Eisenstuckstraße


Die Eisenstuckstraße entstand im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und bildete viele Jahre die südliche Grenze der Südvorstadt. Ihren Namen erhielt sie nach dem Juristen und Dresdner Kommunalpolitiker Christian Gottlob Theophil Eisenstuck (1773-1853). Eisenstuck war an der Umsetzung der Reformen von 1830/32 beteiligt und hatte zwischen 1832 und 1837 den Vorsitz der Kommunrepräsentanten, einem Vorläufer der Stadtverordneten-Versammlung, inne.

Während nördlich der Straße die Villen des “Schweizer Viertels” das Bild prägten, blieb der in Richtung Plauen gelegene Teil der Südvorstadt zunächst unbebaut und wurde als Garten- und Ackerland genutzt. Erst nach Verabschiedung eines Bebauungplanes im April 1899 begann man auch hier mit der Errichtung von Einzelhäusern, die meist von Fabrikanten, höheren Beamten bzw. Universitätsprofessoren bewohnt wurden.

Von der erhaltenen Vorkriegsbebauung sind u. a. das 1898 von Friedrich Otto Richter erbaute Wohnhaus Nr. 5 sowie die von Wilhelm Seifert entworfenen Mietshäuser Nr. 25 und 44 (1897) bemerkenswert. Seifert war auch Architekt der heute von der Burschenschaft “Cheruscia” genutzten Villa an der Ecke zur Rugestraße (Nr. 50 - Foto).  Im Gegensatz zur frühen Villenbebauung weisen diese Gebäude aufwendigere Fassadengestaltungen mit neogotischen und neobarocken Elementen auf. In einer Rundbogennische an der Eisenstuckstraße 25 stand einst eine nach 1945 entfernte Bismarck-Statue. Zwischen 1921 und 1925 nutzte die katholische Gemeinde einige Räume im Nachbarhaus (Nr. 27), bevor die St.-Paulus-Kirche auf der Bernhardstraße eingeweiht werden konnte.

An Stelle der 1945 zerstörten Häuser entstanden 1955/58 Wohnhäuser im Rahmen eines Sonderprogramms für Bergleute der SDAG Wismut. Fassadenreliefs, Schlußsteine und Erker knüpfen an Dresdner Bautraditionen an. Durch den Bau der Wohnzeile Budapester Straße wurde der westliche Straßenteil von der Eisenstuckstraße abgeschnitten. Nach 1990 erhielt dieser Abschnitt den Namen Glauchauer Straße.

 

Fotos: architektonische Details aus den Wiederaufbaujahren nach 1945

 


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