Leipziger Bahnhof


Der Leipziger Bahnhof wurde 1837/39 als Ausgangspunkt der ersten deutschen Fernbahnstrecke nach Leipzig errichtet und am 7. April 1839 feierlich in Betrieb genommen. Für den Bau hatte die Bahngesellschaft 4,5 Hektar Land auf Neudorfer Flur erworben. Für die Abfertigung der Passagiere entstanden zwei kleinere Gebäude mit Billettverkauf, Restauration, Expedition und Verwaltung sowie einigen Wohnungen für Bahnbeamte. Hinzu kamen eine überdachte dreigleisige Wagenhalle, ein Wagenschuppen, zwei Güterböden sowie die erforderlichen technischen Einrichtungen. Die für die Öffentlichkeit gedachten Gebäude waren durch einen bogenartigen Laubengang verbunden und gaben dem Vorplatz des Empfangsgebäudes ein repräsentatives Aussehen (Bild).

Bereits 1857 machten sich jedoch erste Erweiterungen der Bahnanlagen erforderlich. Dafür wurden, mit Ausnahme der beiden Hauptpavillons, alle Bauten abgebrochen und durch Neubauten ersetzt. Das neue Empfangsgebäude bestand nun aus einem großen Mittelbau und zwei symmetrischen Seitenflügeln. Es erhielt großzügige Wartehallen, Schalter für den Fahrkartenverkauf und mehrere insgesamt 650 m lange Bahnsteige. Zwei Hallen, eine für abfahrende, die andere für ankommende Züge, dienten der Abwicklung des Personenverkehrs. Nach dem Bau der Marienbrücke endeten hier auch die aus Böhmen kommenden Züge, für die die sogenannte Prager Halle angelegt wurde. Außerdem entstanden ausgedehnte Anlagen für den Güterverkehr sowie der “Maschinenbahnhof” mit Lok- und Kohlenschuppen sowie einem Verladeperron. 1876 besaß der Leipziger Bahnhof insgesamt 32 km Gleise, 152 Weichen, fünf Lokomotiv- und zwei Wagendrehscheiben.

1880 wurden die Anlagen des Leipziger Bahnhofs erneut umgestaltet. Vor allem technische Neuerungen machten diese Umbauarbeiten erforderlich. Diesen fiel auch die Prager Halle zum Opfer, während die übrigen Gebäude noch bis zur Einstellung des Personenverkehrs 1901 in Betrieb waren. Nach Fertigstellung des neuen Bahnhofes Dresden-Neustadt wurde der Leipziger Bahnhof am 1. März dieses Jahres geschlossen und diente fortan nur noch als Güterbahnhof. Die vorhandenen Gebäude nahmen u.a. die Bahnhofsverwaltung, die Eilgutabfertigung sowie die Büros einiger Speditionen auf. Während des Zweiten Weltkrieges starteten von hier die Güterzüge zur Deportation der Dresdner Juden ins Rigaer Ghetto bzw. in die Vernichtungslager.  Bombenschäden vernichteten 1945 Teile der historischen Anlage, die jedoch in ihren Grundzügen noch heute erhalten ist. Leider gelang es bislang nicht, die inzwischens stark sanierungsbedürftigen Gebäude (Foto) einer neuen sinnvollen Nutzung zuzuführen. Erwogen wurde bislang u.a. die Einrichtung eines Eisenbahnmuseums bzw. eines Informationszentrums für Touristen oder die Umgestaltung des Areals zum Einkaufszentrum.

 


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