Aus der Geschichte von Weixdorf Weixdorf wurde 1378 als Wignandisstorf erstmals urkundlich erwähnt. Das von
deutschen Siedlern gegründete Platzdorf erhielt seinen Namen nach einem Lokator Wignand (“Wignands Dorf”). Zunächst gehörte der Ort einem Jacobus von
Naundorf, ab 1456 der Familie von Ziegelheim, um 1600 der Familie von Zschieren. Auch das Dresdner Brückenamt besaß zeitweise Zinsrechte. Ab 1696 unterstand das
Dorf am Nordrand der Dresdner Heide bis ins 19. Jahrhundert dem Rittergut Hermsdorf. Kirchlich gehörte Weixdorf zum benachbarten Lausa. Schwere Schäden
richteten 1637 die durchziehenden Schweden an, welche den Ort plünderten.
Bis ins 19. Jahrhundert blieb der Ort unbedeutend. Erst nach dem Bau der Eisenbahnstrecke 1884 siedelten sich auch
einige kleinere Gewerbebetriebe an. Gleichzeitig wuchs die Einwohnerzahl, was zum Aufblühen des Vereinslebens im
Ort führte. So wurde 1885 der bis heute bestehende Männerchor Lausa-Weixdorf gegründet. 1891 entstand ein
Turnverein. Diese nutzten für ihre Stiftungsfeste und Vereinstreffen den 1870 errichteten Gasthof, der nach 1945 bis zur
Wende als Kulturhaus “Heiterer Blick” weitergeführt wurde. 1906 richtete die Gemeinde am Lausaer Großteich das Waldbad Weixdorf ein.
Die im Laufe der Zeit zusammengewachsenen Orte Weixdorf und Gomlitz vereinigten sich
1914 mit Lausa und Friedersdorf zur Gemeinde Lausa - Weixdorf. Bereits zuvor war mit dem Bau einiger neuer Villenviertel am Fuchsberg und am Eierbusch begonnen worden,
denen 1919 die nach einem früheren Dorfmüller benannte Hollersiedlung folgte. 1928 erhielt der Ort ein neues Rathaus mit Sparkasse, welches heute Sitz des Ortschaftsrates ist (Foto)
. Ein Jahr später wurde die Straßenbahnlinie von Klotzsche bis Weixdorf verlängert. Zu den in den Dreißiger Jahren errichteten öffentlichen Gebäuden gehören die
nach 1945 als “Haus der Gemeinschaft” und Kindergarten genutzte frühere Gaststätte “Bürgergarten” und das 1938 eröffnete, inzwischen leider geschlossene Kino.
Auch der Bau des Klotzscher Flughafens hatte Folgen für Weixdorf. So mussten Teile der Dorfflur für die
erforderlichen Rollbahnen abgetreten werden. Außerdem verschwand der frühere Seifzerteich, an den heute nur noch
ein Damm in der Nähe der Fuchsbergsiedlung erinnert. Dieser war im 16. Jahrhundert als “Weicksdorffer Teich” zur
Fischzucht angelegt, um 1840 jedoch bereits wieder trocken gelegt worden. Zuletzt wurde das Areal landwirtschaftlich
genutzt. Teile des historischen Wegenetzes um Weixdorf, darunter der Rähnitzer und der Marsdorfer Weg,
verschwanden zugunsten der Rollbahn und Nebenflächen. In der Nähe des ehemaligen Seifzerteichdamms erinnert ein Gedenkstein an den Kältetod des Weixdorfers G. Zschiesche im Jahr 1770. 1938 erhielt der Ort offiziell den Namen Weixdorf. Traditionell eng waren die
Bindungen von Weixdorf nach Dresden, da die Gemeinde beliebter Wohnvorort war. Die im Zuge der Bodenreform enteignete Rittergutsflur wurde 1946 an Kleinbauern
verteilt, die sich 1954 zu einer LPG zusammenschlossen. Wichtige gewerbliche Unternehmen waren ein 1920 gegründetes Werk zur Herstellung optischer Geräte, ein
Baustoffwerk und die frühere Möbelfabrik Willi Groß KG, die ab 1972 als Betriebsteil zu den Deutschen Werkstätten Hellerau gehörte.
Nachdem nach 1990 weitere Gewerbegebiete und das Einkaufszentrum Hohenbusch (Foto) sowie einige neue
Wohnsiedlungen entstanden waren, nahmen Weixdorf und Dresden Verhandlungen zur Eingemeindung auf, die am 1.
Januar 1999 erfolgte. Zuvor hatte es 1996 bereits Gespräche mit dem benachbarten Langebrück über einen
Zusammenschluss gegeben. Im Dorfkern (Altweixdorf) sind noch einige historische Bauerngüter erhalten geblieben. Schule:
Ursprünglich befand sich die auch für Weixdorf zuständige Schule in Lausa in unmittelbarer Nähe der Kirche. Das noch
heute vorhandene Gebäude an der Kirchgasse entstand 1845 und wurde später als Wohnhaus des Kantors genutzt. Seit 2011 befindet sich hier ein evangelischer Kindergarten. Um 1900 errichteten die Gemeinden Weixdorf, Lausa, Gomlitz und Friedersdorf
eine neues Schulhaus an der heutigen Alten Dresdner Straße (Foto). Architekt des Gebäudes, welches am 10. März 1901 eingeweiht wurde, war der Langebrücker
Baumeister Max Otto. Das Gebäude brannte 1945 beim Einmarsch der Roten Armee aus, konnte jedoch schon bald wieder genutzt werden. Heute befindet sich hier die Weixdorfer Mittelschule.
1965 wurde aus Platzgründen neben dem Rathaus ein weiterer provisorischer Schulbau errichtet. Dieser diente bis zur
Schulreform 1991 den Kindern der Klassen 1-3 als Unterrichtsgebäude und gehört seit 1992 zur Grundschule des
Ortes. Das den Anforderungen nicht mehr genügende Gebäude wurde 2004 durch einen modernen Neubau ersetzt, der im Februar 2005 als Grundschule “Am Zollhaus” eingeweiht werden konnte. Weixdorfer Sensenstreit: Zu den kuriosen Ereignissen der Ortsgeschichte gehört der “Weixdorfer Sensenstreit” im Jahr 1881. Nach einem
Umtrunk im Gasthof “Zur grünen Aue” kam es zu einer Wette zwischen dem Klotzscher Bildhauer Gustav Schneider
und dem Weixdorfer Landarbeiter Johannes Opitz, wer ein bestimmtes Wiesenstück am schnellsten abmähen könnte.
Am 26. Juni 1881 trafen sich beide Kontrahenten im Beisein zahlreicher Zuschauer am Hohenbusch, um dort das
“Wetthauen” zu beginnen. Dieses gewann Schneider, woraufhin der unterlegene Opitz ein Fass Bier ausgeben musste.
An den Wettstreit erinnerte noch bis 1955 ein Gedenkstein, welcher jedoch dem Ausbau des Flughafens zum Opfer
fiel. Der erhalten gebliebene Stein befindet sich heute auf dem Grundstück Alter Mühlweg 6 in Weixdorf.
Weiterführende Literatur und Quellen
Weixdorfer Nachrichten
26. November 2011:
An den Straßenbahnendpunkten in Weixdorf und Hellerau werden bis zum Frühjahr 2012 neue Abstellplätze für Fahrräder entstehen. Die Arbeiten haben im Oktober begonnen. Diese Bike+Ride-Plätze sollen vor allem Pendlern den Umstieg auf die Straßenbahn erleichtern.
11. Oktober 2011:
Der Weixdorfer Heimatverein hat zwei alte Wegweisersäulen wieder aufgestellt. Die Säulen stehen in Marsdorf an
der Abzweigung Eggeholzweg / Zum Spitzberg und an der Ecke Bärnsdorfer Weg / Mühlweg. Zuvor wurden die Steine mit Hilfe des örtlichen Bauhofes restauriert.
1. September 2011:
Die Zukunft des Weixdorfer Waldbads ist bedroht. Grund ist die seit längerem negative Entwicklung der Besucherzahlen in dem idyllisch gelegenen Freibad, welches in diesem Jahr bislang nur 3500 Besucher zählte. Erwogen wird nun ein Rückbau der Badeinrichtungen und die Freigabe des Großteichs als Naturbad.
28. Juli 2011:
Aus Anlass des 200. Jubiläums des Dienstantritts Pfarrer David Samuel Rollers in der Lausaer Kirche gibt der Weixdorfer Heimatverein ein aktuelles Heft heraus. Der Text stammt von Gabi Finke, welche auch eine Biografie über Rollers Leben und Wirken verfasst hat. Roller predigte 39 Jahre lang in der evangelischen Kirche des Ortes und wurde durch Wilhelm von Kügelgens „Jugenderinnerungen eines alten Mannes“ überregional bekannt.
15. Juni 2011:
Der Weixdorfer Platz des Friedens am Bahnhof wird umgestaltet und soll künftig neben Grünflächen und neuen Wegen auch Parkplätze für Autos und Fahrräder bieten. Für das Vorhaben erwarb die Stadt einige Grundstücke von der Deutschen Bahn, darunter auch das als “Dixiebahnhof” genutzte Empfangsgebäude.
4. Juni 2011:
In Weixdorf sollen zwei neue Flächennaturdenkmale ausgewiesen werden. Die Stadt plant, die Aue des Seifenbaches und den Feldweg von Marsdorf nach Medingen unter Schutz zu stellen. 13. April 2011:
Die Wasserfläche des Weixdorfer Waldbads wird in dieser Saison verkleinert. Grund ist die dadurch mögliche Kosteneinsparung, da nur noch ein Bademeister vor Ort notwendig ist. Bislang wurden zwei eingesetzt, um das relativ große Gelände abzusichern.
29. März 2011:
Der ca. 2 km lange Weixdorfer Schelsbach soll künftig renaturiert werden. Das vorläufige Konzept wurde kürzlich dem Ortschaftsrat vorgestellt. Ziel der Maßnahme ist neben naturpflegerischen Gründen der Schutz vor Überschwemmungen.
7. Februar 2011:
In Weixdorf wird die 250. evangelische Kindertagesstätte der sächsischen Landeskirche eröffnet. Künftig stehen hier 54 Plätze, darunter auch vier Integrationsplätze zur Verfügung. Ursprünglich wurde das Gebäude 1845 als Schulhaus des Ortes errichtet und diente später als Wohnung des Kantors.
28. Januar 2011:
Der Verein Lausa und der Weixdorfer Heimat- und Schützenverein vereinigen sich zum neuen Heimatverein Weixdorf. Im Mittelpunkt der Tätigkeit steht auch weiterhin die Erforschung der Geschichte der Orte und die Förderung des kulturellen Lebens in der Ortschaft.
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