Straßen und Plätze der Leipziger Vorstadt


Alexander-Puschkin-Platz


Auenstraße

Die Auenstraße geht auf einen alten, jedoch nicht benannten Fußweg zwischen Leipziger Straße und den Scheunenhöfen zurück. Durch den Bahnbau und die Anlage des Städtischen Schlachthofes wurde dieser Weg später unterbrochen und überbaut. Seit 1861 trägt das Reststück an der Großenhainer Straße den Namen Auenstraße.

Bärnsdorfer Straße

Die Bärnsdorfer Straße existierte bereits im Mittelalter und verband als Alte Radeburger Straße die Stadt Altendresden mit Radeburg. Gleichzeitig bildete sie bis 1866 die Grenze zwischen Neudorf und den zur Neustadt gehörenden Scheunenhöfen. Das Gelände war noch bis nach dem Ersten Weltkrieg zum Großteil unbebaut und wurde von ausgedehnten Feldern bzw. Gartenkolonien eingenommen. Am nördlichen Ende gab es die beliebte, nach 1960 abgerissene Schankwirtschaft “Zur Grünen Aue” (Foto). 1925 wurde die Alte Radeburger Straße ausgebaut und nach dem kleinen Ort Bärnsdorf bei Moritzburg benannt. Aus einem früheren Sportplatz ging später das Stadion der Bauarbeiter hervor, welches in den 1950er Jahren noch um eine Radrennbahn erweitert wurde. Um 1925 entstand zwischen Bärnsdorfer Straße und Hechtstraße eine Wohnsiedlung des Kleinwohnungs-Bauvereins Dresden.

Kleingartenverein “Rudolphia”: Die Kleingartenanlage zwischen Bärnsdorfer und Johann- Meyer-Straße wurde 1902 angelegt und sollte nach dem Willen ihres Initiators Erich Rudolph vorrangig der Erholung der Arbeiter im dichtbesiedelten “Hechtviertel” dienen. Anfangs standen dafür insgesamt vierzig Gärten zur Verfügung. 1914 erfolgte nach Ankauf weiterer Flächen eine Erweiterung des Geländes auf 6,8 Hektar mit insgesamt 310 Parzellen.

In den Zwanziger Jahren entstand das nach einem weiteren Förderer der Sparte benannte Kulturheim “Otto Stamm”, welches Schauplatz verschiedenster Veranstaltungen war. Beliebt waren regelmäßige Konzerte und Sportwettbewerbe sowie das alljährliche Sommerfest des Vereins. Heute gehören zur “Rudolphia” 271 Gärten, was den Verein zu einem der größten in Dresden macht. An den Vereinsgründer Erich Rudolph, dem die Sparte auch ihren Namen verdankt, erinnert ein Gedenkstein (Foto).

Kleingartenverein “Rosenhain”: Der zu den kleineren Vereinen in diesem Gebiet gehörende KGV “Rosenhain” wurde 1902 von einem Herrn Schwips gegründet. Die Anlage erstreckt sich entlang des Bahndamms und der Hansastraße und besitzt heute 51 Parzellen.

Die Bärwalder Straße wurde in den Zwanziger Jahren beim Bau des Wohnviertels um den Niederauer Platz angelegt und am 23. September 1926 nach dem Ort Bärwalde bei Radeburg benannt. Die Wohngebäude entstanden nach Plänen Otto Schuberts für den Kleinwohnungs-Bauverein Dresden. Während des Luftangriffs vom 2. März 1945 entstanden an den Gebäuden teilweise Schäden. Stark zerstört wurden u.a. die Häuser Nr. 5 und 7. Eine umfassende Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Wohnanlage erfolgte ab 2000.

 

Fotos: Wohnsiedlung Bärwalder Straße um 1930 - Blick in die Bärwalder Straße

Berbisdorfer Straße

Die Berbisdorfer Straße wurde nach dem Ersten Weltkrieg im Zusammenhang mit dem Bau einer genossenschaftlichen Wohnsiedlung angelegt. Die meisten Straßen in diesem Viertel sind nach Orten nördlich von Dresden benannt. Deshalb erhielt auch diese Straße am 12. Mai 1927 ihren Namen nach dem Ort Berbisdorf bei Radeburg.

Bischofsplatz

Als Bischofsplatz wird seit 1892 die Straßengabelung am westlichen Ende des Bischofsweges im früheren Scheunenhofviertel benannt. An seiner Südseite liegt der Innere Neustädter Friedhof, während die Ostseite von den Bahnunterführungen der Strecken nach Leipzig und Görlitz beherrscht wird. Seinen Namen verdankt er dem Bischofsweg, einem bereits im 13. Jahrhundert von den Meißner Bischöfen angelegten Verbindungsweg von Meißen nach Stolpen.

1926 entstand am Bischofsplatz nach Plänen von Martin Pietzsch das Kino “TeBe”, später auch als T.B.- Lichtspiele (= Theater am Bischofsplatz) bezeichnet. Das Filmtheater besaß 500 Plätze und hatte bis Ende der 1960er Jahre geöffnet. Nach seiner Schließung dienten die Räume zeitweise als Möbellager, später auch als Verkaufsstelle.

Da der Bischofsplatz 1945 von größeren Kriegsschäden verschont blieb und so sein Bild als typisches Arbeiterviertel der Gründerzeit bewahren konnte, drehte Kurt Maetzig hier in den 1950er Jahren verschiedene Szenen seines Thälmann-Films. Die Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz. Bemerkenswert war bis zu ihrer Demontage 2011 eine noch erhaltene Leuchtwerbung der Meißner Schuhfabrik an einer Giebelwand zur Hechtstraße (Foto). Die 1961 von der Dresdner Firma “Neon-Müller” geschaffenen Elemente wurden beim Abbau geborgen und sollen nach ihrer Restaurierung an anderer Stelle wieder angebracht werden.

Buchenstraße

Die Buchenstraße wurde 1859 im Zusammenhang mit dem Ausbau des Hechtviertels angelegt und zwei Jahre später offiziell benannt. Zu den ersten Gebäuden gehörten die vom Dresdner Kaufmann Johann Meyer finanzierten Arbeiterwohnhäuser der nach ihm benannten “Johann- Meyer-Stiftung” (Nr. 24-27). Mit dem Bau wollte der durch Großhandelsgeschäfte zu Wohlstand gekommene Unternehmer menschenwürdige Unterkünfte für Arbeiterfamilien schaffen. Die 1873-76 von Carl Lisske entworfene Anlage gehört zu den ältesten Sozialsiedlungen in Dresden und steht unter Denkmalschutz.

Weitere Wohngebäude entstanden Ende des 19. Jahrhunderts bzw. nach 1990, darunter das Comfort Hotel (ab 2007 Best Western Macrander)mit öffentlicher Gaststätte “Orangerie” (Foto). Im Eckhaus zur Oppelstraße (Rudolf-Leonhard-Straße) befand sich vor dem Ersten Weltkrieg das Lokal “Petzbräu” (Nr. 6). Im Nachbarhaus Nr. 8 hatte 1930 die Möbelfabrik Türpe ihren Sitz. Später nutzte die Zentralgenossenschaft Deutscher Drogisten die Räume.

Conradstraße

Die heutige Conradstraße wurde einst als “Marienwegel” bzw. Rosmarienweg bezeichnet und verband die Scheunenhöfe mit der Landstraße nach Großenhain. 1874 bekam sie ihren heutigen Namen nach dem Wettiner Konrad dem Großen (1099-1157). Konrad erhielt 1130 die Mark Meißen zum Lehen und war maßgeblich am Ausbau der wettinischen Macht im Elbe-Saale-Gebiet beteiligt. Als Begründer der über 800-jährigen Herrschaft des Fürstenhauses in Sachsen führt er den Fürstenzug an. Die Wohnhäuser der Eisenbahner- Wohnungsbau-Genossenschaft zwischen Conrad-, Hansa- und Großenhainer Straße entstanden zwischen 1927 und 1930 nach Plänen von Curt Herfurth.

Der Ebersbacher Weg entstand Mitte der Zwanziger Jahre beim Bau der Wohnsiedlung “Oberer Hecht” rund um den Niederauer Platz. Seine Benennung erfolgte 1927 nach dem Ort Ebersbach in der Nähe von Radeburg.

Die 1901 so benannte Eisenbahnstraße befindet sich südwestlich des Bahnhofes Dresden-Neustadt. Jenseits der Straße lag der teilweise auf dem Gelände des einstigen Leipziger Bahnhofes entstandene Güterbahnhof Dresden-Neustadt. Seit dessen Schließung 2005 liegt das Gelände brach, eine Bebauung ist jedoch geplant. Die Eisenbahnstraße ist zudem Teil einer bei Umleitungen und Verkehrsstörungen genutzten Gleisschleife der Dresdner Straßenbahn.

Eisenberger Straße

Die Eisenberger Straße wurde 1888 an Stelle eines Feldweges angelegt und erhielt ihren Namen nach dem Ort Eisenberg, der heute unter dem Namen Moritzburg bekannt ist. In der Folge wurden hier im Abschnitt nördlich der Leipziger Straße mehrgeschossige Wohnhäuser errichtet. Außerdem existierten bereits um 1890 zwei Gastwirtschaften, die den Namen “Stadt Oschatz” (Nr. 1) und "Restaurant Kurfürst Moritz" (heute “Lilienstein” - Nr. 15) trugen. 1911 folgte das Doppelhaus Eisenberger Straße 16/18 als Teil einer Wohnanlage des Kleinwohnungsbauvereins.

Der südliche Abschnitt der Straße bis zum Elbufer blieb hingegen unbebaut, Aus einem hier 1933 von der Allianz-Versicherung auf dem Gelände des früheren Elbwerders angelegten Sportplatz ("Allianz-Arena") ging das heutige Stadion des Sportvereins “TSV Rotation Dresden 1990 e.V.” hervor (Foto vor 1945). Nach einem Dresdner Antifaschisten wurde es bis 1990 offiziell als “Paul-Gruner-Stadion” bezeichnet. Gegenüber befindet sich das Kinderfreizeitzentrum “Eselnest”. Am Ende der Straße lag bis 1992 die Anlegestelle einer Elbfähre zum Ostragehege. Heute erinnert noch der Name der Kleingartensparte “An der Fähre” an diese Verkehrsverbindung.

Erfurter Straße

Die Erfurter Straße entstand Ende des 19. Jahrhunderts im Zuge der planmäßigen Bebauung der Neudorfer Flur und wurde 1897 nach der Stadt Erfurt benannt. Vorrangig befanden sich hier gewerbliche Einrichtungen, die zum Neustädter Güterbahnhof bzw. zum Schlachthof gehörten. 1920 errichtete die Dresdner Fleischerinnung an der Erfurter Straße den Gebäudekomplex Nr. 1-13 als Wohnungen für ihre Mitglieder.

Fotos: Die Wohnanlage der Dresdner Fleischerinnung an der Erfurter Straße

 

Die Erlenstraße entstand 1859 im Zuge des Ausbaus des Hechtviertels und wurde, wie auch die benachbarten Buchen-, Fichten- und Kiefernstraße, nach einer Baumart benannt. Wenig später entstanden hier mehrgeschossige Wohnhäuser in geschlossener Bauweise, welche überwiegend an Arbeiterfamilien vermietet wurden.

In den Erdgeschossräumen waren oft Läden und kleine Handwerksbetriebe untergebracht. So gab es auf der Erlenstraße 10 früher die Schankwirtschaft “Erlenschänke”, welche noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg existierte. Im Eckhaus zur Johann-Meyer-Straße (Erlenstraße 22) hat sich mit der “Erlenklause” noch bis heute eine der einst typischen Eckkneipen des Stadtviertels erhalten. Die gastronomische Nutzung der Räume begann vermutlich bereits kurz nach Fertigstellung des Hauses. 1913 ist das Lokal unter dem Namen “Neustädter Reichelbräu” im Adressbuch verzeichnet und befand sich im Besitz von Ernst Eiselt.

 

Fotos: Die “Erlenschänke” (Nr. 10) um 1930

Die Fichtenstraße entstand Mitte des 19. Jahrhunderts beim Ausbau des Hechtviertels und wurde 1859 benannt. Wie auch einige Straßen in der Nachbarschaft erhielt sie ihren Namen nach einer Baumart. Wie in vielen Straßen rund um den Königsbrücker Platz gab es auch hier kleine Läden und Lokale. So existierte in der Nr. 3 vor dem Ersten Weltkrieg der “Königsbrücker Hof”, während gegenüber (Nr. 4) ein ehemaliger Feldwebel das “Restaurant von Peschel” betrieb. Im Nachbarhaus (Nr. 6) betrieb Hulda Fabig 1910 ihr Restaurant "Zum sächsischen Gardereiter". Auf der Fichtenstraße 15 konnten die Anwohner in der Schankwirtschaft von Böhnisch einkehren, die sogar eine Asphaltkegelbahn besaß. Zu den kleineren Gewerbebetrieben des Viertels gehörte die “Chocolade- und Zuckerwaaren-Fabrik” von Paul Meissner (Nr. 7). Im Eckhaus zum Königsbrücker Platz (Fichtenstraße 2) befand sich das Pfarrhaus der St.-Pauli-Kirche.

Friedensstraße

Die Friedensstraße war einst Teil der alten Radeburger Landstraße und stellte zugleich die für die Versorgung der Stadt wichtige Verbindung zwischen Altendresden und Rähnitz her. An diesen mittelalterlichen Verkehrszug erinnert heute noch die Rähnitzgasse. Mit Ausbau der Festungsanlagen verlor dieser Weg an Bedeutung, da hier kein Stadttor vorhanden war. Auf dem Areal außerhalb der Stadtmauern wurden 1685 die Scheunenhöfe errichtet, die man wegen der Feuersgefahr aus dem Zentrum verbannen wollte. Die kleine Siedlung war später unter dem Namen “Gemeinde auf den Scheunenhöfen” bekannt und wegen der hier befindlichen Ausflugslokale ein beliebtes Ziel der Dresdner Bevölkerung. Das historische Foto zeigt das sogenannte Scheffelsche Gut (Nr. 41) um 1910, welches damals noch landwirtschaftlich genutzt wurde und später Domizil einer Futtermittelhandlung war.

1732 legte man in unmittelbarer Nachbarschaft den neuen Friedhof der Dreikönigskirche an, da sein Vorgänger den Bauplänen August des Starken für die “Neue Königstadt” weichen musste. Als Innerer Neustädter Friedhof beherbergt er zahlreiche bedeutende Grabdenkmale der Barockzeit sowie die Grabstätten verschiedener Prominenter. In diesem Zusammenhang entstand auch ein neuer Weg von der Neustadt, der jedoch erst seit 1874 offiziell als Friedensstraße bezeichnet wird. Wenig später begann die zunehmende Bebauung des Areals mit Wohnhäusern. Nach den historischen Gegebenheiten wurde dieser Stadtteil im Volksmund “Scheunenhofviertel” genannt und 1874 in die neu gebildete Leipziger Vorstadt eingegliedert. Wie in vielen Straßen der Vorstadt ließen sich auch hier Kleingewerbetreibende, Händler und Gastwirte nieder. Lokale gab es früher u.a. im Eckhaus zur Lößnitzstraße (Nr. 1), in der Nr. 23 und 33. Im Haus Nr. 19 betrieb 1929 Oskar Zacharias eine Likörfabrik. Das Bild zeigt ein typisches Wohn-und Geschäftshaus (Nr. 18) aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Die Ladenräume wurden damals von einer Bäckerei, später von einem Fleischer genutzt.

Filmtheater “Casablanca”: Das kleine Kino wurde am 1. Mai 1991 im Eckhaus Friedensstraße 23 eröffnet und war mit nur 50 Plätzen kleinstes Dresdner Filmtheater. Zuvor hatten die Räume zeitweise als Gaststätte (“Weißer Adler”) bzw. um 1940 als Buchdruckerei gedient. Betreiber des Filmtheaters war zunächst die Nickelodeon Dresden GmbH, ab 1996 der Filmvorführer Michael Rudolph. Das Programm bestand hauptsächlich aus Dokumentar- und Spielfilmen jenseits des Mainstreams. Zudem wurde allwöchentlich der namengebende Filmklassiker “Casablanca” gezeigt. 2003 übernahm Wolfhard Pröhl das Kino, der 2009 einige Umbauten und Modernisierungen vornahm. Zuletzt wurde das Ende August 2013 geschlossene Programmkino von seinem Sohn Sebastian geführt.

Fritz-Hoffmann-Straße

Die heutige Fritz-Hoffmann-Straße im “Scheunenhofviertel” der Leipziger Vorstadt wurde ursprünglich Radebeuler Straße genannt und verbindet Hansa- und Friedensstraße. Am 8. Februar 1956 erhielt sie den Namen des Dresdner Antifaschisten Fritz Hoffmann (1907–1942). Hoffmann gehörte ab 1924 der KPD an und leitete die KPD-Straßenzelle „Hansa“ in der Oppelvorstadt. Während der NS-Zeit wurde er mehrfach wegen illegaler Untergrundarbeit und dem Verteilen von Flugblättern verhaftet und 1942 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Fritz-Reuter-Straße

Die heutige Fritz-Reuter-Straße verband einst als Teil des Bischofsweges den Briesnitzer Burgwart mit den bischöflichen Besitzungen in Stolpen. Auf Anregung des Vereins “Schurr Murr”, einer Vereinigung zur Pflege norddeutschen Brauchtums, erhielt der auf Neudorfer Flur gelegene Abschnitt 1891 den Namen des Dichters Fritz Reuter (1810-1874). Reuter verfasste zahlreiche Erzählungen und Gedichte, meist in norddeutscher Mundart.

An der zunächst unbebaut gebliebenen Straße siedelten sich nach 1900 verschiedene Unternehmen der Baustoffindustrie an. Zu den wichtigsten Firmen gehörte die Holzgroßhandlung Höhne, die hier große Lagerplätze besaß. Wohnhaus des Besitzers war die noch erhaltene Villa Fritz-Reuter-Straße 37. Im Hinterhaus von Nr. 10 gab es die Maschinenfabrik Liebig & Ludewig, die Blechscheren, Stanzen und ähnliche Maschinen zur Metallverarbeitung herstellte. Das erhaltene Produktionsgebäude wurde nach 2010 zum Wohnhaus umgebaut. Um die Jahrhundertwende entstanden auch auf den benachbarten Grundstücken Wohn- und Geschäftshäuser mit Läden und kleinen Ecklokalen, u.a. im Eckhaus zur Johann-Meyer-Straße der "Johann-Meyer-Tunnel" (Nr. 2 - Bild rechts) und die Schankwirtschaft Berger an der Einmündung der Helgolandstraße (Nr. 11). Im Eckhaus (Nr. 21) zur Friedensstraße (Foto links) befindet sich seit 1991 ein Hotel (“Tryp by Wyndham”, früher Alpha-Hotel). Das Gebäude wurde bereits vor dem Ersten Weltkrieg unter dem Namen “Fritz-Reuter-Hof” gastronomisch genutzt.

Gehestraße

Die Gehestraße entstand 1887 im Zusammenhang mit der Anlage des Neustädter Güterbahnhofes. Ihren Namen verdankt sie dem Unternehmer Franz Ludwig Gehe (1810-1882), der 1865 auf der Leipziger Straße eine Drogenappretur-Anstalt gründete, aus der später das Arzneimittelwerk hervorging. Gehe engagierte sich auch auf sozialem Gebiet und hinterließ einen Teil seines Vermögens einer Stiftung zugunsten bedürftiger Kinder. Die Gehe-Stiftung existiert bis heute und finanzierte u.a. den Aufbau des Erich-Kästner-Museums und die Sanierung des Schillerhäuschens.

Die Bebauung der Gehestraße mit Wohn- und Geschäftshäusern begann erst nach 1900 und wurde 1911 mit einer Wohnanlage des Kleinwohnungsbauvereins Dresden (Nr. 1a-d) fortgesetzt (Foto). 1930 folgten die Häuser Nr. 23-35, errichtet von der Eisenbahner-Baugenossenschaft. In einem Gebäude des früheren Güterbahnhofes hat seit 2006 die Ateliergemeinschaft “geh 8” ihr Domizil. Gelegentlich finden hier kleinere Ausstellungen statt.

Ursprünglich gehörte das Areal zum alten Dresdner Schlachthof und wurde nach dessen Schließung 1907 von verschiedenen Gewerbebetrieben genutzt. Erst nach 1990 entschloss man sich, die Zufahrtsstraße und die hier ansässigen Betriebe unter einer neuen Adresse zu führen. Auf Beschluss des Stadtrates erhielt diese am 2. November 1995 den Namen Gothaer Straße. Bei der Namensgebung orientierte man sich an der benachbarten Erfurter und Weimarischen Straße, welche ebenfalls nach Thüringer Städten benannt sind.

Der Großenhainer Platz entstand 1862 als Mittelpunkt einer geplanten, jedoch nie realisierten Wohnanlage und wurde in Anlehnung an die den Platz kreuzende Großenhainer Straße benannt. 1889/90 baute man hier die St. Petri-Kirche. Außerdem gab es am Platz um 1910 die Polizeiwache des 9. Bezirks (Nr. 1) sowie im Eckhaus zur Erfurter Straße (Nr. 32) die Schankwirtschaft "Stadt Erfurt".

Großenhainer Straße

Gutschmidstraße

Die Ende des 19. Jahrhunderts parallel zum Bahnbogen angelegte Gutschmidstraße im “Scheunenhofviertel” erhielt im Jahr 1900 ihren Namen nach dem sächsischen Kabinettsminister Christian Gotthelf von Gutschmid (1721-1798). Gutschmid übernahm 1762 die Leitung des Geheimen Archivs und war Lehrer des Kurprinzen. Als Dank für seine Tätigkeit wurde er 1770 von Friedrich August II. zum Minister ernannt. Verdienste erwarb er sich vor allem bei Reformen im Justizwesen und als Stifter. Die Wohnhäuser entstanden um 1900 in geschlossener Bauweise. Im Haus Nr. 7 befand sich vor dem Ersten Weltkrieg das von Moritz Büttner betriebene Restaurant "Zur Kraftprobe".

Foto: Blick in die Gutschmidstraße - rechts die Hochgleisanlage der Bahnlinie Dresden - Leipzig

Hafenstraße

Die Hafenstraße unterhalb der Marienbrücke wurde 1878 benannt und erhielt ihren Namen nach dem nahegelegenen 1850 eröffneten Verkehrs- und Winterhafen Dresden-Neustadt. Sie verbindet die Ufer- mit der Ludwigstraße und bildet ein kleines Wohnkarree mit Häusern überwiegend aus der Gründerzeit. In einer Baulücke sollen künftig sechs Mehrfamilienhäuser mit Miet- und Eigentumswohnungen entstehen, wobei für die Gebäude individuelle architektonische Gestaltungen, u.a. mit japanischen Katagamis zieren und Deckenmalereien erhalten sollen.

Hallesche Straße

Die Hallesche Straße entstand 1895 beim planmäßigen Ausbau dieses Teils der Leipziger Vorstadt und wurde ab 1901 mit Wohn- und Geschäftshäusern bebaut. Ihren Namen erhielt sie 1899 nach der Stadt Halle, womit an eine Tradition angeknüpft wurde, neue Straßen in diesem Gebiet nach mitteldeutschen Städten zu benennen.

Hansastraße

Harkortstraße

Die Harkortstraße wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Umgestaltung der Bahnanlagen des Neustädter Güterbahnhofes angelegt. Ihr seit 1898 verwendeter Name erinnert an den ersten Direktor der Leipzig - Dresdner Eisenbahngesellschaft Gustav Harkort (1795-1865). Hier befinden sich bis heute die Anlagen des Güterbahnhofes Dresden-Neustadt.

Hartigstraße

Auf dem Gelände des früheren Neudorfer Flurstücks Ploschen entstand 1895 die Hartigstraße, die ihren Namen dem Professor und Rektor der Technischen Hochschule Dr. Carl Ernst Hartig (1836-1900) verdankt.

Um 1900 begann die Bebauung dieser Straße mit Mietshäusern. Außerdem siedelten sich einige kleinere Unternehmen an. Vorhandene Baulücken wurden erst 1995 mit dem Wohnblock Hartigstraße 1-5 geschlossen (im Foto links hinten).

 

Hechtstraße

Hedwigstraße

Die 1878 angelegte Hedwigstraße befindet sich in der Nähe der Marienbrücke unmittelbar am Neustädter Elbufer. Ihren Namen erhielt sie nach der sächsischen Kurfürstin Hedwig von Dänemark (1581-1641), Gemahlin Kurfürst Christian II. Die kinderlose Fürstin verwaltete nach dem Tod ihres Mannes 1611 mehrere Ämter und engagierte sich für den Ausbau von Kirchen und Schulen. Außerdem setzte sie sich für die Eindeichung der Elbe zum Hochwasserschutz ein und spendete während des Dreißigjährigen Krieges für Hungernde und Pestkranke.

Das Straßenbild prägen auf der linken Seite heute mehrgeschossige Mietshäuser (Foto). Weitere Flächen gehören zum Areal des angrenzenden Arzneimittelwerks.

Helgolandstraße

Die Helgolandstraße entstand 1890 als Seitenstraße der Conradstraße und wurde im gleichen Jahr nach der Nordseeinsel Helgoland benannt. Helgoland war 1890 per Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und Großbritannien zu Deutschland gekommen. Die Bebauung erfolgte mit mehrgeschossigen Wohn- und Geschäftshäusern.

Vor dem Ersten Weltkrieg gabe es hier zwei Gaststätten: Das Restaurant "Zum Kuckuck" im Haus Nr. 8 und die Gaststätte "Zur Insel Helgoland" in Nr. 15. Auf der Helgolandstraße 19 hatte ab 1910 der von Carl August Döge und Ernst Arno Adam gegründete Kunstverlag Döge & Adam seinen Sitz. Ab 1912 war Döge alleiniger Inhaber. Das Unternehmen existierte bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Johann-Meyer-Straße

Die Johann-Meyer-Straße bildet den westlichen Abschluss des Hechtviertels und wurde im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts angelegt. Ihren Namen erhielt sie 1874 nach dem Stifter der hier entstandenen Wohnsiedlung. Der Dresdner Kaufmann und Ehrenbürger Johann Meyer (1800-1887) hatte damals 100.000 Mark für den Bau von Arbeiterwohnungen zur Verfügung gestellt. Aus diesen Mitteln wurden bis zum Ersten Weltkrieg Wohnhäuser an der Johann-Meyer-, der Buchen- und Hechtstraße sowie in Löbtau gebaut. Einige der Gebäude fielen 1945 dem Bombenangriff zum Opfer. Die Stiftung selbst existierte noch bis 1950.

Die Gebäude (Nr. 22-24) wurden nach Plänen von Carl Ludwig Lisske errichtet und markieren den Beginn des sozialen Wohnungsbaus in Dresden (Foto) . Weitere Wohnhäuser entstanden ab 1902 im Stil des Späthistorismus und Jugendstils. Die Entwürfe für diese Wohnhausgruppe an der Einmündung der Gutschmidstraße (Nr. 3/5) stammen von Carl Heinrich Kühne.

  Feinste Christollen

Kiefernstraße

Die Kiefernstraße im nördlichen Teil des Hechtviertels” erhielt ihren Namen nach dem nahegelegenen Waldgebiet und den hier vorkommenden Kiefernbäumen. Zahlreiche der Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Gründerzeitwohnhäuser wurden 1945 zerstört, so dass die Kiefernstraße noch bis 2008 weitgehend brach lag. Im Zuge eines in diesem Jahr verabschiedeten Bebauungsplan wurden hier mehrere individuell gestaltete moderne Wohnhäuser errichtet.

Kunzstraße

Die Kunzstraße, ein durch den Bahnbau abgetrenntes Reststück der Konkordienstraße, verdankt ihren Namen dem Ingenieur Karl Theodor Kunz (1791-1863). Kunz war maßgeblich am Bau der ersten deutschen Ferneisenbahn zwischen Dresden und Leipzig beteiligt. An ihn erinnert auch eine Gedenktafel am Neustädter Bahnhof.

Leipziger Straße

Liststraße

Die Liststraße in der Nähe des ehemaligen Leipziger Bahnhofs trägt ihren Namen in Erinnerung an den Inititator des Bahnbaus, den deutschen Volkswirtschaftler Friedrich List (1789-1846). List gründete 1819 den Deutschen Handels- und Gewerbeverein und erarbeitete ein Konzept für ein landesweites Eisenbahnnetz in Deutschland. Ende des 19. Jahrhunderts entstand an der Liststraße ein  Dampfhammerwerk, welches als störend für die Bewohner später jedoch wieder aufgegeben werden musste.

Lößnitzstraße

Die Lößnitzstraße wurde um 1860 ausgebaut und trägt ihren Namen nach dem bis heute für den Weinbau genutzten Höhenzug in Radebeul. Die meisten Wohnhäuser an dieser Straße im “Scheunenhofviertel” folgten wenig später. Einige Gebäude weisen interessanten baukünstlerischen Schmuck auf, so dass 1903 bezogene Wohnhaus Lößnitzstraße 16.

Gaswerk Dresden-Neustadt: Das Werk wurde 1864 gegen den ausdrücklichen Willen der Bürger der Antonstadt auf einem Grundstück an der Lößnitzstraße errichtet und nahm am 1. Juli 1865 den Betrieb auf. Mit einer vorgesehenen Leistung von bis zu 35.000 m³ am Tag gehörte diese Gasversorgungsanstalt zu den größten in Dresden und sollte vor allem die Industriebetriebe der Leipziger Vorstadt mit Stadtgas versorgen. Bereits während des Baus kam es zum Einsturz eines der beiden Gasbehälter, woraufhin die Produktion zunächst wieder eingestellt werden musste. Bis 1873 war das Neustädter Werk nur in den verbrauchsstärkeren Wintermonaten am Netz, wurde dann jedoch auf Ganzjahresbetrieb umgestellt und 1876 nochmals erweitert.

Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm das Gaswerk Reick die Versorgung der gesamten Stadt, was zur Stillegung der noch bestehenden kleineren Werke führte. 1926 endete auch auf der Lößnitzstraße die Produktion. Das Gelände wird heute von Künstlern und einigen Kleinbetrieben genutzt, ist jedoch künftig als Schulstandort bzw. für Wohnbebauung vorgesehen. Aus der Entstehungszeit des Gaswerks blieb das 1865 errichtete, 1936 umgebaute und nach Kriegsschäden in den 1950er Jahren in vereinfachter Form wiederaufgebaute Verwaltungsgebäude an der Friedensstraße erhalten. An der Fassade befinden sich verschiedene Reliefs, welche u.a. einen bärtigen Mann darstellen und über die Geschichte des Gebäudes informieren (Fotos).

 

Nr. 6: Das zweistöckige Wohnhaus wurde 1851 als eines der ersten Wohnhäuser des “Scheunenhofviertels” gebaut, wobei der Baumeister wahrscheinlich Carl Friedrich Lohse war. Vor dem Ersten Weltkrieg erwarb der Unternehmer Emil Leinert das Grundstück und richtete hier seine Maschinenfabrik ein. In den Fabrikhallen hinter dem Wohnhaus entstanden vor allem Küchengroßgeräte für Gastronomie und Lebensmittelindustrie. Während die Hallen 1945 dem Luftangriff zum Opfer fielen, blieb das Wohngebäude bis heute erhalten. Eine Sanierung ist geplant.

Moritzburger Straße

Niederauer Platz

Der Niederauer Platz wurde Ende der Zwanziger Jahre im Zusammenhang mit dem Bau der Wohnsiedlung “Oberer Hecht” angelegt und nach der kleinen Gemeinde Niederau bei Meißen benannt. Die umliegenden Gebäude entstanden zwischen 1926 und 1929 nach Entwürfen von Otto Schubert für den Kleinwohnungs-Bauverein Dresden. Heute befinden sie sich im Besitz der Sächsischen Wohnungsgenossenschaft Dresden und wurden ab 1996 saniert. Die Platzanlage selbst ist mit Ruhebänken und Blumenrabatten gärtnerisch gestaltet.

Foto: Am Niederauer Platz

Ottostraße

Die Ende des 19. Jahrhunderts in der Nähe des Inneren Neustädter Friedhofes angelegte Ottostraße verdankt ihren Namen dem Wettiner Otto dem Reichen (1125-1190), welcher 1156 die Herrschaft von seinem Vater Konrad übernahm. Otto begründete den Weinbau im oberen Elbtal, verlieh Leipzig 1165 das Stadt- und Messerecht und gilt als Wegbereiter des Silberbergbaus im Erzgebirge. Unter seiner Herrschaft entwickelte sich Sachsen zu einem der wirtschaftlich führenden Staaten Deutschlands.

Rudolf-Leonhard-Straße

Die Rudolf-Leonhard-Straße entstand Mitte des 19. Jahrhunderts und trug ab 1859 den Namen Oppellstraße. Hans Ludwig von Oppell (1800-1876), Amthauptmann und Polizeidirektor von Dresden, erwarb 1836 und 1841 größere Freiflächen nördlich der Scheunenhöfe für den Bau eines neuen Wohnviertels. Nach ihm trug der heute meist als Hechtviertel bezeichnete Stadtteil ab 1855 offiziell den Namen “Neuer Anbau auf den Oppellschen Feldern” bzw. kurz “Oppellvorstadt”. Trotz Oppells Bemühungen entwickelte sich das Areal jedoch nur langsam. Zunächst siedelten sich hier Gärtnereien an, bevor nach 1875 die zunehmende Bebauung mit Mietshäusern begann.

1956 wurde die Oppellstraße nach dem Lyriker, Dramatiker und Erzähler Rudolf Leonhard (1889-1953) in Rudolf-Leonhard-Straße umbenannt. Leonhard nahm 1918/19 an der Revolution teil, wirkte später als freischaffender Schriftsteller in Berlin und Paris, bevor er 1950 seinen Wohnsitz wieder in (Ost-)Berlin nahm. Hier widmete er sich in seinen letzten Lebensjahren als Vorstand des DDR-Schriftstellerverbandes vor allem der literarischen Ausbildung junger Schriftsteller.

Trotz einiger Kriegsschäden prägen bis heute Häuser aus der Gründerzeit das Straßenbild der Rudolf-Leonhard-Straße. Nach 1990 wurde mit der Sanierung der zum Teil stark verfallenen Gebäude begonnen. Ebenso wie in der Äußeren Neustadt entstand auch hier in den letzten Jahren ein kleines “Kneipenviertel” sowie das links-alternative Kulturzentrum “AZ Conni” (Rudolf-Leonhard-Straße 39). Hier finden regelmäßig verschiedene Veranstaltungen und Konzerte statt. Außerdem gehören ein kleines Café und ein Buchladen zum Haus.

Schanzenstraße

Die im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts angelegte Schanzenstraße im “Hechtviertel” erinnert an eine 1813 von napoleonischen Soldaten angelegte Schanze in der Dresdner Heide. Die Befestigungsanlage sollte der Verteidigung der von den Franzosen besetzten Stadt dienen, ist heute jedoch nicht mehr vorhanden. Das Straßenbild prägen heute Wohnhäuser der Gründerzeit.

Seitenstraße

Auch die Seitenstraße wurde Mitte des 19. Jahrhunderts beim Ausbau der Oppellvorstadt angelegt und mit Wohnhäusern bebaut. Zunächst trug sie den Namen Windmühlenstraße, da sie in Richtung der 1877 abgebrochenen Pieschener Windmühle führte. Neben Wohn- und Geschäftshäusern gab es hier bis zum Ersten Weltkrieg auch das “Volks-Theater” (Nr. 5). 1920 übernahm mit Bruno Müller ein neuer Betreiber die Räumlichkeiten und richtete das Kino “Paradies-Lichtspiel-Salon” ein. Ab 1921 wurde das mit ca. 220 Plätzen zu den kleineren Dresdner Filmtheatern gehörende Kino in “Metropol-Theater” umbenannt. Der Spielbetrieb endete jedoch bereits vor dem Zweiten Weltkrieg.

Da es mit der Eingemeindung von Niedersedlitz ab 1950 den Straßennamen Windmühlenstraße doppelt gab, beschloss der Dresdner Stadtrat am 30. September 1953 die Umbenennung in Seitenstraße. In Anlehnung an diesen Straßennamen erhielt das Ende der 1990er Jahre im Haus Nr. 4 b entstandene Café-Restaurant den Namen “Saite”. Regelmäßig finden hier verschiedene kulturelle Veranstaltungen, Konzerte und Ausstellungen statt. Zuvor befand sich in den Räumen das syrische Restaurant “Fata Morgana”.

Stöckelstraße

Die Stöckelstraße entstand in den Zwanziger Jahren und wurde 1927 nach dem Juristen und Vorsteher der Dresdner Stadtverordnetenversammlung Johann Georg Stöckel (1855-1923) benannt. Stöckel war zwischen 1899 und 1919 im Amt und erhielt für seine Verdienste 1915 die Ehrenbürgerwürde der Stadt. Neben seiner kommunalpolitischen Tätigkeit engagierte er sich auch als Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglied verschiedener Organisationen, u.a. der Siedlungsgesellschaft Dresden Stadt und Land und der Lingner-Stiftung. Heute befinden sich an der Stöckelstraße Kleingärten.

Weimarische Straße

Die Weimarische Straße sowie der heute weitgehend überbaute Weimarische Platz wurden 1895 angelegt und sollten ursprünglich zentraler Mittelpunkt eines neuen Wohnviertels werden. Obwohl um 1900 die ersten Wohn- und Geschäftshäuser errichtet wurden, blieb die Gesamtplanung unvollendet. Auf dem Gelände des Weimarischen Platzes entstand später die Gartensparte Neudorf e.V., so dass die Straße heute aus zwei Teilen besteht. Im Eckhaus zur Eisenberger Straße (Nr. 9) existierte bereits vor dem Ersten Weltkrieg die Gaststätte “Weimarischer Hof”. Heute befindet sich hier das Vereinscafé des Brix e.V., in dem regelmäßig Lesungen, Clubkonzerte und Ausstellungen von regionalen Künstlerinnen und Künstlern stattfinden. Eröffnet wurde das Café am 8.August 2011. Architektonisch bemerkenswert ist das Wohnhaus Weimarische Straße 1 mit einem Deckengemälde im Flur in Jugendstilformen.

Foto: Blick in die Weimarische Straße

 

Weinböhlaer Straße

Die heutige Weinböhlaer Straße entstand als Verlängerung der Neudorfer Hauptstraße und diente einst den Bauern des Ortes als Viehtriebe und Verbindungsweg zur Dresdner Heide sowie nach Rähnitz und Wilschdorf. Aus diesem Grund wurde sie früher auch als Heide- bzw. Elbweg bezeichnet. Zugleich bildete sie die Westgrenze zu Pieschen, was mehrfach zu Streitigkeiten zwischen beiden Dörfern führte. Durch den Bahnbau unterbrochen, erfolgte Mitte des 19. Jahrhunderts der Ausbau zur Straße, die zunächst Artilleriestraße, ab 1874 als Kanonenstraße bezeichnet wurde. Da beide Namen als “militaristisch” galten, wurde sie 1946 in Weinböhlaer Straße umbenannt.

Zu den ersten Gebäuden in diesem Teil der Neudorfer Flur gehörte die bereits um 1830 erwähnte Gartenwirtschaft “Zur Goldenen Aue” (Nr. 74), die sich später zum beliebten Ausflugslokal entwickelte. 1873 errichtete die Steingutfabrik Villeroy & Boch an der Weinböhlaer Straße fünf Wohnhäuser mit Werkswohnungen, eine der ersten Werkssiedlungen in Dresden. Leider blieben nach Abrissen um 1980 nur zwei dieser Denkmale des frühen sozialen Wohnungsbaus erhalten (Foto) . Weitere Grundstücke wurden früher von Gärtnereien eingenommen. Heute befinden sich hier die Kleingartensparten “Erholungsheim” und “Eigenheim”. 2009 entstand auf der Weinböhlaer Straße 12 die Kindertagesstätte “Sonnenschein”.

 


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