellt.
Die nach 1945 stark verfallene Zschonermühle wurde Mitte der 80er Jahre von ihrem heutigen
Besitzer privat erworben und in Eigeninitiative restauriert. 1991 konnte in der Mühle eine historische Gaststätte
eröffnet werden. Auch die komplett erhaltene historische Mühlentechnik und das betriebsfähige Wasserrad können
besichtigt werden. Regelmäßig finden auf dem Gelände verschiedene kulturelle Veranstaltungen statt. Regelmäßig sind Puppenspieler, Musiker und Kleinkünstler in der Mühle zu Gast. |
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