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Der Bauernweg in Rähnitz, bis 1933 Dorf- bzw. Hauptstraße genannt, bildet den Kern des aus zwei Gemeindeteilen zusammengewachsenen Dorfes. Der ältere Teil zwischen Radeburger und Hellerstraße entstand um 1150 und wurde einst als “Klöppelgemeinde” bezeichnet, während der östliche Teil bis zum Vorerlenweg die “Bullengemeinde” bildete. Erst 1836 wurden beide Gemeindeteile vereinigt. Die meisten Gebäude entstanden nach 1813, lassen in ihrer Anordnung jedoch noch deutlich das frühere Dorfbild erkennen. Zwischen den Bauernhöfen Nr. 12 und 14 stand noch im 19. Jh. eine alte Dorf- und Gerichtslinde, während in Höhe von Nr. 20 einst der Dorfteich lag. D er auch als “Schleicherpfütze” bezeichnete Teich wurde 1929 verfüllt, wodurch der Anger endgültig sein romantisches Aussehen verlor. Bereits 1889 war die enge Dorfstraße begradigt worden. Historisch interessant sind das zu den ältesten erhaltenen Häusern des Ortes gehörende Haus Bauernweg 14, ein 1913 in Erinnerung an die Kämpfe von 1813 aufgestellter Gedenkstein sowie eine Gedenktafel an der Scheune von Gut Nr. 23, die an die letzte auf Dresden abgeworfene Fliegerbombe vom 17. April 1945 erinnert.
Foto: Die Rähnitzer Dorfstraße um 1910 Die im Zusammenhang mit einer Ortserweiterung Anfang des 20. Jh. angelegte Beckerstraße verdankt ihren Namen dem früheren langjährigen Gemeindevorstand Wilhelm Becker (1842-1901), der sich auch für den Bau der Kirche einsetzte. Die von der Dorfstraße (Bauernweg) in südlicher Richtung abzweigende Hellerstraße erhielt ihren Namen nach dem Rähnitzer Lehrer und Kantor Karl Heller, der sich als Organisator einer Spendensammlung für den Bau der Rähnitzer Kirche einsetzte. Sein Grab befindet sich auf dem 1899 angelegten Friedhof des Ortes. Markanteste Gebäude an der Hellerstraße sind der aus dem früheren Dorfgasthof hervorgegangene “Lindengarten Hellerau” sowie das heute als Kindergarten genutzte ehemalige Schulhaus des Ortes.
Foto: Der “Lindengarten” an der Hellerstraße Die Knappsdorfer Straße wurde erst nach 1990 im Zusammenhang mit der Erschließung eines neuen Gewerbegebietes nördlich des historischen Dorfkerns angelegt. Der Name erinnert an das frühere Vorwerk Knappsdorf, welches 1547 aufgelöst und an Rähnitzer Bauern aufgeteilt wurde. Die umliegenden Erschließungsstraße wurden erhielten ihre Bezeichnungen nach alten Flurnamen wie Kammerholz, Ellerwiesen und Ilschengraben. Die Ludwig-Kossuth-Straße verbindet Rähnitz mit dem benachbarten Hellerau. Ihren Namen erhielt sie nach dem ungarischen Politiker und Revolutionär Ludwig Kossuth (1802-1894), der zu den Führern der bürgerlichen Revolution 1848 gehörte und sich für die Unabhängigkeit Ungarns vom Habsburgerreich einsetzte. Bemerkenswert ist das Wohnhaus Ludwig-Kossuth-Str. 35 mit Fachwerkobergeschoss. Die kurze Meridianstraße entstand Anfang des 20. Jh. zur Erschließung eines neuen Wohnviertels und der angrenzenden Kleingartenanlage. Ihren Namen erhielt sie nach der 1828 aufgestellten Meridiansäule, die einer Vermessungsaktion in Sachsen diente. Die Rähnitzer Säule sowie ihr “Gegenstück” auf der Goldenen Höhe bei Bannewitz stehen unter Denkmalschutz.
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