Drescherhäuser





Als Drescherhäuser wurde früher eine kleine Siedlung an der Flurgrenze zwischen der Friedrichstadt und Löbtau bezeichnet. Die einfachen Gebäude entstanden 1663 und dienten den auf dem Ostravorwerk beschäftigten böhmischen Tagelöhnern und deren Familien als Unterkunft. Ursprünglich bestand der kleine Ort, der 1688 als “die 14 Häuser zu Treschersdorf”, 1804 als Dreschersdorf bezeichnet wurde, aus 14 Wohngebäuden, von denen 12 dem Ostravorwerk gehörten. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden vier weitere Häuser errichtet, die sich im Privatbesitz befanden.

Im Zuge des Niedergangs des Ostravorwerkes wandelte sich auch die Bevölkerungsstruktur der Drescherhäuser, die um 1900 meist von Handwerkerfamilien bewohnt wurden. Zudem gab es in einem der Häuschen die Gartenwirtschaft "Alt Dresden" mit Kegelbahn. Die mit kleinen Gärten umgebenen Fachwerkhäuschen waren ein beliebtes Motiv für Maler und Fotografen, entsprachen jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits längst nicht mehr den Anforderungen an moderne Wohnbedingungen. Zuletzt nutzte man die Gebäude als vorübergehende Unterkunft für Obdachlose. 1934 wurde das letzte Drescherhaus abgebrochen. An ihrer Stelle befindet sich heute eine 1917 gegründete Kleingartenanlage. Außerdem erinnert der Straßenname Drescherhäuser an die einstige Tagelöhnersiedlung.

 

Fotos: Die Drescherhäuser in den Zwanziger Jahren und die heutige Straße Drescherhäuser im Winter 2006
Die kleine Siedlung befand sich auf dem Areal der Gartensparte ungefähr in Höhe des heutigen Straßenknicks.

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