Die Elisenstraße verdankt ihren Namen der früheren Schankwirtschaft “Elisens Ruh”. Diese ging aus dem Mitte des 18. Jahrhundert entstandenen Vorwerk “Hopfgartens” hervor und wurde um 1800 zum Gartenlokal umgewandelt. Nach der 1822 mit nur neun Jahren verstorbenen und im Park des Grundstücks beerdigten Tochter des Grundstücksbesitzers Friedrich Waeber und seiner Frau Karoline erhielten Grundstück und Schänke ihren Namen. 1842 verließ Waebers Witwe Dresden und ließ die verstorbene Tochter auf den Eliasfriedhof überführen (Gruft Nr. 98 an der Südmauer). In Erinnerung an diese Begebenheit wurde 1849 die Elisenstraße benannt. 1878 wurde der Schankbetrieb eingestellt und das Gelände wenig später mit Wohnhäusern bebaut. Lediglich der Name “Elisens Ruhe” blieb noch bis 1945 durch eine gleichnamige Gaststätte am Bönischplatz / Ecke Wintergartenstraße erhalten. Von der Vorkriegsbebauung der Elisenstraße ist heute nichts mehr erhalten.
Im Zuge des Wiederaufbaus der Johannstadt wurde die Elisenstraße mehrfach unterbrochen und 1960 in Hans-Grundig- Straße umbenannt. 1993 erfolgte die Rückbenennung des nördlichen Teilabschnitts zwischen Florian-Geyer-
und Gerokstraße in Elisenstraße. Die übrigen Teile werden heute weiterhin als Hans-Grundig-Straße bzw. Georg-Nerlich- Straße (südlich der Striesener Straße) bezeichnet. Einzelne Gebäude:
Pianofortefabrik Rosenkranz: Zwischen 1876 und 1893 hatte auf der Elisenstraße 27/28 das bekannte Dresdner Klavierbauunternehmen Rosenkranz seinen Firmensitz. Bereits 1882 wurde der Betrieb jedoch zur Tolkewitzer Straße, 1893 schließlich zur Nicolaistraße verlegt, wo die Firma noch bis 1934 existierte.
Palmgarten:
Auf dem Grundstück Elisenstraße 60 (Ecke Hopfgartenstraße) befand sich ab 1895 das Tanz- und Vergnügungslokal “Palmgarten”, welches neben den “Blumensälen” zu den größten Johannstädter Vergnügungsstätten gehörte. Die Gastwirtschaft besaß neben Restaurant und Versammlungsräumen einen großen Ballsaal und wurde 1945 zerstört.
Foto: Blick in den Ballsaal des “Palmgartens” |