Stübelallee


Die Stübelallee führt an der Nordseite des Großen Gartens entlang und verbindet dabei die Altstadt mit den östlichen Stadtteilen. Ihren Namen erhielt sie 1895 nach dem Dresdner Oberbürgermeister Paul Alfred Stübel (1827-1895). Stübel ließ sich nach seinem Jurastudium 1853 als Advokat in Dresden nieder und gehörte bereits mit 29 Jahren dem Stadtrat an. 1866 übernahm er die Leitung des Stadtbauamtes und wurde am 24. April 1877 zum Oberbürgermeister gewählt. Maßgeblich war er am Aus- und Umbau der städtischen Infrastruktur beteiligt und ließ zahlreiche neue Straßenzüge, Brücken, Schulen und öffentliche Gebäude errichten.

1874 begann die Bebauung der Nordseite der Stübelallee durch die Dresdner-Ostend-Gesellschaft, während die Südseite bis heute vom Großen Garten bzw. vom Botanischen Garten eingenommen wird. In einem dieser Gebäude (Nr. 37) wohnte in den 1930er Jahren der Musikdirektor des Dresdner Schauspielhauses Bernhard Eichhorn. Bekannt wurde er als Komponist zahlreicher Filmmelodien, u.a. für die UFA-Streifen “Kleider machen Leute” und “Dr. Crippen an Bord”. Die Gebäude fielen 1945 sämtlich dem Luftangriff zum Opfer. Ebenfalls zerstört wurde das erst 1926 erbaute Planetarium.

Zwischen 1973 und 1975 entstanden zwischen Stübelallee und Comeniusstraße mehrgeschossige Plattenbauten und Wohnhochhäuser, welche das Neubaugebiet Johannstadt nach Osten abschlossen. Ergänzt wurden diese durch eine Kaufhalle und Kinder- und Sozialeinrichtungen. 1994 folgte der moderne Gebäudekomplex der Berufsgenossenschaft Feinmechanik und Elektrotechnik.

 

Einzelne Gebäude:

Akzisehaus: Das kleine Gebäude entstand Anfang des 19. Jahrhunderts an der Flurgrenze zu Striesen und diente der Erhebung der Akzise, einer Einfuhrsteuer, die auf nach Dresden eingeführte Waren erhoben wurde. Mit Abschaffung dieser Verbrauchssteuer und der Eingemeindung Striesens nach Dresden verlor das Haus seine Funktion und dient seitdem Wohnzwecken.

Lipsiussäule: Die Lipsiussäule wurde 1912 an der Einmündung der Lipsiusstraße in die Stübelallee aufgestellt und erinnert an den Architekten und Baurat Konstantin Lipsius (1832-1894), welcher in Dresden als Schöpfer der Kunstakademie auf der Brühlschen Terrasse bekannt ist. Außerdem schuf er 1884 den Sockel des “Goldenen Reiters”, entwarf das Fabrice-Mausoleum an der Stauffenbergallee und war am Bau mehrerer Blasewitzer Villen beteiligt. Das Denkmal besteht aus einem verzierten säulenartigen Unterbau, welcher von einer sitzenden Sandsteinfigur bekrönt wird. An der Seite befindet sich eine Inschrift mit Namen und Lebensdaten des Baumeisters.

Während die umliegenden Gebäude 1945 völlig zerstört wurden, überstand die Lipsiussäule den Luftangriff schwer beschädigt. Aus Sicherheitsgründen wurde die Figur um 1950 entfernt und ist seitdem verschollen. 2005 erfolgte eine Wiederherstellung und Restaurierung des Denkmals nach historischem Vorbild.

Literatur zur Johannstadt und anderen Stadtteilen finden Sie auch hier:

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