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Die Geschichte des Klotzscher Flughafens begann Anfang 1934 mit einem Beschluss des Reichsluftfahrtministeriums, den Dresdner Flugplatz vom Heller auf die Rähnitzer Höhe zu verlegen. Grund war die
ungünstige Lage des bisherigen Platzes, der durch seine Windverhältnisse wiederholt zu waghalsigen Landemanövern und Abstürzen geführt hatte. Bereits im Mai 1934 begannen die Verhandlungen mit den Grundbesitzern, die
ihre Felder verkaufen mussten. Auch die erst wenige Jahre zuvor entstandene Ödlandsiedlung, sechs Bauernhöfe sowie der Hochbehälter des Klotzscher Wasserwerkes mussten den Bauarbeiten weichen. In den Folgemonaten
entstanden die notwendigen Gebäude, technischen Anlagen und die Start- und Landebahn. Als Hauptgebäude wurde das sogenannte “Hansa-Haus” nach Plänen von Max Otto errichtet. Hier befanden sich die Abfertigungsanlagen
sowie das Post- und Zollamt. Am 11. Juli 1935 wurde der Klotzscher Flughafen feierlich eingeweiht. Wichtigste Verbindung war in den Anfangsjahren eine von Berlin über Dresden und Prag nach Wien gehende Linie, die
gemeinsam von der Deutschen Lufthansa sowie österreichischen und tschechoslowakischen Gesellschaften bedient wurde. Foto: Das “Hansa-Haus” des Klotzscher Flughafens kurz nach der Eröffnung
Zeitgleich mit den zivilen Anlagen entstand auch ein militärischer Bereich. Dieser wurde bis zum Kriegsbeginn vor allem
von der am 9. Mai 1936 an der Königsbrücker Landstraße 159 offiziell eingeweihten neuen Luftkriegsschule genutzt, die
hier junge Offiziere zu Militärfliegern ausbildete. Zu den spektakulärsten Ereignissen in der Geschichte der Einrichtung
gehörte der Absturz des Generalstabschef der Luftwaffe Walter Wever am 3. Juni 1936, der dabei ums Leben kam. Ihm
zu Ehren wurde am Flughafen ein Gedenkstein aufgestellt, der heute nicht mehr vorhanden ist. Mit Kriegsbeginn häuften
sich die Unglücke von Militärmaschinen. Insgesamt sollen mindestens 25 Flugzeuge in der Nähe von Klotzsche abgestürzt sein, wobei mehrere der oft unerfahrenen Flieger ums Leben kamen. Die beim Luftangriff auf Dresden
unbeschädigt gebliebenen Anlagen des Flughafens waren noch bis in die letzten Kriegstage Ausgangsbasis für militärische Aktionen.
Bereits mit Beginn des Zweiten Weltkrieges war der zivile Luftverkehr von Klotzsche aus weitgehend zum Erliegen
gekommen. Stattdessen wurde der Flugplatz als Basis der Luftwaffe genutzt. Doch auch nach Ende des Krieges war zunächst an eine Wiedereröffnung nicht zu denken. Zunächst
besetzte die Rote Armee am 8. Mai 1945 das Gelände und nutzte es fortan als Ausbildungsstätte sowie für eigene Flüge. Erst 1954 erhielt die Regierung der DDR die Erlaubnis,
Vorbereitungen zur Wiederaufnahme des zivilen Luftverkehrs zu treffen. Gleichzeitig fasste sie den Beschluss zum Aufbau einer eigenen Flugzeugindustrie, wobei Klotzsche als Standort eines Flugzeugwerkes vorgesehen war. Im März 1955
begannen die Bauarbeiten für dieses Werk auf dem Gelände der einstigen Luftkriegsschule. Zeitgleich wurde eine neue
2500 m lange Start- und Landebahn angelegt, die sowohl für Testflüge als auch für den regulären Flugverkehr zur Verfügung stand.
Ab 16. Juni 1957 konnte schließlich erstmals wieder eine Passagiermaschine in Klotzsche landen. Ziele waren zunächst
Berlin, die Ostsee und andere Inlandsflugplätze. Ab 1959 wurde auch Budapest angeflogen und Dresden somit an das
internationale Luftverkehrsnetz angeschlossen. Mit Gründung der DDR-Fluggesellschaft “Interflug” 1961 wurde das Netz
systematisch weiter ausgebaut. Als Empfangs- und Abfertigungsgebäude diente das bereits vorhandene Hansa- Haus, welches auch ein Restaurant und eine Aussichtsterrasse erhielt. Von Bedeutung war Dresden-Klotzsche als
Ausweichflughafen für Berlin-Schönefeld. Außerdem gab es regelmäßige Verbindungen nach Budapest, Moskau, Leningrad, Sofia, Burgas, Varna und anderen Städten der befreundeten Nachbarstaaten. Hinzu kamen gelegentliche
Charterflüge nach Westeuropa. Zusätzlich behielt der Flughafen auch seine militärische Bedeutung, da die NVA 1963 in
Klotzsche eine Transportfliegereinheit stationiert hatte. Diese doppelte Nutzung des Flughafens für zivile und militärische
Zwecke sowie das spürbar angewachsene Passagieraufkommen machte 1988/89 ein erste Erweiterung und Rekonstruktion der Anlagen erforderlich.
Ein neues Kapitel in der Geschichte des Klotzscher Flughafens begann 1990 mit der Wiedervereinigung, die zu einer deutlichen Zunahme des Flugverkehrs führte. Neben innerdeutschen Flügen kamen auch neue internationale
Linien hinzu, außerdem Charter- und Urlauberflüge zu den Touristenzielen in Südeuropa und im Mittelmeerraum. Der Klotzscher
Flughafen wurde dafür in eine GmbH umgewandelt und in mehreren Etappen modernisiert. Da der Platzkapazität jedoch
Grenzen gesetzt waren, entschloss man sich 1997 zum Bau eines neuen Terminals. Durch Ausbau des 1957 für die damalige Flugzeugwerft entstandenen Hangars 219 entstand nach Plänen von Nils Kampmann ein modernes
Abfertigungsgebäude mit verschiedenen Ebenen, Geschäften, Restaurants und einer gläsernen Aussichtsterrasse. Sogar
eine Flughafenkapelle wurde eingerichtet. Die Ausstattung der ökumenisch genutzten Kapelle stammt von Bruno von Beck. Außerdem wurden neue Parkmöglichkeiten geschaffen und der Flughafen an die Autobahn und das S-Bahn-Netz
angeschlossen. Am 25. März 2001 ging das Terminal offiziell in Betrieb. 2006/07 folgte der Bau einer neuen Start- und
Landebahn, die mit 2.850 m Länge auch größeren und schwereren Maschinen die Nutzung des Flughafens erlaubt.
Außerdem entsteht bis 2009 ein neuer Tower. Seit September 2008 trägt der Dresdner Flughafen offiziell den Namen “Dresden International”. |
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